Todtnau Weitere Sicherheitspunkte festgelegt

Blick von der Geschwender Halde: Die Sofortmaßnahmen in Sachen Felssturz sind mittlerweile erledigt, ein Bauantrag in dem gefährdeten Gebiet fand allerdings keine Zustimmung im Todtnauer Gemeinderat. Foto: Markgräfler Tagblatt (Archiv)

Todtnau - Geschwend - Nachdem die Sofortmaßnahmen zur Sicherung von absturzgefährdeten Felsblöcken im Bereich der Geschwender Halde abgeschlossen sind, wurden die weiteren Sicherungspunkte im Januar 2020 zusammen mit dem Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) begangen und Schutzmaßnahmen festgelegt.

Darüber informierte Bauamtsleiter Klaus Merz in der jüngsten Todtnauer Gemeinderatssitzung. Die Schutzmaßnahmen umfassen den Bau eines Hochenergiezauns auf einer Länge von rund 900 Metern entlang der Gisibodenstraße und die Sicherung von Felsblöcken, die aufgrund ihres Volumens nicht durch den Hochenergiezaun aufgehalten werden. Die Dimension der Maßnahmen erfordert eine umfangreiche Koordination und eine ingenieurtechnische Begleitung.

Die Ingenieurgruppe Geotechnik aus Kirchzarten könne die notwendigen Leistungen in Absprache mit dem LGRB sowie mit Unterstützung des Bauamtes und des Forstbezirkes erbringen. Eine Besichtigung und Einweisung in die Aufgabenstellung habe vor Ort stattgefunden, so Merz.

Das vorgelegte Honorarangebot der Ingenieurgruppe Geotechnik beinhaltet die erforderlichen Ingenieurleistungen zur Bemessung der Sicherungen sowie die Ausschreibung und Begleitung der Maßnahmen. Die erbrachten Vorleistungen des LGRB sowie die Unterstützung durch Bauamt und Forst wurden berücksichtigt. Die vorläufige Honorarsumme liegt bei insgesamt 59 163 Euro brutto.

Die vorläufigen Baukosten der Gesamtmaßnahme liegen bei rund zwei Millionen Euro brutto. Der Posten ist in den Haushaltsplan 2020 eingestellt worden, Fördermittel werden beantragt.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Vergabe der ingenieurtechnischen Leistungen für die Sicherungsmaßnahmen an die Ingenieurgruppe Geotechnik aus Kirchzarten.

Dagegen wurde der Bauantrag eines Geschwender Bürgers, sein bestehendes Haus zu einem Mehrgenerationenhaus umzubauen und zu vergrößern, vom Gemeinderat in der Sitzung abgelehnt. Bei der derzeitigen Gefahrenlage in dem Gebiet, in dem gebaut werden sollte, könne man nicht anders verfahren, sagte Bürgermeister Andreas Wießner.

Der Ortschaftsrat hatte das Vorhaben befürwortet, es sei eine positive Entwicklung für den Ort, sagte Ortsvorsteher Alfred Zielinski. Rolf Mühl betonte, dass doch Sicherungsmaßnahmen vorgenommen würden, er verstehe die Ablehnung nicht. CDU-Fraktionsvorsitzender Steffen Lehr erklärte, dass seine Fraktion zwar mehrheitlich dafür sei, dass gebaut werde, sie könnte jedoch aufgrund der rechtlichen Situation ihre Zustimmung nicht geben. So argumentierte auch Bernhard Steinebrunner (SPD), der die Idee eines Mehrgenerationenhauses grundsätzlich toll findet; aber man müsse abwarten, wie die Sicherungsmaßnahmen ausfallen.

Bürgermeister Wießner sagte, man wisse nicht, ob weitere Bauten genehmigungsfähig seien. „Wir stehen im Moment voll in der Haftung“, so der Rathauschef.

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