Schwörstadt Wo die Heidensteingemeinde Schwerpunkte setzen will

Im Schwörstädter Rathaus wird der Gemeindeentwicklungsplan umgesetzt. Foto: Rolf Reißmann Foto: Die Oberbadische

Schwörstadt (rr). Einstimmig beschloss der Gemeinderat Schwörstadt am Donnerstag den Gemeindeentwicklungsplan bis 2035. Vor zwei Jahren hatte seine Ausarbeitung begonnen.

Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat nahm 2017, damals erst kurz im Amt, die Anregung dazu schnell auf. In der Sitzung griff die Leiterin der Stabsstelle Strukturpolitik im Landratsamt, Martina Hinrichs, diesen Weg nochmals auf. Es sei damals sehr schnell gegangen, die Bürgermeisterin davon zu überzeugen, dass erst mit solch einem Entwicklungsplan der Weg an Fördermittel deutlich leichter wird. Jetzt zeigte sie sich sehr erfreut darüber, wie Rat, Verwaltung und Einwohner gemeinsam die Schwerpunkte erarbeiteten.

Nunmehr werde in der Heidensteingemeinde deutlich, dass der Landkreis stets den umfassenden Blick auf alle Teile der Gemeindeentwicklung anstrebe, also Wohnen und Gewerbe ebenso wie auch Kultur, Freizeit und Sport. Die in den beiden großen Zusammenkünften mit der Bürgerschaft herausgearbeiteten Schwerpunkte übernahm die als Facheinrichtung eingeschaltete Immobilien Kommunalentwicklung der Landesbank Baden-Württemberg als Leitfaden für den Plan. Deren Vertreterin Berit Ötinger fasste Prozess und Ergebnis zusammen.

Sie verwies dabei nochmals darauf, dass selbstverständlich alle Vorhaben letztlich abhängig von den Finanzen und in den Haushaltsplänen zu berücksichtigen sind. Vorgesehen ist ein Investitionsvolumen von rund 11,2 Millionen Euro. Der erste der vier Realisierungszeiträume endet bereits im Dezember, die weiteren umfassen jeweils fünf Jahre.

Die Reihenfolge der einzelnen Aufgabenbereiche ergab sich aus der entsprechenden Bewertung bei den Beratungen mit den Bürgern und in der Klausurtagung der Gemeinderäte. Demnach stehen die Stärkung des Ehrenamtes, die Sicherstellung der Kinderbetreuung sowie Naherholung und Tourismus auf den Rheinwiesen ganz vorn. Dann folgen Aufwertung und Ergänzung der Sportinfrastruktur, das künftige Wohngebiet „Am Rhein“, die Ausweisung eines Sanierungsgebietes und die Schaffung eines Ortszentrums. Schließlich sollen Gewerbeflächen entwickelt und die Ortsdurchfahrt aufgewertet werden. Angefügt, obwohl von der Gemeinde nicht zu beeinflussen, aber eben wichtig in seinen Auswirkungen, ist der Bau der Autobahn an Schwörstadt vorbei.

Als eine Grundlage aller Überlegungen sah die Kommunalentwicklung die Veränderungen der Einwohnerzahl. So konnte die Ende der 1990er Jahre begonnene starke Abwanderung erfreulicherweise gestoppt werden, seit 2015 wächst die Heidensteingemeinde wieder. In der Diskussion hob Doris Schütz (CDU) gerade diese Entwicklung hervor. Die Einwohnerzahl sei weiter zu erhöhen, sowohl wegen der Stabilität der Ortsgemeinschaft als auch wegen der Finanzkraft. Schließlich hänge die Zuteilung von Fördermitteln durch das Land und die Europäische Union davon ab. „Gerade für uns als kleine Gemeinde ist es wichtig, alle Fördertöpfe zu erschließen, deshalb benötigen wir den Entwicklungsplan,“ sagte sie. Die CDU habe dies schon früher gefordert, sei damit aber stets gescheitert.

Im Plandokument sind für alle Themenbereiche die derzeitige Situation, Verantwortlichkeiten und Ziele formuliert. Insgesamt war die Aussprache ziemlich kurz, von den jungen Gemeinderäten, also jener Generation, die schließlich den größten Teil umsetzen wird, gab es keine Anmerkungen dazu.

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