Todtnau „Ein ständiger Überlebenskampf“

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Hat im Oktober die Leitung des Todtnauer Waldkindergartens übernommen: Laura Käuflin. Foto: Verena Wehrle

Todtnau (vw). Es war ein Abend in Aufbruchsstimmung – die Hauptversammlung des Waldkindergartens Wurzelzwerge. Der Verein hat die Trägerschaft des Kindergartens inne. Und eben genau diese war Gegenstand der Diskussion. „Kann man dies weiter leisten?“ lautete die zentrale Frage der Diskussion. Soll der Kindergarten weiterhin durch den Verein geführt werden, oder soll doch wieder die Stadt die Trägerschaft übernehmen?

Stimmungsbild ermittelt

Bereits einige Wochen zuvor hatte der Vorstand mit den Eltern darüber gesprochen. Ein wesentlicher Aspekt: Vorsitzender Christoph Buck wird nach vielen Jahren im kommenden Jahr seinen Posten abgeben. Nicht nur die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich schwierig, auch die Materie, einen Kindergarten als Laien zu führen, werde immer komplexer. Auch der finanzielle Spielraum sei sehr eng.

Was die Eltern durch viel Ehrenamt, etwa am Naturparkmarkt oder am Weihnachtsmarkt erwirtschaften, landet in der Kasse zur Deckung des Defizits. Zusätzlich finanziert werden könne dadurch nichts. Somit sei man in einem ständigen „Überlebenskampf“, was das Finanzielle als auch die Vorstandsarbeit angehe.

In der Versammlung ging es zunächst um ein Stimmungsbild zum Thema. Dieses fiel eindeutig aus: Alle Anwesenden sprachen sich für eine Trägerschaft durch die Stadt aus. Auch die Erzieher hatten zuvor Vor- und Nachteile abgewogen. Laura Käuflin, die im Oktober die Leitung des Kindergartens übernommen hat, sagte: „Ich bin offen für alles, es muss nur jemanden geben, der die Verantwortung für mehrere Jahre übernimmt.“

Christoph Buck wird nun erste Gespräche mit der Stadt führen und ihr das Stimmungsbild mitteilen. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung muss dann definitiv über die Trägerschaft abgestimmt werden. Deutlich wurde, dass es auch ohne Trägerschaft einen Förderverein geben soll.

Zur Vorgeschichte: Der Waldkindergarten Todtnau wurde damals von der Stadt gegründet, später war es genau diese, die ihn wieder schließen wollte. Die Eltern kämpften und gründeten einen Verein, um den Fortbestand des Kindergartens zu retten. „Die Situation ist heute eine andere, die Stadt ist auf unseren Kindergarten angewiesen“, betonte Christoph Buck in der Sitzung. Und auch Gründungsmitglied Ali Harenberg sagte, man solle sich der Situation anpassen.

Laura Käuflin stellte sich den Eltern vor, sie ist 30 Jahre alt, kommt aus Grenzach-Wyhlen war dort sieben Jahre in einem Kindergarten beschäftigt, davon drei Jahre als Leitung. Sie zog im Sommer nach Muggenbrunn um, wozu die Stellenanzeige des Waldkindergartens wie gerufen kam. An ihrer neuen Arbeitsstelle fühle sie sich sehr wohl.

Neue Leiterin

Die bisherige Leiterin Rebecca Übelin hatte im Juni bekannt gegeben, dass sie als Leiterin aufhören wolle. „Wir hatten wirklich Glück, die Stelle so schnell zu besetzen und es passt super“, freute sich Christoph Buck.

Erzieherin Petra Eckert blickte auf ein reges Kindergartenjahr mit vielen Aktivitäten und Ritualen, passend zu jeder Jahreszeit, und Feste zurück. Vor allem das Freispiel spielt im Waldkindergarten eine große Rolle. Im vergangenen Kindergartenjahr wurden neun Kinder eingewöhnt und das über das ganze Jahr hindurch. Weitere Mitarbeiterinnen des Waldkindergartens sind Susann Zerbst und Nicole Asal.

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