Schopfheim Wolfgang Stocker ist neuer Präsident

Schopfheim (hf). Einen turnusmäßigen Wechsel in der Präsidentschaft gab es bei Kiwanis Wiesental in der Hauptversammlung, die am Freitag im Forum der Sparkasse stattfand. Georg Ückert, der im Club Wiesental der Kiwanis vier Jahre als Schatzmeister und ein Jahr als Präsident gewirkt hatte, gab die Präsidentschaft für das kommende Jahr an Wolfgang Stocker weiter.

Als letzte Amtshandlung gab Georg Ückert einen Überblick über die Aktivitäten des Clubs im abgelaufenen Jahr. Neben zahlreichen Vorträgen und Veranstaltungen, die der Club durchgeführt hatte, konnten aus den Mitteln des Clubs wichtige Aktivitäten gefördert werden. Georg Ückert erinnerte besonders an die Spenden für Jugendzentren in der Region, das Theater Tempus fugit mit seinem Programm „My Space“ sowie die Finanzierung der einer Praktikantenstelle am Sozialpädagogischen Kindergarten Hauingen. Der scheidende Präsident dankte allen Mitgliedern, besonders aber dem Vorstandsteam, für die allzeit starke Unterstützung.

„Als neues Mitglied im Vorstandsteam habe ich ein angenehmes und tolles Jahr verlebt“, eröffnete Wolfgang Stocker seine Ansprache als neuer Präsident. Bei seinem Ausblick auf die kommende Amtsperiode knüpfte Wolfgang Stocker an den originären Gedanken von Kiwani an, sich aktiv für das Wohl von Kindern und der Gemeinschaft einzusetzen.

Getreu dieser Idee sind auch die weiteren Aktivitäten des Clubs ausgerichtet. „Neben unseren traditionellen Veranstaltungen haben wir wieder ein interessantes und attraktives Veranstaltungsprogramm zusammenstellen können“, sagte Wolfgang Stocker. Besonders freute sich der neue Präsident, dass sich bereits ein Kandidat für die nächste Präsidentschaft gefunden hatte. Einstimmig bestätigte die Versammlung die Wahl von Stefan Klever zum nächsten Präsidenten. Zum Abschluss des offiziellen Teils der Hauptversammlung bedankte sich das Vorstandsteam mit einem Präsent bei Georg Ückert für das große Engagement während seiner Wirkung im Vorstand.

Im Anschluss an die Hauptversammlung lud der Kiwanis-Club Wiesental zu einer Informationsveranstaltung mir Justizminister Rainer Stickelberger ein. Auf Einladung und Anregung von Wolfgang Stocker sprach der Justizminister über das Thema „Gerechte Sache? Jugendkriminalität zwischen Prävention und Intervention“. Um ein Thema wie die Jugendkriminalität, das bisweilen auch recht emotional diskutiert wird, in einen realen Rahmen zu stellen, legte Rainer Stickelberger zu Beginn seiner Ausführungen einiges Zahlenmaterial vor, aus dem unter anderem hervorgeht, dass in Baden-Württemberg zur Zeit nur 450 Jugendliche als straffällig „weggesperrt“ sind.

„Man muss aber bedenken, dass Strafe oder Strafvollzug Maßnahmen sind, die recht spät greifen und bei denen man sich fragen darf, ob eine ‚Lebensbahnkorrektur‘ bei diesen Jugendlichen noch möglich ist“, so Rainer Stickelberger. In diesem Zusammenhang informierte der Justizminister über ein neues Konzept „Häuser des Jugendrechts“, in denen Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendhilfe und Schulsozialarbeit zusammen wirken. Ziel ist hierbei, die Aufarbeitung der Straftaten durch Nähe zum Jugendlichen, verbunden mit einer Vorbereitung auf den Übergang in die Freiheit. Hierzu gehört weiter, dass den Jugendlichen die Möglichkeit gegeben wird, Schulabschlüsse nachzuholen oder einen Beruf zu erlernen.

Um das Straffälligwerden zu verhindern, müsse das Augenmerk vor allem auf die Prävention gelegt werden. Und hier komme der Verantwortung der Familie, der Schule und des Umfelds eine große Bedeutung zu. Natürlich nehme auch das Land durch die Förderung von Schulsozialarbeit, von Streetworkern oder Präventionsprogrammen seine politische Verantwortung wahr.

„Eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen guten Lebensweg ist ein guter Bildungsabschluss“, betonte der Justizminister. „Wir versuchen in Baden-Württemberg mit der als Ganztagsschule geführten Gemeinschaftsschule hierzu einen positiven Beitrag zu leisten“, erklärte Rainer Stickelberger.

An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an, bei der es den Anwesenden vor allem darum ging, wie junge Menschen in ihrem Lebensweg gestützt werden können, so dass sie zusätzlich zu den zu erreichenden Abschlüssen befähigt werden können, Verantwortung zu übernehmen, um zum Beispiel eine Familie zu gründen.

„Häufig fehlt den Jugendlichen ein geordneter Lebensweg, eine geordnete Lebensstruktur“, merkte ein Teilnehmer der Diskussion an. Es sei zu überlegen, ob nicht viel mehr „alltägliche“ Angebote wie Kochen, Hauswirtschaft oder Umgang mit Geld in die Bildungslandschaft integriert werden müssten.

Zum Schluss der Veranstaltung waren sich die Teilnehmer einig, dass Prävention in der Familie beginnen muss, aber ohne begleitende Maßnahmen in den Bildungseinrichtungen nur schwer zu leisten ist.

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