Schopfheim Wenn die Autos draußen bleiben

So könnte es in der Innenstadt aussehen, wenn der Verkehr, der vor allem am Samstag beständig fließt, ausgesperrt würde. Foto: zVg Foto: Markgräfler Tagblatt

Schopfheim (jab). Treffpunkt Innenstadt an einem Samstagmorgen: Einkauf, Schwätzchen, ganz Schopfheim scheint auf den Beinen, und wer seine Besorgungen erledigt hat, setzt sich vielleicht noch ins Café. Das ist ganz nett, aber: Mittendurch und dran vorbei drängen und schleichen die Autos dicht an dicht. Wie es auch ganz anders gehen könnte, veranschaulichte die „Bürgerinitiative verkehrsfreie und attraktive Innenstadt“ vorgestern an einem eben solchen Samstag auf dem Marktplatz.

Mit Hilfe einer Computersimulation auf großformatigem Bildschirm lud die Bürgerinitiative zum virtuellen Rundgang durch eine autofreie Innenstadt ein. Zahlreiche Interessierte flanierten (virtuell) mit und ließen sich von den Zukunftsentwürfen einer zum verkehrsfreien Lebens- und Kommunikationsraum umgestalteten Innenstadt begeistern; die Statements fielen ganz überwiegend positiv aus. Gerade Familien mit Kindern gefiel die Idee einer autofreien Innenstadt.

Aus verschiedenen Richtungen und Blickwinkeln zeigten sich Markt- und Lindenplatz, die Haupt- und die Wallstraße in insgesamt 28 Szenen in völlig neuem Gewand: Die Hauptstraße schon auf Höhe des Marktplatzes von Bistrotischen statt von Autos belagert, mit großflächig-bunt gemusterter Pflasterung ein echter Hingucker. Rund um den Kronenbrunnen ein Platz von ungeahnter Weiträumigkeit. Der Marktplatz selbst mit einem Springbrunnen als zentralem Bezugspunkt in der Mitte, Bänke drum herum, eine Kulturbühne in der einen Ecke, ein Schachbrett in der anderen, daneben ein Sandkasten - und überhaupt um einiges grüner.

Farbenfroh soll die Neugestaltung sein, freundlich und einladend. Und sie soll das Leben, das Treffen und die Kommunikation in die Innenstadt holen - „einen südlichem Lebensstil“, wie Uwe Gerber die Vision der Bürgerinitiative umschreibt.

Dazu gehört zum einen die Umgestaltung des öffentlichen Raums und die Verbannung der Autos; als ersten Schritt visiert die BI einen autofreien Lindenplatz und eine Fußgängerzone zwischen Hebel- und Adolf-Müller-Straße an. Im selben Atemzug müssten Gastronomie, Gewerbe, Dienstleistungen und Kultur gestärkt werden, macht Uwe Gerber deutlich. Dazu sind Impulse von öffentlicher Seite denkbar, ebenso jedoch auch Initiativen der Geschäfte, der Gastronomie und natürlich der Bürger selbst: Vorträge und Kulturveranstaltung wie sie jetzt schon regelmäßig in den beiden Buchhandlungen stattfinden zum Beispiel - oder wie sie in einer Volkshochschule selbstverständlich sind: Diese nämlich wünscht sich die Bürgerinitiative mit all ihrem Publikumsverkehr und ihrem vielfältigen kulturellen Angebot in das ehemalige Bezirksamt an der Stirnseite des Marktplatzes: „Dieses zentrale Gebäude sollte ein Dienstleistungs- und Kulturhaus für die Bürger werden“, erklärt Uwe Gerber hierzu. Während Bürgerbüro und Touristeninformation aus dieser Warte natürlich weiterhin am richtigen Ort sind, könnten die sonstigen hier residierende Stadtverwaltungsbüros in einem eigenen Verwaltungsgebäude auf dem ehemaligen Busbahnhof-Areal ihren Platz finden.

Dass all dies seine Zeit brauchen würde, ist der Bürgerinitiative klar: „Wir sprechen hier von 20, 30 Jahren, in denen die Innenstadt nach und nach ihr neues Gesicht bekäme“, erläuterte Gerber.

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