Steinen Mit sofortigem Einsatz zum Erfolg

Marianne Rittner
Die Polizei in Steinen setzt auf gezielte Prävention und informiert die Bürger über Betrugsmaschen mit dem Handy. Foto: Pixabay

Durch schnelles Handeln der Polizei erhielt eine Frau aus Steinen ihr Geld zurück, das sie zuvor an Betrüger überwiesen hatte.

Das Handy ist aus dem Alltag kaum wegzudenken. Nicht mehr nur junge Menschen nutzen das Gerät, auch immer mehr ältere Menschen kommunizieren über den Nachrichtendienst Whatsapp oder per SMS und nutzen digitale Services wie das Online-Banking. Diesen Umstand machen sich seit geraumer Zeit Betrüger zunutze.

Der Fall aus Steinen

Die sogenannte Whatsapp-Fraud-Masche ist eine Betrugsmasche, die der Leiter des Polizeipostens in Steinen, Gerrit Peukert, aus seiner alltäglichen Arbeit kennt. In drei Fällen, die sich 2023 und 2024 zugetragen haben, gelang es der Polizei in Steinen, das Geld der Geschädigten wieder zurückzuholen. Es handelte sich dabei um niedrige bis mittlere vierstellige Summen.

Im April ereignete sich ein Fall, bei dem durch das Einschreiten der Polizei eine Frau aus Steinen ihr Geld zurückerhielt. Polizeihauptkommissar Peukert berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung über den Fall, bei dem ein Zusammenkommen mehrerer Zufälle dazu führte, dass die Frau den Betrug zunächst nicht bemerkte. Mitte April erhielt sie einen Anruf von ihrer Tochter, die in der Schweiz lebt. Zu der Zeit machte diese Urlaub in Dänemark. Da das Handy der Tochter zu Boden fiel, nahm sie über das Handy ihrer Freundin Kontakt zu ihrer Mutter auf und informierte sie darüber, dass sie mit einer anderen Nummer als sonst anrief. Kurze Zeit später kam eine SMS von einer völlig unbekannten Nummer. Die Mutter dachte sich, die Tochter hätte diese Nachricht eben von einem anderen Handy verschicken müssen und antwortete auf die Nachrichten. Als die angebliche Tochter sie bat, 1800 Euro an ein Konto zu überweisen, da sie selbst vergessen habe, eine Rechnung zu begleichen, wollte die Mutter helfen und überwies das Geld an die angegebene Kontonummer einer Schweizer Bank. Da die Tochter tatsächlich ein Konto in der Schweiz hatte, schöpfte sie keinen Verdacht. Erst als am Montag die Tochter aus dem Urlaub zurückkam, entdeckte sie den Betrug.

Polizei hat Erfolg

Obwohl der Schock tief saß, ging sie sofort zur Polizei. Peukert musste der Frau mitteilen, dass kaum etwas zu machen sei, da es sich um eine Echtzeit-Überweisung gehandelt hatte. Dennoch reagierte er ohne zögern und nahm Kontakt zu der Bank auf.

„Man muß unheimlich schnell sein“, weiß Peukert aus Erfahrung, „dann hat man vielleicht eine Chance, an das Geld heranzukommen.“ Ermittlungen bei dieser Betrugsmasche seien enorm schwierig. Meist nutzen die Betrüger ein Handy, dessen Vertrag über eine andere Person läuft. Auch das Konto, das angegeben wird, ist in der Regel im Besitz einer Person, die es den Betrügern nur zur Verfügung stellt.

Die Frau aus Steinen hatte Glück: Sie erhielt schlussendlich ihr Geld wieder zurück. Wie ihr erging es einem anderen Geschädigten aus der Gemeinde, der im vergangenen Jahr Geld an eine Bank in Niedersachsen überwiesen hatte. Auch hier hatte die Polizei aufgrund ihres schnellen Einsatzes Erfolg.

Peukert freut sich über diese Erfolge. „Es ist nicht nur der finanzielle Schaden, der für die alten Menschen oft enorm ist, die psychischen Folgen wiegen ebenso schwer. Die Menschen schämen sich und machen sich Vorwürfe“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Er möchte allen Opfern Mut machen, schnellstmöglich zur Polizei zu gehen, wenn sie den Betrug entdecken.

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