Verkehr in Schopfheim Sicherheit lässt auf sich warten

Gerald Nill und Anja Bertsch
Der „Minikreisel“ an der Wehrer Straße Foto: Aja Bertsch

Die Blinklichter, die am „Minikreisel“ in der Wehrer Straße für Sicherheit sorgen sollen, lassen seit Monaten auf sich warten. Längst umgesetzt ist dafür eine andere Maßnahme: Das Parkscheibenregiment am Schulcampus.

Die jüngste Verkehrsschau Anfang Mai 2023 konzentrierte sich auf zwei Themen: Den sogenannten „Minikreisel“ in der Wehrer Straße und das Parken rund um den Schulcampus in der Roggenbachstraße. Neun Monate nach dem Vor-Ort-Termin steht es höchst unterschiedlich um die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen.

Sicherheit am Minikreisel

Mächtig in Verzug ist die seit langem angemahnte und eigentlich auch beschlossene Verbesserung am unfallträchtigen „Minikreisel“ in der Wehrer Straße/Kreisstraße 6335 – nicht zuletzt Schulweg vieler THG- und Waldorfschüler. Blinklichter sollen die Verkehrsteilnehmer künftig darauf aufmerksam machen, dass hier überhaupt ein Kreisverkehr mit entsprechenden Vorfahrtsregeln existiert.

Problem: Der Kreisel selbst ist recht klein, sodass oft kaum zu erkennen ist, wer schon drin ist und wer schon wieder draußen. Gleichzeitig stoßen hier fünf Straßen theoretisch gleichberechtigt aufeinander. Allerdings sind die bevorzugt von Autos genutzten Arme der Wehrer Straße dominanter als die vom Schülerverkehr vor allem genutzten Arme der Stettiner- und der Hebelstraße. In der Praxis führt das dazu, dass auf der Wehrer Straße fahrende Autos sich oft im Vorfahrts-Recht fühlen – und dazuhin oft einfach über den Kreisel hinüber fahren. Immer wieder gibt es Unfälle.

Für größere Achtsamkeit bei den Autofahrern sollen künftig Blinklichter sorgen, die während der Schulzeit in Betrieb sind. Diese allerdings lassen nun schon seit Monaten auf sich warten. Schon im September hatte die Stadt auf Anfrage eingeräumt, dass es zu Verzögerungen kommt, „geschuldet der Suche nach einem geeigneten Anbieter“. Als Zielmarke wurde damals Ende 2023 ausgegeben.

Diese Frist ist mittlerweile verstrichen – von einem Lichtsignal indes ist nichts zu sehen. „Bei der Lieferung der Blinklichter gibt es leider Verzögerungen“, erklärt der städtische Pressesprecher Marcus Krispin auf erneute Anfrage. Aktualisierte Ansage nun: „Die Leuchten sollen voraussichtlich bis Ende Februar geliefert werden. Die Montage sollte bis Mitte März abgeschlossen sein.“

Parken am Campus

Deutlich schneller ging es beim zweiten Thema der Verkehrsschau, das in den Augen einer breiteren Öffentlichkeit weit weniger dringlich sein dürfte: Die Neuregelung des Parkens rund um den Schulcampus in der Roggenbachstraße.

Um was geht es? In der Regel werden die Parkplätze gegenüber der Schule und entlang der Straße bis zum frühen Nachmittag vor allem von den Lehrkräften benutzt. Anschließend ist auf dem Areal weitgehend Luft und Platz, nur teil- und zeitweise gefüllt von den Nutzern der Halle und den Anwohnern ringsum.

Neue Parkregeln am Campus. Foto: Anja Bertsch

Just dieser Zeitraum – nachmittags und wochenends – ist nun seit September reglementiert: Von 15 bis 21 Uhr herrscht täglich eine Parkscheibenpflicht; Parklimit dabei: vier Stunden. „Die Parkplätze sollen vor allem ab nachmittags und am Wochenende für die Hallen-Campusnutzung zur Verfügung stehen und nicht durch Dauerparker belegt werden“, begründet die Stadt diesen Schritt. Auf die dort ebenfalls parkenden Anwohner ziele die Maßnahme demnach nicht unbedingt.

Dass es in Sachen Dauerparkerei ein Problem gibt, war den Anliegern vor Ort allerdings bis dahin nicht gerade ins Auge gesprungen. Sie sehen sich nun aber – ob gezielt oder nicht – mit der Begrenzung der Parkmöglichkeiten in ihrem Quartier konfrontiert.

Aufs Tapet gebracht und in einen größeren Zusammenhang gestellt wurde die neue Regelung in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses von Klaus Böttger als sachkundigem Bürger. „Einerseits ein Schilderwald, andererseits fehlende Schilder“, beklagte er. Am Schul-Campus seien gleich drei neue Parkschilder auf kurzem Abschnitt aufgestellt, deren Sinn sich nicht unmittelbar erschließe. Dafür existiere in der ganzen Roggenbachstraße nur ein einziges Tempo-30-Schild: Ganz am Anfang, auf Höhe des Bestattungsinstituts Klingele – und dann auf einem Kilometer nichts mehr. Das sei dürftig.

Die Folge sei, dass sich zwar die meisten an das Tempolimit hielten, einige „Poser“ aber auch deutlich zu schnell unterwegs seien – sogar mit Tempo 60 oder gar 70, schätzte Böttger. Und das in der Nähe der Schule. Es werde zu wenig kontrolliert, schloss Böttger und bedauerte, dass die Tempo-Messung mit dem Smiley nicht mehr durchgeführt werde. Beigeordneter Thomas Schmitz dankte für die Anregungen und versprach die Sache weiterzugeben.

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