Snowboardcross 19 und schon so gut

Uli Nodler
Leon Ulbricht (vorne) fährt der Konkurrenz davon. Foto: Marcus Zechner/Team Germany

Der Lörracher Snowboardcrosser Leon Ulbricht (SC Rötteln) bestreitet ab Anfang Dezember die Weltcup-Saison für das deutsche Weltcup-Team.

19 Jahre und schon so gut. Leon, eher ein introvertierter Typ, der lieber Taten sprechen lässt, bekommt glänzende Augen, als er im Gespräch mit unserer Zeitung noch einmal die letzten zwei Jahre Revue passieren lässt: „Es war schon krass, was da abgegangen ist“, blickt das Ausnahmetalent in dieser spektakulären Wintersportart auch auf das Frühjahr 2022 zurück, als er im schweizerischen Veysonnaz überraschend Junioren-Weltmeister geworden war.

Weltcup-Saison beginntam 2. Dezember

Seine Trainer vom Snowboard-Team Germany honorierten damals seine Leistung, ließen den Rookie mit 18 Jahren in der darauffolgenden Saison im Weltcup der Männer los. „Einfach cool, mit dem späteren Weltcup-Gesamtsieger Martin Nörl die Rennen gegen die weltweit Besten zu fahren“, erzählt Leon mit einem breiten Grinsen. Ein elfter Platz war der Lohn. Ulbricht wurde sogar von Team Germany für die Weltmeisterschaften im georgischen Bakuriani nominiert und fuhr dort auf einen sensationellen neunten Rang. Nur ein Sturz verhinderte damals den Sprung ins Halbfinale.

Die neue Weltcup-Saison beginnt für Leon Ulricht nun am 2. Dezember mit dem ersten Weltcuprennen im französischen Les Deux Alpes. „Es freut mich sehr, dass die Team-Trainer mir ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Ich fahre die komplette Saison. Das ist großartig“, betont der 19-jährige Lörracher. Die deutsche Snowboardcross-Nationalmannschaft für die Saison 2023/24 setzt sich aus Team-Leader Martin Nörl, Paul Berg, Umito Kichwehn (Freiburg), Leon Beckhaus und eben Leon Ulbricht zusammen.

Vorbereitung läuftseit Anfang Oktober

Seit Anfang Oktober läuft beim deutschen Team die intensive Vorbereitung. Auf dem Programm standen neben dem Gletscher-Training Krafttraining, Schnellkraft- und Ausdauertraining sowie Koordination (Slackline). „Wir haben uns vor allem auch mit einer Physiotherapie-Behandlung meiner Schulter angenommen. Da ist jetzt alles stabil. Und meine Werte sind nach diesem oft auch brutalen Trockentraining so gut wie noch nie. Deshalb sehe ich der Weltcup-Saison ziemlich optimistisch entgegen. Wenn ich von Verletzungen verschont bleibe, kann ich da echt etwas reißen“, berichtet der 19-Jährige.

Seine Trainer schätzen an ihrem Zögling vor allem seine mentale Stärke und Unerschrockenheit: „Mir gelingt es immer wieder, den Druck bei Rennen in positive Energie umzusetzen“, merkt Ulbricht an.

Mama fehlt Leonmanchmal schon

Auch privat läuft bei Leon Ulbricht alles rund. Die schulische Ausbildung hat er im Skiinternat in Oberstdorf erfolgreich abgeschlossen. In der Nähe der Skisprung-Stadt hat er nun eine eigene Wohnung und ist nach erfolgreicher Führerschein-Prüfung Besitzer eines Autos. Seit vier Jahren ist er nun schon von zu Hause weg. „Die Bindung zur Familie in Lörrach-Stetten ist nach wie vor sehr eng. Manchmal fehlt mir aber doch die Mama. Das muss ich schon zugeben. Auch meine Heimat im Dreiländereck will ich nicht missen. Sie ist schon ein besonderer Flecken Erde.“

Leons Mutter war es auch, die ihren Jungen zum Snowboard-Cross brachte. Die ersten Trainings absolvierte Leon als Dreikäsehoch auf dem Feldberg. Und dann begann in jungen Jahren sein rasanter Aufstieg, der noch lange nicht zu Ende ist.

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