Steinen Mit Strom zum Wasserstoff(antrieb)

Um das Thema „Mit Strom zum Wasserstoff“ ging es bei einer Veranstaltung des CDU-Ortsverbands Steinen-Höllstein im Haus der Sicherheit in Steinen. Foto: Stephanie Senn

Steinen - „Es braucht den Mut, von einer Idee in die Umsetzung zu gehen.“ Diesen Schlüsselsatz nahm das Publikum beim Vortrag des CDU-Ortsverbands Steinen-Höllstein zum Thema „Mit Strom zu Wasserstoff“ im Haus der Sicherheit mit nach Hause.

Auf Einladung von CDU-Kreisrat Wolfgang Deschler waren die Referenten Irene Knauber und Roman Gayer von Energiedienst nach Steinen gekommen, um das Projekt „Power-to-gas“ am Wasserkraftwerk Wyhlen vorzustellen.

Nach einem kurzen Einblick in das Unternehmen und seine Geschäftsbereiche durch Roman Gayer, Leiter Kommunalbetreuung West bei Energiedienst, berichtete die technische Leiterin Irene Knauber über den aktuellen Stand der Energiewende und die angestrebten Klimaschutzziele in Deutschland und Europa. „Wenn wir in ein paar Jahren eine fast vollständige Stromversorgung durch erneuerbare Energien haben, wird es mehr Zeiten geben, in denen wir deutlich mehr Strom erzeugen, als wir benötigen. Dann brauchen wir Speichermöglichkeiten für die überschüssige Energie“, so Knauber. Wasserstoff spiele dabei eine bedeutende Rolle - er könne als Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge den Kohlendioxid-Ausstoß von Autos, Lastwagen oder Zügen reduzieren. Zugleich könne die bei der Produktion entstehende Abwärme zur Wärmeversorgung von Gebäuden genutzt werden. Im Falle Wyhlens soll ein geplantes Wohngebiet in der Nähe des Kraftwerks in Zukunft Nutznießer dieser Wärme werden.

Die kommerzielle „Power-to-gas“-Erzeugungsanlage auf dem Gelände des Wasserkraftwerks Wyhlen nutzt den Ökostrom des Kraftwerks und erzeugt durch Elektrolyse Wasserstoff. Die Anlage hat eine Leistung von einem Megawatt. Damit können rund 1000 Brennstoffzellenfahrzeuge klimaneutral betrieben werden.

Irene Knauber gab in ihrem Vortrag einige anschauliche Einblicke in die Praxis, die von den Verantwortlichen einiges an Geduld und Ausdauer abverlangt hatte. Nicht immer lief alles wie geplant – unter anderem sei der Fachkräftemangel ein Manko, ebenso die zeitintensive Einarbeitung in das Thema Wasserstoff, dessen man sich als erstes Unternehmen in der Region angenommen habe.

Die anschließende Fragerunde wurde rege in Anspruch genommen. Wolfgang Deschler stellte die „brennende“ Frage nach den Gefahren, die die Wasserstoffproduktion und -nutzung mit sich bringe. Die beiden Referenten konnte diese Bedenken entkräften und betonten auch die Umweltverträglichkeit des Stoffes.

Ein Gast merkte an, dass Wasserstoff in der Öffentlichkeit noch kaum ein Thema sei. Knauber bestätigte, dass Deutschland im internationalen Vergleich zurückläge. Während Frankreich ein nationales Entwicklungsprogramm zu dem Thema gestartet habe, führen in der Schweiz schon Lastwagen mit Brennstoffzellen auf den Straßen. Besonders bei längeren Distanzen und größeren Fahrzeugen sei Wasserstoff die erste Wahl. Dies erfordere natürlich einen Ausbau der Wasserstofftankstellen, welche zurzeit im Vergleich zu Elektrotankstellen noch sehr kostspielig seien.

Termine im Kommunalwahlkampf: 18. und 25. Mai: Wahlstände vor der Bäckerei Seeger (ab 6.30 Uhr) und am Marktplatz in Steinen (ab 8 Uhr). Informationen unter www.cdu-steinen.de.

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