Steinen Pendlerparkplatz an B 317 angeregt

Christoph Schennen
Blick auf den Ortskern Steinen. Foto: Harald Pflüger

In der Gemeinderatssitzung konnten die Fraktionen Vorschläge machen, welche Bereiche in das Sanierungsgebiet „Brückenschlag Steinen – Höllstein“ einzugliedern sind.

Von Christoph Schennen

Steinen. Die Konzeptentwickler Stephan Färber und Melissa Dopf (Stadtbau Lörrach) haben erläutert, welche Gebäude oder Straßenzüge sie nicht in das Konzept aufnehmen wollen, weil das Sanierungsgebiet nicht unendlich groß sein darf. „Das Sanierungsgebiet sollte so klein wie möglich sein“, sagte Melissa Dopf. Derzeit habe es eine Größe von 14,5 Hektar. „Das Sanierungsgebiet kann später noch einmal erweitert werden“, ergänzte Stephan Färber. „Dann muss die Gemeinde einen Aufstockungsantrag stellen. Und dann wird noch einmal eine Untersuchung in kleinerem Umfang fällig.“

Alle Fraktionen äußerten den Wunsch, den Mühlenweg in das Sanierungsgebiet zu integrieren. „Der Weg könnte eine wichtige Verbindung von Steinen-West in das Zentrum werden“, sagte Stephan Mohr (Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf).

Auch der Bereich rund um das Schulgebäude an der Rotzlerstraße gehört laut CDU in das Sanierungsgebiet. „Zwei Bestandsgebäude sind hier sanierungsbedürftig“, sagte Fraktionschef Marc Sutterer. „Ich bin auch der Meinung, dass das Areal eine infrastrukturelle Aufwertung erfahren muss.“

Für die Gebäude rund um ein Vietnamesisches Restaurant in der Kanderner Straße gilt das nicht. „Das Gebäude, in dem das Restaurant untergebracht ist, ist in einem guten Zustand“, sagte Melissa Dopf. Stephan Mohr wies aber darauf hin, dass ein Teil der Gebäude östlich des Restaurants renoviert werden müssen.

Uneinigkeit herrschte darüber, ob auch das Areal in Höllstein, auf dem demnächst ein großer Kinokomplex errichtet werden soll, in das Sanierungsgebiet gehört. Hier könnte laut Färber ein Pendlerparkplatz für Nutzer des ÖPNVs entstehen. Für ihn könnte man Fördermittel beantragen. Ulrike Mölbert (Gemeinschaft) erklärte Färber, dass aus den Teilorten Weitenau, Hägelberg, Schlächtenhaus und Endenburg niemand diesen Parkplatz nutzen werde, weil es aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens einfach zu lange dauere, ihn zu erreichen. Färber meinte aber, dass es mittelfristig sehr wohl interessant wäre, auf der „grünen Wiese“ einen Pendlerparkplatz zu errichten - dann nämlich, wenn die Ostumfahrung und die Unterquerung der Bahnlinie realisiert würden.

Rudolf Steck (SPD) ist hingegen der Meinung, dass das Kino-Areal ein separater Bereich sei. „Die Fläche wird in Gänze verpachtet. Und ein Bebauungsplan ist in Vorbereitung“, so der Fraktionsvorsitzende der SPD. „Ich schlage daher vor, dieses Areal aus dem Sanierungsgebiet zu nehmen.“ Marc Sutterer glaubt nicht, dass der Kinoinvestor Pendlerparkplätze einrichten will.

Uninteressant für das Sanierungsgebiet sind die Flächen in Höllstein, auf denen die Supermärkte (Lidl, Rewe, dm) stehen. Hier lägen keine städtebaulichen Missständnisse vor, und es sei daher nicht sinnvoll, hier einzugreifen, sagte Färber. Gleichwohl seien die Supermarktareale ortsbildprägend, wenn man aus Richtung Schopfheim komme, stellte Stephan Mohr fest.

Diskutiert wurde ferner darüber, ob man einzelne Gebiete zwischen Friedrich- und Gewerbestraße, zwischen Schul- und Friedrichstraße und südlich der katholischen Kirche mit in das Sanierungskonzept einbeziehen sollte. Rainer Eiche (SPD) wies auf historische Gebäude im Kreuzungsbereich Maulburger Straße / Bernhardstraße und in der Schulstraße hin, die erhalten werden müssten. Gebäude aus den sechziger Jahren und in zweiter Reihe sollte man ihm zufolge nicht mit in das Sanierungsgebiet einbeziehen.

Neu aufgenommen in das Sanierungsgebiet „Brückenschlag Höllstein – Steinen“ wurden kleine Bereiche in der Kirchstraße und in der Neumattstraße. Stephan Mohr wünscht sich für den Parkplatz an der Neumattstraße eine andere Gestaltung, die auch Sitzgelegenheiten vorsieht.

Er befürwortet auch ein gemischt-genutztes Gebäude anstelle der Paintballhalle gegenüber vom Rewe-Markt. „Der Abriss von Gebäuden kann zum Teil bezuschusst werden. Auch die Entwicklung von Grundstücken ist förderfähig. Und die Gemeinde bekommt dann auch ein Vorkaufsrecht“, sagte Färber.

Ein förmlicher Beschluss des Sanierungsgebietes wird in einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderats getroffen. Stefan Färber wies noch einmal darauf hin, dass die Passerelle nicht Bestandteil des Sanierungebietes sei. Sie soll etwa 6,8 Millionen Euro kosten. Für die Brücke sei eine Finanzierung über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz sinnvoll, weil es hier eine höhere Förderquote gebe.

Wichtiger sei es, so Bürgermeister Gunther Braun, eine attraktive Verbindung für den Fuß- und Radverkehr zu schaffen. Die durch die Bundesstraße verursachte Trennung zwischen Höllstein und Steinen soll überwunden werden.

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