^ Steinen: Fragen zur Wahl am Sonntag - Steinen - Verlagshaus Jaumann

Steinen Fragen zur Wahl am Sonntag

Manuell Hunn
Er ist ein Wahrzeichen von Steinen: Der Hermessbrunnen vor dem Rathaus erinnert an die Künstlerin Meret Oppenheim. Foto: Maximilian Müller

Am Sonntag wird in Steinen ein neuer Bürgermeister gewählt. Für unsere Zeitung haben die beiden Kandidaten Fragen zu Wahl und Gemeinde beantwortet. Die Fragen stellte Manuel Hunn

Mit welchen Gefühlen blicken Sie dem Wahlsonntag entgegen und wie sind Ihre Erwartungen darauf?

Braun: Ich sehe dem Wahlsonntag natürlich mit Spannung entgegen, da man nie weiß, wie die Sache am Ende ausgeht. Ich bin wohl zuversichtlich, in meiner vergangenen Amtsperiode nicht alles verkehrt gemacht zu haben und hoffe, die angefangenen Projekte weiter fortführen zu dürfen.

Walliser: Ich begegne diesem Sonntag mit gemischten Gefühlen: Aufregung, selbstverständlich Freude und Nervosität zugleich. Es ist der Tag der Tage. Erwartungen habe ich keine. Ich freue mich, wenn wir eine hohe Wahlbeteiligung haben und natürlich über jede Stimme für mich. Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden, wem sie ihr Vertrauen aussprechen.

Gunther Braun Foto: ArchIv

Jürgen Walliser Foto: zVg

Für Steinen wurde ein Klimakonzept beschlossen. Wie stehen Sie dazu und welche Maßnahmen sind wichtig

Braun: Ich stehe zu 100 Prozent hinter unserem Klimaschutzkonzept und sehe hierin die Fortführung meiner 2009 in Hägelberg begonnenen Intentionen, wirklich etwas für unsere Umwelt und die künftigen Generationen in Steinen zu bewegen.

Walliser: Klimaschutz ist eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahrzehnte. Klimaschutz muss umsetzbar sein und umgesetzt werden. Wir müssen mehr darauf achten, dass in unseren bebauten Gebieten weniger Hotspots entstehen, mehr Grün- und Baumflächen eingebracht und mehr Schattenquartiere geschaffen werden. Ebenfalls sollten mehr Fotovoltaikanlagen gebaut und gefördert werden. Hier sollte die Gemeinde mit gutem Vorbild voran gehen und die Gebäude entsprechend ausstatten. Bestehende Gebäude sollten umgenutzt werden, um so die Neuversiegelung von Flächen so gering wie möglich zu halten. Da mir das Gesamtklimaschutzkonzept von Steinen nicht vorliegt, kann ich auf die dort angesprochenen Maßnahmen nicht direkt eingehen.

Steinen hat eine hohe Pro-Kopf-Verschuldung. Wie könnte die finanzielle Situation verbessert werden?

Braun: Wir sind seit meinem Amtsantritt kontinuierlich am abbauen dieser Schuldenlast. Da wir schon immer bescheiden gehaushaltet haben, sollte man eher fragen, woher und wer die in den Gemeinden prioritär zu bewältigenden Ausgaben zu verantworten hat. Klar ist, dass wir trotz aller Sparzwänge als Kommune nicht stillstehen dürfen und langfristig die Einnahmenseite deutlich verbessern müssen, ohne unsere Bevölkerung zusätzlich zu belasten.

Walliser: Durch interne Prüfungen Einsparpotenziale in allen Bereichen erkennen und ausschöpfen, auch wenn dies unangenehme Bereiche tangiert, aber dennoch sozial verträglich bleiben. Die Einnahmenseite erhöhen durch die Erschließung von neuen Einnahmenquellen, wie zum Beispiel eine Zweitwohnungssteuer. Hierfür müsste eine Prüfung erfolgen, wie viele Zweitwohnsitze bei der Gemeinde gemeldet sind und anhand dieser Datenlage einen Vorschlag in den Gemeinderat eingebracht werden. Weitere Einnahmen könnten gegebenenfalls durch die Vermietung von Stellplätzen auf gemeindeeigenen Grundstücken generiert werden. So könnte man auch die Verkehrssituation auf bestimmten Straßen entschärfen.

Wie sehen Sie das Dorfleben in Steinen und wie könnte man diesem neuen Schwung verhelfen?

Braun: Hier müssen wir die Identitäten und Besonderheiten unserer Ortsteile gemeinsam entdecken, wahren und fördern. Gerade in den schwierigeren auf uns zukommenden Zeiten ist das Miteinander und der Zusammenhalt so wichtig.

Walliser: Steinen hat eine gute und große Infrastruktur. Das führt zu einer hohen Lebensqualität, belebt das Dorf, aber ich finde, dass man darauf achten sollte, dass der ländliche Dorfcharakter erhalten bleibt. Ein jährlicher Dorfhock kann diesen nicht nur fördern, sondern auch Vereinsförderung sein. Auch könnte ich mir eine Gewerbeschau mit Tag der offenen Tür hier in Steinen gut vorstellen, eventuell sogar mit einer Ausbildungsbörse. Kleinere Events mit Musik oder Film finden sicherlich auch viel Anklang bei der Bevölkerung.

Als Bürgermeister sollten Sie über viele Dinge im Bilde sein. Woher beziehen Sie Ihre Informationen?

Braun: Im Amt und privat ist es wichtig sich für alle Themen offen und interessiert zu sein. Der direkte Kontakt zu den Bürgern genauso wie die Vernetzung mit den Institutionen und Behörden sind Voraussetzung für die Arbeit als Bürgermeister. Man kann trotz allem Ehrgeiz nicht alles selber machen, daher ist es wichtig ein gutes Team hinter sich zu wissen und die an uns gestellten Aufgaben und Herausforderungen versuchen gemeinsam zu lösen. Ich möchte nicht nur im Amt mein Umfeld gerne positiv und nachhaltig beeinflussen. Unser Leben und unser Wohlbefinden wird direkt von unserer Umgebung und unseren Lebensumständen beeinflusst. Diese Aufgabe können wir nur bewältigen, wenn alle mit anzupacken.

Walliser: Ich beziehe meine Informationen gerne aus vielen Informationsquellen. Die Fachexperten in den entsprechenden Ämtern, auf Gemeinde- oder auch Landesebene, aber auch meine eigene Fachkunde. Ich scheue mich nicht davor, mich fachbezogen selbst zu belesen, nehme aber gerne die Expertenmeinung an. Privat lese ich gerne Magazine wie das GEO Magazin, schaue aber auch gerne Dokumentationen an. Besonders der Klimaschutz, erneuerbare Energien, Natur- und Umweltschutz, aber auch der Wohnungsbau haben dabei meine besondere Aufmerksamt erlangt. Vor allem die Vereinbarkeit dieser Themen interessiert mich, da es nicht nur ein Thema von heute ist, sondern eines der zentralen Themen der Zukunft

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