Schopfheim Was bleibt vom eigenen Leben

Schopfheim - Was bleibt vom Menschen, wenn er nicht mehr da ist? „Wir sind überzeugt, dass von jedem Menschen etwas bleibt“, sagt Christoph Zacheus-Hufeisen, Öffentlichkeitsbeauftragter des Kirchenbezirks Markgräflerland und zuständig fürs Fund­raising.

„Was bleibt. Weitergeben. Schenken. Stiften. Vererben.“ heißt denn auch eine Ausstellung, die am 24. Januar in der evangelischen Stadtkirche eröffnet wird.

„Was bleibt - das ist für uns keine Frage, sondern eine Aussage“, so Christoph ­Zacheus. Jeder Mensch habe etwas, das er weitergeben wolle, ein Vermächtnis. Das können materielle, aber eben auch immaterielle Werte sein, die man weitergibt, wie bestimmte Erinnerungen.

Impulse geben, Gespräche in Gang setzen

Auch gesellschaftlich engagierte Menschen hinterließen eine Prägung. Wer zum Beispiel in der Jugendarbeit tätig sei, gebe etwas von seinem Verständnis weiter. Mit der Ausstellung „Was bleibt.“, der sich ein breit gefächertes Begleitprogramm anschließt, sollen vor allem Impulse gegeben und Gespräche in Gang gesetzt werden.

Schatzkästlein mit Lebensgeschichten

Zur Ausstellungseröffnung am 24. Januar in der Stadtkirche wird es an sieben Stationen in Form von Stellwänden und Tischen um Erinnerungen von Menschen gehen. Das Leitmotiv bilden unterschiedlich gefüllte Schatzkästchen – Schatzkästlein mit Lebensgeschichten.

So wird eine Schallplatte gezeigt und vermittelt, welche Erinnerungen damit einst verbunden waren. Oder es geht um das Geheimrezept der Oma für einen Apfelkuchen, eine Kamera, einen bestimmten Löffel oder ein Bild - welche Momente im Leben sind wohl damit verbunden?

Anregung zum Nachdenken über das eigene Vermächtnis

Menschen sollen angeregt werden, über ihren letzten Willen, ihr Vermächtnis nachzudenken - nicht erst wenn ein bestimmtes Alter erreicht ist. Die Kirchengemeinde ist sich bewusst, dass ein Tabuthema angeschnitten wird, wenn es um den Tod geht. „Wir wollen es aber aus der Tabu-Ecke herausholen“, sagt Gemeindediakonin Uschi Schmitthenner.

Je früher eine Familie im Gespräch kläre, was zum Beispiel die sterbende Mutter wolle, desto besser. Für die Angehörigen sei es leichter, wenn darüber geredet worden sei, unterstreicht auch Pfarrerin Beate Schmidtgen, Leiterin der evangelischen Erwachsenenbildung Hochrhein-Markgräflerland.

Den Tod "aus der Tabu-Ecke herausholen“

„Was bleibt.“ knüpft an die Ausstellung „Trost“ an, die im vergangenen Jahr in der Stadtkirche zu sehen und mit ihrem Rahmenprogramm auf große Resonanz gestoßen war. Mit der jetzigen Ausstellung „Was bleibt“ wolle man nun dazu anregen, sich bewusst zu werden, dass von jedem Menschen etwas bleibe, sagt Christoph Zacheus-Hufeisen. Jeder Mensch könne überlegen, wo er seine Spuren hinterlassen wolle.

Auch das formale Gestalten des letzten Willens, des letzten Lebensabschnitts, sei wichtig. Deshalb gebe es auch einen Fachvortrag mit Infos zur Testamentsgestaltung.

Die Ausstellung thematisiere auch die Frage nach der Verwendung des eigenen Nachlasses. Kirchen und soziale Einrichtungen der Diakonie gäbe es ohne die Vermächtnisse großzügiger Bürger nicht, hieß es. Für viele Arbeitsfelder würden finanzielle Zuwendungen benötigt.

Die Ausstellung „Was bleibt.“ wird vom 24. Januar bis 10. Februar täglich von 14 bis 17 Uhr in der evangelischen Stadtkirche gezeigt.

Ausstellungseröffnung:

Die evangelische Erwachsenenbildung Hochrhein-Markgräflerland, die evangelische Kirchengemeinde Schopfheim und das Georg-Reinhardt-Haus laden zur Ausstellungseröffnung am Freitag, 24. Januar, um 19 Uhr ein. Prälatin Dagmar Zobel und Ulrich Delhey (Hanna und Paul Gräb-Stiftung) werden zum Auftakt der Themenreihe sprechen. „Was bleibt.“ ist eine Wanderausstellung der evangelischen Landeskirche in Baden.

Weitere Veranstaltungen: Sonntag, 26. Januar, 10 Uhr Gottesdienst „Schatzkästchen des Lebens - Ich bin gewiss, dass etwas bleibt“ (Pfarrer Martin Schmitthenner); Freitag, 31. Januar, 19 Uhr Segnungs- und Salbungsgottesdienst „Vom Aufblühen und Starkmachen“ (Uschi Schmitthenner, Martin Schmitthenner und Barbara Rummel); Sonntag, 2. Februar, 10 Uhr Gottesdienst mit Dekanin Bärbel Schäfer; Dienstag, 4. Februar, 19 Uhr Vortrag „Was bleibt.“ (Rechtsanwältin Karin Schwarz-Marty über Testament, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung); Freitag, 7. Februar, 19 Uhr „Großmutters Geheimrezepte - an was wir uns erinnern“ (Uschi Schmitthenner und Team; kulinarische Leckerbissen wechseln sich mit Erinnerungsgeschichten und musikalischen Beiträgen ab. Anmeldung erbeten unter Tel. 07622/4045, E-Mail: schopfheim@kbz.ekiba.de); Samstag, 8. Februar, 18 Uhr geistliche Abendmusik mit der Kantorei Schopfheim; Sonntag 9. Februar, 10 Uhr Gottesdienst „Alles umsonst? Worauf es wirklich ankommt“ (Pfarrerin Beate Schmidtgen).

Alle Veranstaltungen sind in der evangelischen Stadtkirche, der Eintritt ist frei.

Musikalisch beteiligt sind Kirchenmusikdirektor Christoph Bogon, der Pop- und Gospelchor Resonance of Life, Ina Schabbon, Angelika Müssel sowie die Kantorei Schopfheim.

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