Schopfheim Wintersport „ein Dorn im Auge“

Schopfheim - Das Virus ist weiter auf dem Vormarsch: In der Markgrafenstadt steigen die Corona-Zahlen ungebremst weiter. Seit Beginn des zweiten Lockdowns am 16. Dezember steckten sich 260 Menschen neu an. 448 Kontaktpersonen mussten sich zusätzlich in Quarantäne begeben.

Seit Anfang Oktober haben sich somit insgesamt 478 Schopfheimer mit Covid-19 infiziert. 1079 Personen weilten in diesem Zeitraum in Quarantäne.

Diese Zahlen gab Bürgermeister Dirk Harscher gestern anlässlich eines Pressegespräches bekannt, nachdem der Corona-Stab der Verwaltung erstmals im neuen Jahr im Rathaus getagt hatte.

In erster Linie habe die Gruppe die jüngsten Coronabeschlüsse der Bundes- sowie der Landesregierung beraten, erklärten das Stadtoberhaupt und Fachbereichsleiter Jürgen Sänger.

Gesprächsbedarf lieferte vor allem die Ankündigung von Ministerpräsident Wilfried Kretschmann, wonach die Grundschulen ab 18. Januar wieder öffnen sollen – „sofern die Inzidenzwerte dies zulassen“. Dieser Halbsatz sei ein bisschen problematisch, so Sänger, weil nicht klar sei, welcher Wert genau gelte. Die Frage bleibe deshalb offen, bis die Landesregierung voraussichtlich am 15. Januar genaue Zahlen liefere.

Notbetreuung in gewohntem Umfang

Dessen ungeachtet will die Stadt ab kommender Woche ihre Notbetreuung an Schulen und Kindergärten im gewohnten Umfang aufrecht erhalten. Entsprechende Formulare hat sie nach Angaben von Jürgen Sänger bereits an die Eltern versandt.

Vor den Weihnachtsferien nahmen an der Friedrich-Ebert-Schule drei Kinder die Notbetreuung in Anspruch, an der Hebelschule deren zwei, an der Max-Metzger-Schule zwischen fünf und zwölf Kindern, an der Grundschule Fahrnau deren 17 und an der Grundschule Langenau zwei. An der Grundschule in Wiechs sowie am THG war die Nachfrage gleich null.

Im Rathaus rechnet man für die kommenden Wochen indes mit einem höheren Bedarf als vor den Weihnachtsferien. „Wer Betreuung braucht, wird sie kriegen“, verspricht der Bürgermeister. Eine Obergrenze habe die Stadtverwaltung nicht festgelegt. Erst wenn die Betreuungskapazitäten ausgeschöpft seien, kämen solche Eltern bevorrechtigt zum Zug, deren Arbeit systemrelevant sei.

Zufrieden mit der Disziplin

Sehr zufrieden zeigte sich Dirk Harscher mit der Disziplin der Stadtbewohner über die Feiertage. Nur in den ersten Tagen des Lockdowns habe man „vereinzelte Verstöße“ gegen die Corona-Beschränkungen festgestellt, über Weihnachten und zum Jahreswechsel hingegen seien von Seiten der Ordnungshüter „keine Klagen“ zu vernehmen gewesen.

Einen kleinen „Dorn im Auge“ stelle indes der Wintersport in Gersbach dar, so der Bürgermeister. Den Spaß wolle zwar niemand verbieten, so Harscher, weil vor allem Familien mit Kindern „mal raus müssen“. Aber er appelliere dringend an alle, die Straßen im Bergdorf freizuhalten und an den Rodelhängen auf Abstand zu achten. Da am kommenden Wochenende schönes Wetter zu erwarten sei, werde die Stadt entsprechende Schilder aufstellen. Auch die Polizei werde punktuell Streife fahren.

Trotz des verschärften Lockdowns ab kommendem Montag will die Stadt die Rathäuser offen halten. Das gilt auch für das Bürgerbüro, wo in den vergangenen Wochen großer Andrang herrschte. „Aber das lief nach Auffassung der Mitarbeiter alles sehr diszipliniert ab“, betont Jürgen Sänger.

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