Schopfheim Liebe, Gift und Zaubertrank

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Schopfheim (hjh). Kleine und große Leute ließen sich am Freitag in Schopfheims guter Stube vom Theater-Team „Liberi“ verzaubern. Die fantastischen Abenteuer von „Schneewittchen“, „Prinz Fynn“, den sieben Zwergen, der Königin und ihren Helfern hielt das Publikum in Atem, auch wenn die Handlung des Grimm-Märchens aus dem Jahr 1812 stark abwich von dem, was seit vielen Jahren vor allem um die Weihnachtszeit in vielen Varianten über Deutschlands Bildschirme flimmert.

„Entstaubt“ nennen die Theatermacher aus Bochum die Inszenierung um Liebe, Gift, Zaubertrank sowie das berühmte „Spieglein, Spieglein an der Wand“, für die Regisseurin Carolin Pommert verantwortlich zeichnet.

Vielleicht war das „Einstiegsalter“ von vier Jahren etwas hochgegriffen. Ein Blick in die Gesichter der Kinder dieses Alters, die reichlich vertreten waren, genügte eigentlich, um feststellen zu können, dass einige der Knirpse den zweifellos wunderbaren Gesängen der Akteure nicht recht zu folgen vermochten.

Beispiel gefällig? „Steh auf, wenn du was ändern willst. Willst du was ändern, warte nicht lang. Nichts läuft alleine, fang heute an. Du musst beginnen, spür den Drang, denke groß und nicht nur klein: fang jetzt an“, philosophierte Schneewittchen und forderte damit dazu auf, nicht immer gleich kleinbei zu geben.

Ein Ratschlag, der sicherlich ebenso Sinn machte wie die Meinung der bösen Königin: „Mädchen pass auf ja, sonst gibt es gleich was. Zügel die Zunge und spar dir den Hass.“

Da taten die Lacher beim temperamentvollen Auftritt frecher Zwerge, zu denen Schneewittchen nicht wie im Original vom Jäger im Auftrag der Stiefmutter in den Wald gebracht, sondern aus dem Schloss vor der Königen geflohen war, richtig gut.

Am Ende gab es verdienten Beifall für reife Leistungen eines erfolgsverwöhnten Ensembles, das es versteht, sein Publikum über ein paar Stunden vor ausgeklügeltem Bühnenbild mit Können, Tanz, prima Choreografien und viel Humor bei Laune zu halten.

Dazu passen mochte schließlich auch der Abschied des Mädchens Schneewittchen, das am Ende – nachdem es die Attacken der Königen und ihrer Schergen schadlos überstanden hatte - selbstverständlich den „Flynn“ der Geschichte in den Arm nehmen konnte und den Zwergen ihren Zaubertrank, der ewiges Leben garantierte, zurückgeben konnte: „Danke euch, denn das war toll und auch unfassbar echt wie das Leben, denn so ist es eben. Jeder Anfang hat `nen Schlussakkord. Jedes Ende hat ein erstes Wort. Nach dem runter kommt ein hoch hinaus, zwischen Kurven geht es g’radeaus!“

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