„Maßstäbe innovativer Ausbildung“ gesetzt hat die Gewerbe Akademie Schofheim mit ihrem Neubau für Metallbau, Feintechnik-, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie der Totalsanierung der Heizzentrale. Von Petra Martin Schopfheim. Mit diesen Neuerungen, so Leiter Arno Baumann, entspreche die Einrichtung einmal mehr ihrem „Ruf als Leuchtturm beruflicher Aus- und Weiterbildung und Mekka des Handwerks mit überregionaler Leuchtkraft“. Die Gewerbe Akademie biete sich damit in vorbildlicherweise als kompetenter Partner der dualen Ausbildung für die derzeit heiß diskutierte regionale Schulentwicklung an, so Baumann gestern bei der offiziellen Einweihung des Neubaus, zu dem zahlreiche Gäste erschienen waren. Mit dem Neubau setze die Gewerbe Akademie ihre seit Jahren betriebene Innovations- und Sanierungsreihe fort. So könne heute mit den neuesten Fünf-Achs-CNC-Dreh-, Fräs- und Bohrmethoden mit CAD- und CAM-Programmen computerbasiert gearbeitet werden. Zusätzlich zu den jährlichen Ausstattungsinvestitionen von jeweils rund 300 000 Euro sei seit 2007 damit begonnen worden, systematisch eine Werkstatt nach der anderen einer Totalsanierung zu unterziehen. Seit 2008 habe die Gewerbe Akademie ihr Berufsorientierungsangebot für alle Schultypen des Landkreises Lörrach außer Gymnasien von 250 auf mehr als 500 Teilnehmer pro Jahr erweitert. Derzeit durchlaufen laut Arno Baumann jährlich 506 Schüler der achten und neunten Klassen aus 13 Schulen das zweiwöchige Vollzeit-Berufserkundungsprogramm, das vielen Schülern eine völlig neue Berufsperspektive biete und zusätzlich die enge Kooperation mit den allgemeinbildenden Schulen sowie den Fachkräftenachwuchs nachhaltig stärke. Mit dem Erweiterungsbau knüpfe die Gewerbe Akademie an ihre Anfänge 1984 als Berufsbildungszentrum an, als die Stadt der Handwerkskammer Freiburg die Standortfrage durch günstige Konditionen beim Erwerb des Ein wichtiger Modernisierungsschub Baugrundstücks erleichtert habe. „Eine Strategie, welche sich in den aktuell diskutierten Standortüberlegungen zur Errichtung eines Zentralklinikums des Landkreises Lörrach wiederholen könnte und der Stadt Schopfheim als geografischer Mittelpunkt des Landkreises Lörrach gut zu Gesicht stünde“, so Leiter Arno Baumann. Dankbar sei man für die Förderung durch das Land, das 30 Prozent und damit 1,2 Millionen Euro der zuwendungsfähigen Investitionskosten beisteuerte, und dem Bund, der 45 Prozent der Ausgaben schultert. Einen ganz besonderen Dank richteten Baumann und alle anderen Redner an Brigitte Schwarzwälder, die sich mit ihrem unermüdlichen Einsatz als „beispielgebende Verwaltung“ bis nach Stuttgart und Bonn einen Namen gemacht habe. „Einen wichtigen Modernisierungsschub“ nannte Dietmar Stengele, Ministerialrat im wieder neu geschaffenen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, (Leiter Referat Berufliche Weiterbildung) den Umbau der Gewerbe Akademie. Die Förderung zeige, welche Bedeutung Bildung genieße, denn gerade im ländlichen Raum sei dies - auch für kleinere Betriebe - wichtig. Das Ministerium setze sich für eine stärkere Beteiligung an Weiterbildung ein, um dem Trend zum Hochschulstudium eine chancenreiche Alternative entgegensetzen zu können. „Den Meister gab es schon lange vor dem Master, und ein Bachelor ist auch nur ein Geselle“, so Dietmar Stengele, der der Attraktivität des dualen Ausbildungssystems das Wort redete. Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer Freiburg, sprach die „unglaublichen Veränderungen“ im Handwerk an - Stichwort Digitalisierung 4.0. Der Neubau bedeute eine zeitgemäße Aufwertung des Standorts Schopfheim. Nun sei eine noch bessere Schulung möglich. Welch gute Leistung erbracht werde, zeige sich an mehr als 20 Leistungsträgern und einem Bundessieger bei der Handwerkskammer. Es gelte der Ruf an die Politik, viel Geld in Bildung zu investieren. Ehrenkreishandwerksmeister Gerhard Lorenz, einer der Gründungsväter der Gewerbe Akademie, lobte die zukunftsweisenden Entscheidungen von einst und prognostizierte angesichts rückläufiger Lehrlingszahlen, dass Fachkräfte wie die Nadel im Heuhaufen gesucht werden würden. Das Ausbildungssystem sei „Teil deutschen Kulturguts“. Bürgermeister Christof Nitz ging als Festredner auf die Geschichte der Gewerbe Akademie ein, die auf einem 14 500 Quadratmeter großen Grundstück für rund 14 Millionen D-Mark erbaut wurde. Architekt Jürgen Walter und Frank Ganter von der Planungsgesellschaft Rehatec berichteten vom Bauablauf. Zum Abschluss wurde die Gründung einer Kooperationspartnerschaft für Inox-Oberflächenbearbeitung mit der Firma Fein und die Anerkennung zum autorisierten „Trainingscenter Befestigungstechnik“ durch die Firma Fischer gefeiert.

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