Schwörstadt Nimm Platz auf dem Gotte-Bänkli!

Petra Wunderle
Heidi Büchele mit Enkelin Skadi auf dem „Gotte-Bänkli“. Foto: Petra Wunderle

Auf dem höchsten Punkt der Gemeinde Dossenbach steht „S’Gotte-Bänkli“. Abgesehen davon, dass es auf einem herrlichen Fleck Erde inmitten der Natur, mit herrlichem Blick bis auf den Belchen steht, ist es so ganz nebenbei noch mit einem „guten Zweck“ verbunden.

Von Petra Wunderle

Schwörstadt-Dossenbach. Initiatorin und Eigentümerin der schönen Sitzbank ist Heidi Büchele. Sie spendet regelmäßig einen Betrag an den Kindergarten in Dossenbach und neuerdings an den Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg.

Die Idee dahinter

„Schon seit Jahren gehe ich jeden Tag mit meinem Hund Attila spazieren, eben hoch hinauf an jene schöne Stelle, wo man so einen herrlichen Ausblick hat. Irgendwann dachte ich, es wäre schön, wenn hier ein Sitzbänkle zum Verweilen stehen würde. Als ich meinen 50. Geburtstag feierte, wünschte ich mir von jedem Gast einen Zehn-Euro-Schein. Von dem Geld ließ ich mir dann ein Bänkchen samt Tisch werkeln“, berichtet die Frau, die demnächst ihren 63. Geburtstag feiert.

Das ursprüngliche Sitzmöbel war nach elf Jahren nicht mehr zu gebrauchen. Daraufhin gestaltete Heidi Bücheles Bruder das jetzige „S’Gotte-Bänkli“. Das Wort „Gotte“ ist alemannisch und bedeutet „Patentante“. Heidi Büchele ist die Patentante, also die Gotte von acht – inzwischen erwachsenen – Kindern. Früher ging sie mit ihren eigenen und auch ihren Gotte-Kindern gerne zum Bänkli spazieren. So ist es dann zur Namensgebung gekommen. Heute geht Enkelin Skadi gerne mit dorthin.

„S’Gotte-Bänkli“ genießt seit vielen Jahren einen legendären Ruf. Dort sitzen beileibe nicht nur gerne Menschen aus Dossenbach oder Schwörstadt. Auch aus dem Wiesental, dem Rebland, von Karsau, Rheinfelden und aus der benachbarten Schweiz finden Spaziergänger und Radfahrer immer wieder zu dem schönen Aussichtspunkt oberhalb von Dossenbach.

Büchele lacht: „Es gibt viele Stammbesucher; manche kommen in Gruppen und vespern hier. Andere feiern im kleinen Rahmen Geburtstag mit Sekt und Häppchen.“

Die Besitzerin vom „Gotte-Bänkli“ hat schon Kinder eingeladen und ihnen bei Keksen und Kuchen vom Ursprung und der Bedeutung des Wortes „Gotte“ erzählt. Auch ist es Tradition, dass Büchele mit ihrem Mädels-Stammtisch einmal im Jahr beim Bänkli ein Treffen organisiert. „Ein Bekannter hat sogar schon mal das Bänkli extra reserviert; er wollte sichergehen, dass es nicht besetzt ist“, erzählt Büchele.

Von Randale verschont

Und weil das Bänkli ein so beliebtes Ausflugsziel ist, hat die Dossenbacherin eine Truhe daneben aufgestellt. Darin finden die Gäste Sitzkissen, Getränke, Bücher – zum Mitnehmen - und für die Kinder Spielzeug. Für Hunde steht frisches Wasser in einem Kanister mit Schale bereit.

Wer will, kann eine Spende ins dazugehörige Kässchen legen. Dazu erzählt Heidi Büchele: „Einmal lag ein Umschlag mit 50 Euro auf dem Tisch, das kam dann in den Spendentopf.“ Worüber sich die engagierte Frau zudem freut: „Es wurde nie etwas kaputt gemacht, und es bleibt auch nie Abfall liegen. Das ist sehr schön, und dafür sage ich vielen Dank.“

Für Büchele hat „S’Gotte Bänkli“ übrigens noch eine ganz andere, besondere Bedeutung: „Es ist mein Gottes-Bänkli und mein persönlicher Kraftort.“

  • Bewertung
    0

Umfrage

e64ef5d6-6fd7-11ec-9ca8-1335ebb5fb94.jpg

Die Narrengilde Lörrach will ihren Fasnachtsumzug und die Gugge-Explosion coronabedingt in den Juni verlegen. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading