Steinen - Vor etwa zweihundert Besuchern ging am Freitagabend der Steinener Neujahrsempfang in der Wiesentalhalle über die Bühne.

Ausgiebig widmete sich Bürgermeister Gunther Braun in seiner Ansprache der durch immense Aufgabenfülle, räumliche Zersplitterung in drei Rathausstandorte, Fachkräftemangel und personelle Umbrüche geprägten Situation in der Steinener Gemeindeverwaltung.

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Der Bürgermeister warb um Verständnis für Verzögerungen und Konflikte, die es aus dieser Situation heraus womöglich gebe. Wenngleich Steinen beim Wettbewerb um Fachkräfte aufgrund gesetzlicher Vorgaben und enger finanzieller Spielräume nicht mit der Privatwirtschaft und den großen Verwaltungen konkurrieren könne, bemühe man sich darum, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

Neue Leitungspersonen

So sei es in jüngerer Zeit gelungen, Schlüsselpositionen neu zu besetzen, sagte Braun, und führte als Beispiele Jürgen Zieringer als neuen Werkhofleiter und Maria Jürgens-Hofmann als neue VHS-Leiterin an.

Transparenz und Dialog

„Ich bin ein Freund der öffentlichen Beteiligung und des transparenten Dialogs und suche den ständigen Austausch mit den Betroffenen“, betonte Bürgermeister Braun. Das sei nicht unbedingt der schnelle und einfache Weg zu Entscheidungen, gehöre aber zu einer offenen politischen Gesellschaft. Eben dieses transparente Vorgehen unter breiter Bürgerbeteiligung praktiziere die Gemeinde beim Thema Verkehrsentwicklung. Als wichtiges Werkzeug für Transparenz und Informationsfluss führte Braun die neu überarbeitete Homepage der Gemeinde an.

Wichtig neben solch technischen Errungenschaften sei jedoch vor allem auch das Zusammenspiel der Mitarbeiter, so Braun weiter. Er hob in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit von Rettungskräften, Ordnungsamt und Werkhof hervor, die sich beispielsweise bei der Bewältigung der Folgen von „Burglind“ bewährt habe. Unabdingbar sei diese Kooperation auch beim Hochwasserschutz: Aktuell würden hier die Notfall- und Einsatzpläne erarbeitet.

Klinikum und Verkehr

Von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung Steinens sieht Braun das künftige Zentralklinikum vor den Toren der Gemeinde. Dies vor allem mit Blick auf die großformatige Überarbeitung der Verkehrswege und der Infrastruktur, die damit einhergeht: „Hierin sehe ich die einmalige Chance, unsere eigenen Verkehrsprobleme anzugehen und die nötige finanzielle Unterstützung von Bund und Land zu bekommen“, sagte Braun. Gebot der Stunde sei es, den Prozess von Anfang an im Interesse Steinens zu begleiten.

Ziel sei unter anderem eine optimale Verbindung zwischen den bislang getrennten Ortsteile Steinen und Höllstein. Als weitere kurz- und langfristige Ziele nannte Braun Verbesserungen in Sachen Parkmöglichkeiten, Tempo 30 im Kernort und die Neuregelung des Verkehrs im kompletten Umfeld von Bahnhof und Bahnübergängen.

Bauvorhaben

Priorität habe die Fertigstellung der Sporthallensanierung bis April, erklärte Braun mit Blick auf die Bauvorhaben im Ort. Und nach einigen Verzögerungen sei auf dem Areal der „Alten Weberei“ im Sommer mit dem Baubeginn zu rechnen. Die Einrichtung eines Waldkindergartens werde gerade bearbeitet; „um die Einrichtung weiterer Kindergärten in Eigenregie oder zusammen mit anderen Trägern „werden wir nicht herumkommen“.

Wahljahr 2019

Mit Blick auf die Europa- und Kommunalwahlen am 26. Mai sprach Bürgermeister Braun von einem spannenden Jahr für Europa, den Kreis und die Gemeinde. Er rief die Bürger auf, sich als Wähler und als Wahlhelfer zu beteiligen, – „oder besser noch: Lassen sie sich wählen!“

Dankeschön

Zum Ende seiner Ansprache dankte Bürgermeister Gunther Braun all den Menschen, die sich im vergangenen Jahr im Ehrenamt, im Verein oder im Beruf „für uns Mitbürger eingesetzt haben“.