Sportmix Böllener wieder das Maß aller Dinge

Der FC Bayern München des Tauziehens hat wieder zugeschlagen. Beim letzten Bundesliga-Wettkampf in der Klasse bis 640 Kilogramm nutzten die Tauziehfreunde (TZF) Böllen ihren Heimvorteil auf dem Platz am Schönauer Oberfeld und brachten ihren mittlerweile 18. Deutschen Meistertitel unter Dach und Fach (wir berichteten).

Von Gerd Lustig

Schönau-Böllen. „Titel zu holen, ist einfach schön. Wir genießen es“, freute sich Trainer und aktiver Tauzieher Stefan Heimann bereits vor dem Halbfinale.

Denn da standen die Böllener schon als Champion des Jahres 2019 fest, waren nicht mehr einzuholen.

Dass dann noch beide Halbfinal-Züge im Schnelldurchgang gegen Simonswald und auch die beiden Finalkämpfe – die indes etwas zäher - gegen Allgäu Power Zell gewonnen wurden, setzte dem Ganzen das i-Tüpfelchen auf.

„Insgesamt war es eine überaus spannende Saison. Ein Jahr mit Höhen und Tiefen“, sagt Heimann im Blick zurück. Zum Glück habe man die Tiefen zu Beginn der Saison gehabt. „Nach dem ersten Wettkampftag lagen wir sogar nur auf Platz drei der Tabelle“, erinnert sich der TZF-Coach. Das hat es aus Böllener Sicht bislang in der Liga-Historie eigentlich noch nie gegeben. Danach lief es dann zwar besser, doch zwischenzeitlich hatte Böllen als Zweiter sogar fünf Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Allgäu Power Zell. Der Meisterschaftszug schien abgefahren.

Gleichzeitig war dies aber dann für die Tauzieher aus der kleinsten selbstständigen Gemeinde Baden-Württembergs das Signal zur Aufholjagd. Im Training wurde noch eine Schippe draufgelegt, richtig geklotzt. Das zahlte sich aus. Böllen war wieder im Geschäft.

Die Tabellenführung wechselte schließlich noch zweimal, ehe die Böllener Tauzieher schließlich mit nur einem einzigen Pünktchen ins heimische Finale im Oberen Wiesental gingen.

Und hier ließ der Serienmeister nun wirklich nichts anbrennen und setzte der Veranstaltung den Stempel und sich selbst am Ende die Krone im deutschen Tauziehsport auf. „Auch das heimische Publikum hat uns beflügelt und uns bei den Zügen durch eine lautstarke Anfeuerung geholfen“, bedankte sich Heimann.

Nicht rund lief es in dieser Saison hingegen beim zweiten Südschwarzwald-Team, dem Tauziehclub (TZC) Wieden. Nach zwei prominenten Abgängen kam die Mannschaft nicht richtig in Tritt. „Und das hat sich dann bis zum Ende durchgezogen“, erklärte Vorsitzender Wolfgang Rombach. Und so reichte es schließlich im Sechser-Feld nur zum vorletzten Platz.

Frauen-Tauziehen auf dem Vormarsch

Was im Verein hingegen große Freude bereitet, ist allerdings die Jugendmannschaft. Die hat sich nämlich in diesem Jahr den Titel in der Landesliga geholt. „Um den Nachwuchs brauchen wir uns daher keine Sorgen zu machen“, sagt Rombach.

Was man in Wieden und natürlich in Böllen ein wenig mit Sorge sieht, ist die Zukunft der Tauzieh-Bundesliga. Gerade noch sechs Vereine starteten in dieser Saison in der Tauzieh-Bundesliga. Früher waren es immerhin noch acht.

Im Hinblick auf die Bundesliga-Saison im neuen Jahr wird die Ungewissheit noch großgeschrieben: Wir müssen schauen, wie es 2020 weitergeht. Es ist noch nicht alles in trockenen Tüchern“, erklärte ein Sprecher des Deutschen Tauziehverbandes bei der Siegerehrung.

Auf dem Vormarsch ist hingegen das Frauen-Tauziehen. Erstmals wurde jetzt die DM in der Klasse bis 410 Kilogramm ausgetragen. Den Titel sicherten sich die starken Frauen aus Kaiserberg. Sie besiegten die Eschbacherinnen.

Männer-Bundesliga, 640-Kilogramm-Klasse, Abschlusstabelle: 1. TZF Böllen 62 Punkte, 2. Allgäu Power Zell 58, 3. TZF Simonswald 37, 4. SF Goldscheuer 32., 5. TZC Wieden 17, 6. Eschbachtal 15.

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