Tischtennis Ein wenig Normalität ist zurückgekehrt

Zuhause trainieren und lernen: Auch für Sohpia Klee ist diese Situation neu.Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Trotz Coronavirus-Pandemie hat Sophia Klee das Lachen und den Spaß in diesen schwierigen und nachdenklich stimmenden Zeiten nicht verlernt. Der 16-jährige Neuzugang des Erstbundesligisten ESV Weil hat sich seit mehr als zwei Monaten mit der Situation arrangiert.

Weil am Rhein. Für die aktuell beste Nachwuchs-Tischtennisspielerin Deutschlands hat der Lockdown auch seine guten Seiten. Sophia genießt aktuell die Zeit zu Hause mit ihren Eltern und den beiden Geschwistern. Unser Redakteur Uli Nodler hat sich mit der Hochtalentierten unterhalten.

Frage: Wie geht’s Ihnen denn so in Zeiten der Corona-Pandemie?

Gesundheitlich ist alles gut. Ein schönes Gefühl ist es, aktuell viel Zeit mit der Familie zu verbringen. Das kam in der Vergangenheit zu kurz, weil ich wegen meines Sports viel unterwegs war. Nervig ist allerdings, dass ich meine Freunde nicht treffen kann. Sie fehlen mir sehr. Allerdings merke ich auch, dass ich jetzt die Möglichkeit bekomme, ein bisschen durchzuatmen. Das ist schon angenehm.

Frage: Haben Sie als aktuelle Jugendnationalspielerin vom Deutschen Tischtennis-Bund besondere Verhaltensregeln während der Coronavirus-Pandemie erhalten?

Besondere Verhaltensregeln habe ich von Seiten des DTTB nicht erhalten. Auch dort ist man von den allgemeinen Vorgaben der Politik abhängig. Und das heißt eben, dass es keinerlei Wettkämpfe in Deutschland und keine gemeinsamen Trainingsmaßnahmen in Düsseldorf oder anderswo gibt.

Frage: Wie gehen Sie mit der Alltagsgestaltung in der Corona-Krise um?

Ich muss mir selbst einen Plan erstellen, wie ich beim Sport gut vorankomme. Home-Training in Kombination mit Home-Schooling sind schon eine große Herausforderung für mich. Mich überrascht, dass ich die freie Zeit wirklich sinnvoll nutze und meine Motivation anhält. Es überrascht mich auch, dass ich mit der Schule zu Hause gut klar komme. Und dass ich diese ungewohnte Situation gut aushalte.

Frage: Haben Sie sich schon an die Schutzmaske gewöhnt?

Ich trage das Ding nur dort, wo es vorgeschrieben ist. Ansonsten achte ich lieber auf den Mindestabstand. Während des Unterrichts in meinem Gymnasium in Kassel ziehe ich während der Unterrichtsstunde den Mundschutz nicht an. Ich habe ihn aber jederzeit griffbereit, wenn es die Situation erfordert.

Frage: Wer hat sich während der Corona-Krise ein besonders großes Lob verdient?

Ich habe Respekt vor allen, die dafür sorgen, dass der Alltag irgendwie läuft. Beispielsweise Pflegekräfte und Verkäuferinnen und Verkäufer im Supermarkt zeigen, was Solidarität bedeutet. Die Krise verdeutlicht uns, dass diese Jobs mehr Wertschätzung verdient haben.

Frage: Wie groß ist Ihre Lust auf Normalität?

Die ist sehr groß, keine Frage. Ich vermisse den Kontakt mit meinen Bekannten, sie einfach mal so zu treffen. Aber, wie gesagt: Mir geht es gut, und ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass ich diese Zeit nicht auch ein wenig genieße.

Frage: Wenn der Spuk endgültig vorbei wäre, was würden Sie als Erstes tun?

Weil ich nun wieder zur Schule gehe, ist ein bisschen Normalität zurückgekehrt. Am ersten Schultag musste ich direkt eine Klausur in meinem Leistungskurs Biologie schreiben. Ist das nicht ein wenig verrückt? Vor allem würde ich gerne wieder in der Sporthalle trainieren.

Frage: Gilt der Doping-Kodex schon für Sie? Wenn ja, werden Sie aktuell genauso oft getestet wie vor der Pandemie?

Ja, der Doping-Kodex der NADA gilt natürlich auch für mich. Ich bin aber aktuell nicht getestet worden.

Frage: Trotz Corona-Pandemie scheint aktuell möglich, dass sie als Jugendnationalspielerin noch in diesem Jahr Wettkämpfe bestreiten. Gibt’s da von Seiten des DTTB schon einen Terminkalender? Wenn ja, welche Turniere sind da vorgesehen?

Einen Nachholtermin gibt es für die bereits ausgefallenen Veranstaltungen, wie die Deutsche Meisterschaften der Altersklasse U18 im April oder die Europameisterschaften in Zagreb im kommenden Juli, noch nicht. Sie sollen aber definitiv nachgeholt werden. Die U18-WM steht noch für Ende November im internationalen Terminkalender.

Frage: In der anstehenden Bundesliga-Saison 20/21 kämpfen sieben Klubs um den Titel. Ihr Verein TuS Bad Driburg steht nach dem angekündigten Rückzug als erster Absteiger fest. Welche Rolle wird ihr neuer Verein ESV Weil spielen? Und wer dürfte die besten Titelchancen haben?

Mit dem ESV Weil haben wir ein ganz gutes Team, das sehr ausgeglichen besetzt ist. Das ermöglicht Spielgewinne im vorderen wie hinteren Paarkreuz. Ich denke, wir haben eine gute Chance, die Playoffs zu erreichen. Dafür müssen wir Sechster werden. Favorit ist ganz klar Eastside Berlin. Der Klub aus der Hauptstadt ist auf den ersten fünf Positionen mit Spielerinnen aus den Top 100 der Welt besetzt. Ich denke, der TuS Langstadt wird der erste Verfolger sein.

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