Steinen-Endenburg - Zur Konzertmatinee am Sonntag hatte Annette Haage-Riedlinger, Kulturbeauftragte der Privatklinik des Haus am Stalten in Endenburg, eingeladen. Der in Lima geborene und in Stuttgart wohnhafte international bekannte Pianist und mehrfache Preisträger Vladimir Valdivia konnte nunmehr zum dritten Mal in Endenburg empfangen werden.

Annette Haage-Riedlinger übernahm die Begrüßung: „Auf vielfachen Wunsch haben wir Vladimir Valdivia erneut eingeladen.“ Und dass sich die in ihn gesetzten hohen Erwartungen überaus bestätigten, bewies der Meisterpianist aufs Neue im vollbesetzten Musiksaal der Reha-Klinik, die sich mit ihrem umfangreichen Kulturprogramm auch nach außen in der Region öffnen will.

Mit einem anspruchsvollen Programm stellte sich Valdivia seinen aufmerksamen Gästen vor. Diese hatte er bereits nach den ersten berührenden Klängen aus dem Adagio der „Pathétique“-Sonate von Beethoven in seinen Bann gezogen.

Mit fast geschlossenen Augen und versunken in seine Klangwelten präsentierte sich der Künstler sympathisch und zurückhaltend. Der top-gepflegte Flügel im Saal vermittelte ihm alle Möglichkeiten, seine musikalischen Intentionen umzusetzen. Luftig und dennoch kraftvoll trug der Künstler bekannte Werke der Klassik vor, ergänzt durch Werke spanischer Komponisten wie Isaac Albeniz, Manuel de Falla oder Enrique Granados. Mucksmäuschenstill wurde es bei den Zuhörern bei den romantischen und eingängigen Stücken, Impromptu Op. 142 Nr. 2 und Improptu Op. 90 Nr. 2 von Schubert, oder auch beim bekannten „Für Elise“ von Beethoven. Wie auch das Nocturne Op. 9 von Chopin erwies sich der Vortrag der Stücke durch die Spielfreude von Valdivia als musikalischer Hochgenuss.

Die ausdrucksstarke Interpretation der Consolation Nr. 3 von Liszt bewegte sich in ruhigen Bahnen. Klangmächtig wurde es mit der Sonatine „Romanza Andaluza“ von Granados.

Bei der „Tarantella“ und „Asturias“ von Isaac Albeniz wurden Gefühlsstürme in furiose Klanggemälde verwandelt. Mit dem Feuertanz von Manuel da Falla wurde das kraftvolle, temperamentvolle Spiel über die Tasten beendet.

Der Ausnahme-Künstler, der das Konzert komplett ohne Musiknoten präsentierte, wurde jedoch nicht ohne Zugaben von seinem Instrument entlassen. Mit Schumanns „Kinderszenen“ in G-Dur und einer eigenen Bearbeitung des f-Moll-Konzertes von Bach verabschiedete sich der Künstler von seinem Publikum, das langanhaltenden Applaus spendete und sich mit begeisterten Bravo-Rufen bedankte.