Schopfheim Ute Zeh: „Es ist gut jetzt“

Kehrt dem Gemeinderat den Rücken: Ute Zeh (CDU). Foto: zVg

Schopfheim - Paukenschlag bei der CDU: Ute Zeh legt ihr Mandat im Gemeinderat nieder. Die Fraktionsvorsitzende reichte zum Jahreswechsel schriftlich ihren Antrag zum Ausscheiden aus dem Stadtparlament ein.

„Es ist eine rein persönliche Entscheidung für mich“, bestätigte UteZeh entsprechende Informationen unserer Zeitung.

Über ihren Antrag muss der Form halber allerdings noch der Gemeinderat entscheiden. Laut Gemeinderordnung ist für das Ausscheiden ein „gewichtiger Grund“ vorzuweisen. Der ist beispielsweise erfüllt, wenn jemand bereits zehn Jahre oder länger im Ehrenamt kommunalpolitisch aktiv war – für Ute Zeh ein Kinderspiel.

Kurz vor dem Jahresende hat die scheidende Stadträtin auch die offenbar verdutzten Fraktionskollegen über ihre Entscheidung informiert. „Die waren alle sprachlos“, berichtet sie.

Ganz aus heiterem Himmel kam der Entschluss für die 55-Jährige freilich nicht. „Ich habe mir schon länger Gedanken gemacht“, räumt sie ein. Gesundheitliche Gründe spielten dabei ebenso eine Rolle wie die Tatsache, dass sie bereits seit rund 35 Jahren kommunalpolitisch im Einsatz sei.

21 Jahre war Zeh nicht nur Ortschaftsrätin in Eichen, sondern zusätzlich auch noch zehn Jahre Ortsvorsteherin im Teilort. Seit 2014 vertrat sie die CDU im Gemeinderat. Als Nachfolgerin von Heidi Malnati übernahm sie im Sommer 2018 den Vorsitz ihrer Fraktion.

„Es ist einfach gut jetzt“, meint Ute Zeh. Wenn sie etwas anpacke, wolle sie dies zu 100 Prozent tun. Das falle ihr zunehmend schwerer. Sie macht dabei keinen Hehl daraus, dass es ihr zuletzt immer seltener gelang, sich mit den aktuellen Entwicklungen und der einen oder anderen Entscheidung abzufinden. Sie könne einfach nicht alles Fünfe grad sein lassen, sondern habe manchen Frust aus dem Ratsaal mit nach Hause genommen. „Mich wurmt’s halt einfach“, gibt sie zu.

Obwohl in der CDU fest verankert, sah sich Ute Zeh bei ihrem kommunalpolitiuschen Engagement selbst nie in erster Linie der Partei verpflichtet. „Mir geht’s immer um die Stadt“, betont sie.

Das Feld in der Fraktion sieht sie „gut bestellt“. Nach ihren Worten übernimmt als Nachfolger Jeannot Weißenberger den Vorsitz, als Stellvertreter fungiert künftig Thomas Kuri. Ute Zehs Platz am Ratstisch könnte Mark Leimgruber einnehmen. Er landete bei der Kommunalwahl vor zwei Jahren mit 2532 Stimmen auf Platz sechs der CDU-Liste und ist damit erster Nachrücker – vorausgsesetzt, er nimmt das Mandat an.

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