^ Uehlin-Haus: In fünf Wochen rollen die Abrissbagger - Schopfheim - Verlagshaus Jaumann

Uehlin-Haus In fünf Wochen rollen die Abrissbagger

Gerald Nill
Bereits in fünf Wochen soll im Herzen Schopfheims der Abrissbagger kommen, um Platz für einen Neubau auf dem Uehlin-Areal zu schaffen. Foto: Gerald Nill

Die lang ersehnte Entwicklung des Uehlin-Areals kann endlich beginnen. Im Bauausschuss nahm das Projekt des Wohn- und Geschäftshauses jetzt ohne Gegenstimme die letzte Hürde, sodass bereits in fünf Wochen mit dem Abriss begonnen werden kann.

Architekt Fritz Wilhelm aus Lörrach nutzte die Gelegenheit, den Ausschussmitgliedern das Neubauprojekt zu präsentieren. Er ließ keinen Zweifel: „Wir wollen ein gutes Haus machen.“

Gastronomie im Erdgeschoss

Er fuhr fort: „Die Bauherrin will im Erdgeschoss ein Café oder Restaurant.“ Clou werde sein, dass ein Glasboden den Blick frei gebe auf eine alte Druckermaschine des ehemaligen Verlagshauses. Dieses kleine Zugeständnis ist dem Denkmalschutz geschuldet. Das Innenleben des Erdgeschosses sei noch weitgehend offen und abhängig von der tatsächlichen Nutzung eines Pächters.

Wohnungen und Büros

Im ersten und zweiten Obergeschoss seien Wohnungen geplant, jeweils zwei Dreizimmer und einmal Zweizimmer. „Es könnte aber auch ein Rechtsanwalt oder eine Praxis einziehen“, räumte Wilhelm ein. „Um-Eck-Fenster“ seien ein Gestaltungsmerkmal. Und: Die Eigentümerin wolle die Wohnungen verkaufen. Im dritten Obergeschoss können laut Bauvorschrift nur 75 Prozent der Fläche als Wohnraum genutzt werden, was dazu führt, dass auf ganzer Länge eine Loggia angelegt werde.

Im Spitzboden des steilen Dachs sei Platz für ein „Hausmeister-Zimmer“, schloss Wilhelm. Die Luft-Wärme-Pumpe soll wegen Geräusch-Emission in den Keller verfrachtet werden.

Foto: Stadt Schopfheim

Foto: Stadt Schopfheim

Orientierung an Umgebung

Zur Gesamt-Erscheinung des Neubaus meinte Wilhelm: „Gerade an dieser Stelle gibt es das Anliegen, dass etwas städtebaulich Anständiges hinkommt.“ Der Neubau werde „etwas modern, aber kein Bauhaus“. Er lasse sich ein „auf die Sprache der Nachbarschaft“.

Gremienmitglieder angetan

Bürgermeister Dirk Harscher wirkte erleichtert: „Das Bauvorhaben beschäftigt uns schon sehr lange.“

Für die CDU meinte Thomas Kuri, selbst Architekt: „Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“ Auch wenn es noch mal Überplanungen gegeben habe, sei der Planer „sensibel“ damit umgegangen. Kuri abschließend: „Das ist ein Gebäude, das hier hin passt. Ich freue mich drauf.“ Auch Karlheinz Markstahler von den Freien Wählern gefällt der „moderne Touch, der der Stadt gut tut“.

Diskussion um Stellplätze

Markstahler sprach genauso wie Andreas Kiefer (Die Unabhängigen) die Stellplatzfrage an. Hierzu antwortete Jochen Sutter vom Bauamt der Stadt, dass ein Stellplatz pro Wohnung vorgeschrieben sei. Sechs könnten in der städtischen Tiefgarage angeboten werden, zwei weitere auf einem städtischen Parkplatz in Bahnhofsnähe. Die erforderliche Zahl der Stellplätze im Erdgeschoss könne erst entschieden werden, wenn die Nutzung feststehe ; sie liegt zwischen fünf und sieben, für die die Bauherrin eine Ablöse bezahlen müsse. Harscher ließ durchblicken, dass es abends auch in der Innenstadt keine Probleme gebe, einen freien Parkplatz zu finden.

Vorschriften eingehalten

Für die Bauverwaltung erklärte Jochen Sutter, dass die Einwände der Nachbarschaft unberechtigt seien. Die erlaubte Höhe werde unterschritten, der Mindestabstand eingehalten. Über etwaige Geruchsbelästigungen durch Gastronomie müsse später die Gewerbeaufsicht befinden, so die Verwaltung. Das Schlusswort zum Neubau fand Thomas Gsell, (SPD): „Endlich geht es voran. Und ich bin überzeugt, es wird gut. Das wird ein Schmuckstück für die Innenstadt.“

Einstimmige Entscheidung

Das Projekt wurde ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung auf den Weg gebracht. Harscher lobte den „guten Investor und den guten Architekten.“

Historische Bedeutung

Uehlin-Haus und „MT“:
Zwischen dem Uehlin-Haus und unserer Zeitung besteht eine enge Verbindung: 1864 gründete  Georg Uehlin in den Räumen die erste Schopfheimer Lokalzeitung: den „Statthalter von Schopfheim“. Im Jahr 1882 taufte er die Zeitung auf den Namen um, den sie bis heute trägt: Markgräfler Tagblatt. Bis zum Umzug an den heutigen Standort in der Hauptstraße 51 in den 1990er Jahren hatte unsere Redaktion hier ihren Sitz.

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