Schwörstadt Rat will kein für Parkraumkonzept

Rolf Reißmann
Entlang der Bundesstraße 34 in der Schwörstädter Ortsdurchfahrt zu parken, ist gar nicht so einfach. Nur wenige Plätze links und rechts bieten sich dafür an. Foto: Rolf Reißmann

In Schwörstadt selbst gibt es nur wenige öffentliche Stellplätze. Allfällige Parkprobleme dort könnte man auch ohne ein teures Parkraumkonzept selbst aus der Welt schaffen, ist die mehrheitliche Meinung des Gemeinderats.

Benötigt die Gemeinde Schwörstadt überhaupt ein Parkraumkonzept? Diese Frage stand zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Donnerstag im Raum, als über die Beantragung von Fördermitteln für die Erarbeitung einer solchen Handlungshilfe beraten wurde.

Verkehrsplaner Niklas Maaßen von der Firma Rapp erläuterte die Möglichkeiten der Ortsentwicklung, die sich aus einem Parkraumkonzept ergäben. Vor allem gehe es darum, Dauer- oder Langzeitparker, die derzeit kostenlos fast den gesamten Tag über ihre Fahrzeuge dort abstellen, zu verdrängen. „Mehr Wechsel auf den Parkplätzen bringt mehr Bewegung ins Leben. Das ist auch gut für Geschäfte und für jene, die mit kurzem Aufenthalt etwas im Rathaus oder andernorts zu erledigen haben. Für sie steigt die Wahrscheinlichkeit, schnell einen freien Platz zu finden“, sagte er.

Räte sind anderer Meinung

Die Gemeinderäte sahen dies allerdings anders, denn in der Ortsmitte gibt es ohnehin nur wenige öffentliche Parkmöglichkeiten. Diese befinden sich neben dem Rathaus, bei der Feuerwache, vor der Schule und neben der Festhalle. Welche Probleme an diesen Plätzen und auch an anderen Straßen bestünden, sei bekannt. Die Probleme zu lösen erfordere daher kein Konzept einer externen Firma, für das die Gemeinde dann bis zu 20 000 Euro aufbringen müsste, hieß es.

Rebecca Eckert formulierte es so: „Bei unserer Finanzsituation haben wir kein Geld dafür. Und ohne Kontrolle sind derartige Parkregelungen ohnehin wirkungslos.“ Frank Lückfeldt befürchtete, dass das Verdrängen von wenigen Autos aus dem Ortskern dann an anderen Stellen Probleme schaffen könnte. Mehrere Gemeinderäte wiesen darauf hin, dass der Parkverkehr eigentlich vernünftig geregelt sei, aber dass die Fahrer diese Vorschriften nicht beachteten. Zum Beispiel vor dem Kindergarten St. Elisabeth, wenn beim Bringen der Kinder möglichst bis zur Haustür gefahren werden soll.

Autos als Bremse

Für Matthias Kipf, Ortsvorsteher in Dossenbach, hat die Medaille jedoch zwei Seiten. Er könne sich zwar vorstellen, dass mittels Parkraumkonzept das Abstellen von Fahrzeugen an der relativ viel befahrenen Landstraße besser geregelt würde. Andererseits sorgten gerade dort parkende Autos für die Beruhigung des durchfahrenden Verkehrs und somit auch für mehr Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg.

Mehrere Räte plädierten dafür, wenn ein solches Konzept erstellt würde, unbedingt das Neubaugebiet am Rhein mit einzubeziehen, was derzeit allerdings noch nicht vorgesehen ist. Auch Doris Schütz erinnerte an die fehlende Kontrolle. Ein Gemeindevollzugsdienst würde dauerhafte Kosten verursachen, mahnte sie.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, dass die Firma Rapp für die Gemeinde zunächst einen Förderantrag beim Regierungspräsidium stellen solle, um damit später die Kosten für ein Parkraumkonzept zu senken. Obwohl dieser nur 300 Euro kosten würde, lehnte die Mehrheit des Rats bereits die Vorstufe für ein solches externes Konzept ab.

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