Schopfheim Von den Tücken der Ticket-Technik

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Karl Argast und Jost Noller (rechts) von IG Pro Schiene vor dem Fahrkartenautomaten am Bahnhof Schopfheim. Foto: Hans-Jürgen Hege

Die Tücken mit dem Ticket: „Also fahren wir doch einmal von hier zum Flughafen in Basel“, schlägt Karl Argast an einem der ungeliebten DB-Fahrkartenautomaten am Bahnhof vor.

Schopfheim . Der ehemalige Fahrdienstleiter und heutige Vorsitzende der IG Pro Schiene beginnt ein Fingerspiel, mit dem selbst er auf dem Weg zum Ziel, der Fahrkartenausgabe, noch immer das eine oder andere Problemchen hat.

In diesem Fall lautet das Problem, dass sich bei der Eingabe des Fahrziels „Flughafen“ oder nur „Airport“ zunächst mal gar nichts rührt. „Euro-Airport“ ist das Zauberwort, das die Türe einen Spalt öffnet, die nach drei oder vier weiteren Fingertipps ganz aufgeht. Das dann aber richtig. „Sogar die Weiterfahrt von Basel SBB mit dem Bus zum Flughafen ist mit dem Ticket möglich“, sagt Argast fast ein wenig stolz, weil er die Hürde im zweiten Anlauf souverän genommen hat.

Wie aber geht das Menschen, die – meist in Eile – auf dem Bahnsteig vor dem Koloss stehen, dessen Bildschirm im Sonnenlicht glänzt und Buchstaben oder Zahlen nur schwer erkennen lässt?

Kurs direkt vor Ort

Antworten auf diese Fragen wollen Karl Argast und der Fahrgastverband IG Pro Schiene vor Ort geben – in einem Kurs direkt am Fahrkartenautomaten am Bahnhof Schopfheim, und zwar am Freitag, 1. Juli, ab 18 Uhr. Mit einem solchen Angebot hat der Fahrgastverband in Zusammenarbeit mit der VHS Oberes Wiesental am Bahnhof in Zell bereits gute Erfahrungen gemacht.

Auch in Schopfheim wollen Argast und Pro Schiene die Fahrgäste mit den Tücken der Technik vertraut machen und Nutzern so vor allem die Angst vor dem Unbekannten nehmen.

„Fehler kann man zwar machen, aber die haben keinerlei negative Folgen“, versichert Argast, zumindest nicht für den eigenen Geldbeutel, denn bei Fehlern kommt ohne Geld kein Ticket raus.

Die IG will sich aber nicht damit begnügen, Bedien-Hinweise zu geben, sondern auch Licht ins schier undurchdringliche Dickicht der Tarife der Bahn zu bringen. Denn auch in dieser Beziehung bestehe sehr viel Nachhol- und wohl auch Redebedarf.

Von Service keine Ahnung

„In Potsdam sitzen DB-Verantwortliche, die keine Ahnung haben, wie man Service oder Kundendienst schreibt“, ärgert sich Karl Argast über das Informationschaos, das oft auch Bahnmitarbeiter überfordert.

Aber auch im Bereich des RVL laufe nicht alles so, wie es sich die IG vorstellt. So koste die Fahrt vom Zeller Bahnhof um ein paar Ecken nach Schopfheim mehr Geld als von Zell mit dem Bahnbus auf den Feldberg. Darüber müsse man ebenso diskutieren wie über Möglichkeiten, den Kunden die Bedienung der Automaten zu vermitteln.

Er stelle immer wieder fest, wie groß der Hilfsbedarf sei. Deshalb sei es notwendig, dass der Landkreis für geschultes Personal sorgt, das zu bestimmten Zeiten für Informationen zur Verfügung steht.

Beim Info-Angebot in Schopfheim hoffe er auf großen Zuspruch. Er selbst könne danach aber auf keinen Fall regelmäßig zwischen Zell und der Markgrafenstadt pendeln und an beiden Orten Lehrstunden geben.

„Ich weiß, dass wir mal wieder dicke Bretter zu bohren haben“, sagt Argast mit Blick viele zurückliegende Jahre, in denen er und seine Mitstreiter wie Jost Noller oder Dietmar Maldacker gegen Windmühlen kämpften, nicht immer mit Erfolg.

Kontakt zum Seniorenbüro

Auch aus diesem Grund hat er jetzt erste Kontakte mit Dagmar Stettner vom Seniorenbüro geknüpft, die ihrerseits reges Interesse an einer Zusammenarbeit zeigt. Dies bezieht sich nicht nur auf den Umgang mit den Fahrkartenautomaten, sondern auch auf eventuell regelmäßige Info-Veranstaltung zum Thema Tarife. Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit sind bereits geplant.

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