Schopfheim „Wir wollen nicht elitär sein“

Schopfheim - Auf eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht, blickt der Kiwanis-Club Wiesental zurück. Der Verein feierte jüngst sein zehnjähriges Bestehen. In dieser Zeit haben die Mitglieder sage und schreibe rund 90 000 Euro an Spendengeldern bereit gestellt. Empfänger sind Organisationen, die sich für Kinder einsetzen.

Zehn Jahre Kiwanis-Club Wiesental ist ein Grund für die Mitglieder, Bilanz zu ziehen und den mannigfaltigen Einsatz Revue passieren zu lassen. „Das weltweite Motto aller Kiwanis-Clubs laute ’Serving the children of the world’“, so Jürgen Weyh, derzeit Vizepräsident der Wiesentäler Gruppe beim Pressegespräch im Forum der Sparkasse Wiesental.

„Wir haben das Motto angepasst und unterstützen Vereine und Organisationen in unserer Region, die sich für das Wohl von Kindern und Jugendlichen einsetzen, die von offizieller Seite keine oder nur unzureichende Hilfe zur Erfüllung ihrer Aufgaben erhalten.“ Einzelpersonen würden nicht unterstützt. „Wir wenden uns an Organisationen, denn die wissen besser, wo Bedarf besteht“, so Jürgen Weyh.

Die Gruppierungen stellen sich bei den monatlichen Clubabenden vor, danach werde entschieden, ob sie Unterstützung erhalten und welcher Betrag als Spende in Frage kommt. In den zehn Jahren des Bestehens seien so mehr als 20 Organisationen gefördert worden, einige davon mehrmals. Von Anfang an wurde der Kinderschutzbund bedacht, der schon mehrere Male eine Spende erhalten habe.

Zu den Spendenempfängern gehören unter anderem auch das Projekt „Babylotse“ des St. Elisabethen-Krankenhauses, der Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst, die Schopfheimer Tafel, Schulen, die Frauenberatungsstelle Lörrach, die Michael-Gemeinschaft, Interplast und „Tempus Fugit“ - die Theatergruppe erhält regelmäßig eine Geldspritze für Aufführungen im Rahmen des Gewaltpräventionsprojekts „My space“.

Mit elf Personen begann die Erfolgsgeschichte des Kiwanis-Clubs Wiesental, dessen „Pate“ der Lörracher Club gewesen ist, 2008 habe das erste Treffen stattgefunden, die formelle Gründung sei im Oktober 2009 mit der Charterfeier begangen worden, berichtet Gründungspräsident Holger Jenisch. Derzeit gehörten dem Club 29 Menschen an, die Mitgliederzahl habe sich also verdoppelt.

Mitgliederzahl hat sich verdoppelt

Der Club ist auch überregional und international tätig, so wird „Eliminate“ unterstützt, ein internationales Projekt mit Unicef zur weltweiten Beseitigung von mütterlichem und frühkindlichem Tetanus. „Wir sind Teil einer solidarischen Gemeinschaft“, weist Jürgen ­Weyh auf das vielseitige Engagement des Kiwanis-Clubs Wiesental hin.

Kiwanis Wiesental tritt aber nicht allein als Spendenüberbringer auf. Vielmehr engagierten sich die Mitglieder zusätzlich persönlich in der Betreuung von Kindern, unterstreicht Jügen Weyh. So bringen sich die Mitglieder beim städtischen Kinderferienprogramm mit eigenen Aktivitäten ein, etwa einst bei der beliebten Zirkuswoche oder dem Indianercamp. „Die Betreuung ist unser zweites Standbein“, sagt ­Weyh.

Auch beim „Sommersound“ ist der Kiwanis-Club seit Beginn mit von der Partie: Die Mitglieder betreiben den Wein- und Sektstand - der Nettoerlös wird gespendet. Ohne Abzüge übrigens, wie immer in voller Höhe, wie Weyh betont.

Gerne besucht wird die Benefiz-Gala, die bislang zweimal in der Stadthalle mit jeweils rund 300 Gästen erfreute und gemeinsam mit anderen Organisationen wie den Rotariern und der Bürgerstiftung Mittleres Wiesental über die Bühne ging, wie Georg Ückert sagt. Als Konkurrenz würden diese Organisationen nicht gesehen, macht Jürgen Weyh deutlich.

Weil die Bekanntheit des Kiwanis-Clubs in den vergangenen Jahren stetig gewachsen sei, spendeten auch immer mehr Menschen Geld, ohne Mitglied zu sein. Sie wüssten, dass das Geld gut angelegt sei und getreu dem Club-Motto den Kindern diene.

Derzeit ist Nicole Grether Präsidentin – die Amtsinhaber sind übrigens jeweils nur für ein Jahr gewählt. Der stetige Wechsel ist gewollt: Dadurch gebe es Vielfältigkeit und Dynamik, „es entstehen neue Impulse. Wir sind breit aufgestellt an Inhalten und offen für alle Berufsgruppen“, so Jürgen Weyh. Keinesfalls halte sich Kiwanis für eine elitäre Gruppe.

„Wir wollen nicht elitär sein, das ist Unsinn“, sagt Jürgen Weyh. Es müsse menschlich passen, und es gehe nicht darum, sich persönlich zu profilieren, sondern um das gemeinsame Vereinsziel, sich für Kinder zu engagieren. So habe zum zehnjährigen Bestehen auch nur eine interne Feier in legerem Rahmen stattgefunden, das Geld solle lieber im Sinne des Vereinsziels eingesetzt werden.

Für das Wohl von Kindern im Einsatz

Die Mitglieder haben ihren festen Platz, in der Gesellschaft, lebten in heilen Strukturen, wüssten aber um die sozialen Strukturen im Umfeld, erläutert Gründungspräsident Holger Jenisch. In den zehn Jahren des Club-Bestehens hätten die Mitglieder Einblick in die Arbeit zugunsten von Kindern erhalten, die der Unterstützung bedürfe: „Das eigene Lernen ist ein wichtiger Faktor“, so Jenisch.

Ausnahme-Sportlerin Nicole Grether hat als Präsidentin ihre Ideen mit eingebracht – das Jahresprogramm steht, und der Club nimmt Kurs auf die nächsten Jahre.

Gründungsdatum: 30. November 2008, Charterfeier (offizielle Aufnahme in Kiwanis international): 17. Oktober 2009.

Mitgliederzahl aktuell: 29.

Clubpräsidenten seit Gründung: Holger Jenisch (Gründungspräsident), Angelika Trefzer, Dieter Schwald, Georg Ückert, Wolfgang ­Stocker, Stefan Klever, Elke Zimmermann-Fiscella, Heidi Malnati, Jürgen Weyh, Heike Smarje, Nicole Grether.

Mitgliedsbeitrag: 250 Euro im Jahr.

www.kiwanis-wiesental.de

Spendenkonto: Sparkasse Wiesental: IBAN DE54 6835 1557 0003 2463 52.

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