Schopfheim Narrenwurm zieht durchs Städtli

Anja Bertsch
Die Straßen dicht gesäumt, dazwischen jede Menge Trubel: Der Fasnachtssonntag in Schopfheim. Foto: Anja Bertsch

Gut zwei Dutzend Gruppen sorgten für mächtige Narrentrubel, hunderte Zuschauer verfolgten das Treiben.

Ordentlich Leben in die Stadt brachte am Sonntagnachmittag der Fasnachtsumzug: Vor allem in der Innenstadt zwischen Marktplatz und Pflugkurve drängten sich die Zuschauer dicht an dicht am Straßenrand, dazwischen sorgten gut zwei Dutzend Gruppen, Wagen und Musiken – ganz überwiegend Eigengewächse aus Schopfheim und seinen Ortsteilen – für mächtig Gewusel.

Die Sädeli-Clique /Anja Bertsch

Buntes Treiben

Ob die Langenauer Holzhauer mit ihren gutmütigen Gesichtern, schaurig heulende Stollewölf aus Schönau oder die Hexenvariationen in unterschiedlichen Grimmigkeitsstufen: An Masken und Häs gab es auch in diesem Jahr einiges zu sehen.

Die Polepostition beim Schopfheimer Umzug gehört traditionell der Aruba-Musik und den beiden Statthaltern: Die Kinder-Version „Leon vo de Füchs“ grüßte sein Fußvolk vom großdimensionierten VW-Käfer herab. Sein erwachsenes Pendant „Marc us de Altstadt“ thronte nochmals einige Meter höher, auf dem Dach des rollenden Rathauses und umschwärmt von zahlreichen Bienlein – Anspielung auf das Imker-Hobby des Narrenchefs.

Marc us de Altstadt Foto: Anja Bertsch

Der Pleitegeier kreist

Die Zahl der von den Zinken kreierten Wagen war in diesem Jahr recht überschaubar, waren aber jeder für sich ein Hingucker. Lärm und Qualm, Ampel hier, Bagger dort und Baugrube da: Der Städtlizinken widmete sich humorvoll dem „Baustellenchaos im Städtli“ – und wo sich die nächste Grube auftut, entscheidet, wenn’s nach ihnen geht, das Glücksrad.

Baustellenchaos, mit dem Glücksrad ausgelost.... /Anja Bertsch

Als Mischung aus Friedhofskapelle und leerstehender Ladenzeile kam das Gefährt des Hexenzinken daher – obenauf der Pleitegeier und aus dem Hintergrund das Lied vom Tod.... „D’Wahl häsch in Schopfe nit – muesch halt chaufe, was es git“, reimten die Hexen angesichts des grassierenden Ladensterbens.

Der Hexenzinken nahm das „Ladensterben“ /Anja Bertsch

Das volle Kontraprogramm zu so viel Depression fuhr der zur Hippie-Kommune mutierte Sternenzinken: Dicke Joints, schillernde Regenbogenfarben und wolkenweise Luftballons: „In de Welt git’s gnueg Hass & Stress. Mir sin für Love, Peace & Happiness“, so die zugehörige Losung.

„Love, Peace und Happiness“ herrscht beim Sternenzinken Foto: Anja Bertsch

Märchenhafte Erscheinung

Märchenhaft ging’s auch beim nächsten Wagen zu: Der Städtlizinken im 66. Jahr, Disney im 100. – Grund genug, den Zinkenwagen als rollendes Märchenschloss zu kreieren – Zinkenvogt Markus Weiß als hinreißende Cinderella obenauf, Panzerknacker, Zwerge und Donald Ducks hintendrein.

Das Märchenschloß des Städtlizinken /Anja Bertsch

Der Aumazinken schließlich widmete sich dem Gastronomen Hans Glöggler und dessen jüngstem Aprilscherz. „De Glöggler Hans isch witt bekannt, bi dem wachse sogar d’Spargle am Stroßerand“.

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