Sportmix Stromausfall und Kampfgeist

Emely Brodt startet erstmals bei der DM. Foto: zVg

Es war so etwas wie das Tüpfelchen auf dem i: Mit Malin Bürgin und Emely Brodt ist gleich ein Rollkunstlauf-Duo des RSV Weil bei einer außergewöhnlichen Deutschen Meisterschaft an den Start gegangen. Beide zeigten in Darmstadt ihr Können in der Kür.

Weil am Rhein (pd/mib). Die Teilnahme bei den Deutschen Meisterschaften im Rollkunstlaufen hat den beiden Nachwuchscracks gezeigt, dass es sich stets lohnt, zu trainieren und zu kämpfen. Auch in den schwierigen Corona-Zeiten in der ersten Jahreshälfte trainierten die beiden Läuferinnen, was das Zeug hielt. Zunächst während des Lockdowns via Videotraining oder im Parkhaus, und anschließend mit Hygienekonzept und strengen Regeln in der Halle im Nonnenholz.

Nach den guten Ergebnissen bei den Südbadischen Meisterschaften Ende September wurden die beiden Rollkunstläuferinnen nun mit der Nominierung zur Deutschen Meisterschaft im Kürlaufen belohnt. So machten sich also Malin Bürgin und Emely Brodt auf den Weg nach Darmstadt in das Landesleistungszentrum von Hessen.

Dort wurde eine Meisterschaft der ganz anderen Art auf die Beine gestellt. Unter strengsten Hygieneregeln führten die Darmstädter, trotz massiver Einschränkungen eine „großartige Meisterschaft“ durch, wie Katharina Heppeler vom RSV Weil deutlich macht. Läuferinnen, Trainerinnen und Eltern durften nur bei Erfüllung verschiedener Voraussetzungen am Wettbewerb teilnehmen oder dabei sein. Dank eines Livestreams hatte jedoch jeder die Chance, alle Wettbewerbe live von zuhause aus zu verfolgen.

Für Emely Brodt war es die erste Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft überhaupt. Dementsprechend groß war die Freude. Sie startete bei den Schülerinnen D, also bei den jüngsten Teilnehmern dieser Titelkämpfe.

Plötzlich wird es dunkel in der Halle

Motiviert wollten sie und ihre Trainerin Katharina Heppeler in den Wettbewerb gehen. Doch es sollte anders kommen. Pünktlich zu Beginn des Wettbewerbes gingen nämlich die Lichter in der Halle aus und es wurde dunkel – Stromausfall. Schnell stellte sich heraus, dass dieses Problem nicht in kurzer Zeit gelöst werden kann, weshalb der Wettbewerb im 30 Minuten-Takt immer weiter nach hinten verschoben wurde. „Es war nun ein reines Spiel mit den Nerven“, blickt Heppeler zurück.

Mit drei Stunden Verspätung konnten die Schülerinnen D dann doch noch auf die Bahn und ihre Kürprogramme zeigen.

Mit ihrer orientalischen Kür zu Aladdin schwebte die junge Weilerin dann über die Bahn. Trotz dreier Patzer konnte sie mit der Ausführung ihrer schwungvollen Choreografie und der restlichen Sprünge Punkte holen und landete in einem starken Feld am Ende auf Rang elf.

Malin Bürgin zeigt schöne Waagepirouetten

Malin Bürgin ging in der Kategorie Schülerinnen C an den Start. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl wurde dieser Wettbewerb nach Jahrgängen in zwei separate Wettbewerbe unterteilt. Die Weilerin präsentierte sich mit hohen technischen Punktzahlen, schönen Waagepirouetten und erreichte am Ende einen „großartigen“ Platz fünf, wie Heppeler zufrieden feststellt.

Und so kehrte das RSV-Duo stolz mit Urkunde, Teilnehmergeschenk und einer Rose nach Weil am Rhein zurück. Es war eine ungewöhnliche Meisterschaft, ein echtes Abenteuer.

„Märchen auf Rollen“ muss diesmal ausfallen

Ob eine Deutsche Meisterschaft im Pflichtlaufen (geplant für Ende November), zu der einige Weiler Läuferinnen nominiert wurden, stattfinden kann, ist aufgrund der derzeitigen Situation noch unklar. Klar ist aber, dass das allseits so beliebte „Märchen auf Rollen“, welches jährlich im Dezember aufgeführt wird, heuer nicht stattfinden kann.

„Wir bedauern dies sehr, jedoch steht für uns die Sicher- und Gesundheit an erster Stelle. Das Training und die Aufführungen sind aufgrund der geltenden Regeln und steigenden Coronafallzahlen nicht durchführbar“, teilt der Verein mit. Man freue sich jetzt schon auf das Jahr 2021, wenn sich die Halle wieder in eine glitzernde Märchenwelt verwandeln werde.

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