Schopfheim Ziel: „Mehr Leben in die Altstadt“

BI-Mitbegründer Hubert Probst im Gespräch mit Landtagsabgeordnetem Josha Frey und Bürgermeister Dirk Harscher. Foto: Hans-Jürgen Hege Foto: Markgräfler Tagblatt

Schopfheim (hjh). Dirk Harscher will „die Stadt zukunftsfähig“ machen. Der Bürgermeister hält es tatsächlich für möglich, den unterschiedlichsten Interessengruppen klar machen zu können, dass auf dem langen Weg dahin kein Platz sei für Eigeninteressen.

„Es geht einzig und allein um die Zukunft unserer Stadt im Interesse aller Bürger“, sagte Harscher im Rahmen einer Info- und Diskussionsrunde, zu der die BI „Attraktive verkehrsfreie Innenstadt“ anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens am Samstag auf den Marktplatz eingeladen hatte (wir berichteten).

Schopfheim sei schon jetzt eine lebenswerte Stadt, versicherte der Bürgermeister. Es gelte, die schöne Altstadt in ein Konzept einzubinden, „um mehr Leben hinein zu bekommen“, betonte Harscher. Er wies zugleich darauf hin, das solche Planungen nur im Rahmen des finanziell Möglichen realisierbar seien. „Es wird kein Wunschkonzert“, so Harscher. Wichtig sei deshalb, die strategisch wichtigen Punkte relativ schnell umzusetzen, so der Bürgermeister unter dem Beifall der Zuhörer, die trotz strömendem Regens wissen wollten, wie es in der Entwicklung der Stadt konkret weitergeht, nachdem mit der Fußgängerzone in der Scheffelstraße ein vielversprechender Anfang gemacht ist.

Harscher hatte aber schon zu Beginn allzu forschen „Stadtplanern“ unter den Gästen der BI klar zu machen versucht, dass die Laufzeit der anstehenden Prozesse nicht zuletzt wegen der Kosten noch bis zu zehn Jahre dauern könnten. Schließlich sei die Realisierung einer attraktiven Innenstadt neben Campus und Ärzteversorgung lediglich eines der zukunftsweisenden Projekte.

Der Grüne-Landtagsabgeordnete Josha Frey bat den Bürgermeister, auszuloten, ob die Stadt sich nicht aus dem Fördertopf „Innenstadtentwicklung“ des Landes bedienen könne. „Vielleicht“, so Frey, „ist dann auch eine flottere Realisierung möglich.“ Sein Dank galt der BI, die Argumente gesammelt habe und für „die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die Fußgänger“, hausieren ging. Die BI habe mit ihren Projekten einen wertvollen Beitrag zu „gelebter Demokratie“ geleistet. Demokratie könne nämlich „nur leben mit solchen Menschen wie Sie“, lobte der Landtagsabgeordnete die „aktive Einmischung“ von Bürgern in die Politik.

Wernfried Hübschmann moderierte die Frage- und Diskussionsrunde, die Ben Meech musikalisch umrahmte, und nutzte die Gelegenheit, den Mitinitiator der BI, Hubert Probst, zu fragen, wie es denn war damals vor zehn Jahren. „Nicht sehr einfach. Die einen wollten und die anderen nicht“, erinnerte dieser sich. Aber die BI habe sich behauptet. Es sei denn auch nötig gewesen, „dass mal endlich was geht auf der Hauptstraße.“ Autos, so Probst, gehörten einfach nicht in die Stadt, auch nicht auf den Marktplatz. Er hoffe, dass die BI für dieses Ziel weiterkämpfe. Schließlich seien die verschiedenen Standpunkte zu diesem Thema nicht mehr ganz so weit voneinander entfernt wie einst.

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