Das war ein Einstand nach Maß: Die rund 30 Mitglieder des SPD-Ortsvereins, die am Mittwochabend zur Generalversammlung in den „Kranz“ gekommen waren, sicherten Thomas Gsell die volle Unterstützung im Bürgermeisterwahlkampf zu.

Von Petra Martin

Schopfheim. Der parteilose Kandidat, der seit 14 Jahren für die SPD im Gemeinderat sitzt, hatte als erster seinen Hut für die Bürgermeisterwahl im Herbst in den Ring geworfen. Gsell sei ein „toller, konstruktiver Fraktionsvertreter, und als Bürgermeisterstellvertreter macht er eine super Figur. Er weiß, worum es geht“, appellierte Fraktionsvorsitzender Artur Cremans an die Genossen: Es gelte jetzt, Flagge zu zeigen für Thomas Gsell. „Bitte helft ihm, wo ihr könnt.“

„Ich orientiere mich an den Anliegen der SPD“

Die Ausgangslage sei diesmal besser als vor acht Jahren, als die SPD auch einen parteieigenen Kandidaten aufgestellt hatte, so dass es mit Gsell zwei Bewerber gegeben hatte, sagte Cremans. Thomas Gsells Ergebnis von damals - 41,6 Prozent im zweiten Wahlgang - sei indes eine gute Basis für die anstehende Wahl.

Thoms Gsell, der das Ergebnis zu übertreffen hofft, stellte sich den Ortsvereinsmitgliedern vor: „Ich orientiere mich an den Anliegen der Fraktion.“ Die SPD-Themen seien auch seine Themen. Oberste Priorität habe etwa die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum. Falsche Versprechungen könne er indes nicht machen, hob Gsell die Grenzen des städtischen Handlungsspielraums hervor. Es sei der Eigentümer, der über das Wohnen auf seinen Grundstücken bestimme. Allerdings könne die Stadt den Finger auf ihre eigenen Bauflächen legen und dafür sorgen, dass sozialer Wohnraum entstehe. Dies halte er auch für eine Grundaufgabe der Stadt, betonte Gsell, nachdem aus den Reihen der Mitglieder eindringlich erklärt wurde, ein paar bezahlbare Wohnungen reichten bei weitem nicht aus.

Neben dem großen Thema Wohnungsbau war den Mitgliedern auch die ärztliche Versorgung wichtig. Es sei Aufgabe der Stadt, entsprechende Konditionen für die Ansiedelung von Medizinern zu schaffen, unterstrich Gsell, der freilich einwarf, unabhängig von diesem Thema werde ein neuer Bürgermeister die Welt nicht auf den Kopf stellen, gleich wer dieser sein werde. Die Entscheidungen würden nämlich nicht vom Bürgermeister getroffen, sondern vom Gemeinderat.

Auch der geplante Kindergartenbau auf dem Oberfeldplatz wurde angesprochen. Er habe hierzu eine klare Meinung, so Gsell. Er befürworte den Bau, da Kindergartenplätzen „absolut notwendig“ seien und der Bolzplatz trotz des Baus erhalten bleibe.

Klare Meinung zum Oberfeld-Kindergarten

Eine zusätzliche Bebauung würde es dort nicht geben. In Schopfheim würden sich oft Bürgerinitiativen gründen; die Frage sei, ob diese Interessen die Mehrheitsmeinung der gesamten Stadt abbilden.

Hans-Jörg Klein sprach die Haushaltssituation der Stadt an; hier habe der Amtsinhaber stets viel Fortune gehabt. Thomas Gsell betonte, die Einnahmenseite müsse erhöht werden. Das werde die Hauptaufgabe des neuen Bürgermeisters und des 2019 neu zu wählenden Gemeinderats darstellen. So stehe er persönlich zum Campus, so Gsell, doch aufgrund der Finanzlage der Stadt habe er auch Bauchschmerzen. Auch das Freibad werde aufgrund seines Reparaturbedarfs Thema sein.

Einstimmig votierten die Mitglieder für die Unterstützung bei der Bewerbung von Thomas Gsell, dem abschließend ein Riesenapplaus galt. „Ich freue mich über den Rückhalt und gehe frohen Mutes in den Wahlkampf.“