Steinen Ein Engel geht auf Reisen

Lebensverkürzend erkrankte Kinder und ihre Familien haben vor allem ein Bedürfnis: Sie möchten ihr Leben so normal wie irgend möglich leben. Um auf sie und ihre Situation aufmerksam zu machen, wurde der Kinder-Lebens-Lauf gestartet, dessen Etappenziel diese Woche Steinen war.

Steinen (hp). In Hangar 5 am Berliner Flughafen Tempelhof eröffnete Elke Büdenbender, die Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, am 4. Juni den Kinder-Lebens-Lauf, eine deutschlandweite Pilgerreise für die Kinderhospizarbeit. Immer dabei: die Angel-Fackel. Diese ist mittlerweile durch Hunderte von Händen gegangen, sie wurde zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit historischen Automobilen, Treckern, Kutschen, Quads und Schiffen transportiert. Am Dienstag kam die Fackel nach Steinen und damit quasi nach Hause.

Fackel nach der Tochter Angelina benannt

In Steinen lebte Angelina, nach der die Kinder-Lebens-Lauf-Fackel benannt wurde. „Angel“, wie Angelina von ihrer Familie gerufen wurde, wurde nur 17 Jahre alt. 2013 starb sie an einem Hirntumor. Für seine Tochter entwarf Horst Döring die Engelsform, einen „Angel“, mit dem die Familie Angelinas Grab schmückte.

Als Dankeschön einen Engel geschenkt

Dem Bundesverband Kinderhospiz schenkte Horst Döring eine Engelsform aus Dankbarkeit für die Betreuung und Unterstützung während der letzten Zeit mit Angelina. Der Bundesverband setzt diesen Engel ein, wann immer eine besondere Auszeichnung vergeben werden soll: an wichtige Unterstützer, an Botschafter - und seit Juni als Wahrzeichen der Solidarität sogar in aller Welt.

Am Dienstagabend wurde der Engel in Steinen gleich mehrfach vergeben, unter anderem an Bürgermeister Gunther Braun und an Radsportler vom Kaiserstuhl. Eine Equipe des RCV Reute fuhr die Fackel am Dienstag (über Umwege) rund 100 Kilometer weit von Emmendingen nach Steinen, wo sie auf dem Cornimont-Platz vor einer überschaubaren Zuschauerzahl in Empfang genommen wurde.

Die Strecke vom Kaiserstuhl ins Wiesental war eine von rund 100 Etappen, in denen Deutschland zu Fuß oder mit dem Rad umrundet und dabei eine Strecke von rund 6000 Kilometern (von denen zwei Drittel mittlerweile geschafft sind) zurückgelegt wird. In Steinen hat die Angel-Fackel gleichzeitig den südwestlichsten Punkt Deutschlands erreicht.

Empfangen wurde die Fackel von Bürgermeister Gunther Braun, Sabine Frache vom ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes der Malteser, Stefanie Nies von kids@home, dem Schöpfer der Angel-Fackel, Horst Döring, sowie weiteren Mitstreitern. Von Bürgermeister Gunther Braun gab es zudem einen Scheck über 500 Euro für die Kinderhospizarbeit.

Seit November ist der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Lörrach-Hochrhein in Steinen präsent. Bisher, so Simone Frache, war die gesamte Region südlich des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald mit diesem Betreuungsdienst nicht versorgt.

Familien auf ihrem Lebensweg begleiten

Die Aufgabe des Dienstes ist laut Simone Frache, Familien mit Kindern, die unter einer fortschreitenden oder Lebenszeit verkürzenden Krankheit leiden, auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Ein Dutzend ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützt die Eltern, Geschwisterkinder und Angehörige. Die Malteser bilden dabei in den Räumen in der Eisenbahnstraße 3 in Steinen eine „sehr gut funktionierende“ (Frache) Bürogemeinschaft mit kids@home. kids@home kümmert sich um junge Patienten, die eine intensiv-medizinische Versorgung benötigen und diese im häuslichen Umfeld erhalten.

Geburtstagskind trägt die Fackel weiter

Am Mittwoch trugen Lörracher und Waldshuter Mitarbeiter der Dorow Clinic die Fackel weiter. Dass sich rund vier Dutzend Mitarbeiter in den Dienst einer guten Sache stellen, kommt nicht von ungefähr. Klinikmanagerin Sonia Ashkenazy ist Botschafterin des Bundesverbands Kinderhospiz.

Als Erste durfte Geburtstagskind Sarah Schäfersküpper die Fackel tragen. Von Steinen ging es über Maulburg und Schopfheim zur Schweigmatt und von dort weiter nach Todtmoos. Wer wollte, konnte seine Laufschuhe schnüren und einen Teil des Weges mitlaufen. Eine weitere Station in diesem Monat wird übrigens Lenzkirch sein, der Sitz des Bundesverbandes Kinderhospiz. Am 13. Oktober wird die Fackel in Berlin zurückerwartet.

Weitere Informationen: Wer den Fackellauf im Internet verfolgen möchte, kann dies unter www.Kinder-Lebens-Lauf.de tun, da die Fackel über einen GPS-Sender verfügt.

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