Weil am Rhein Abtauchen in die Unterwasserwelt

Ingmar Lorenz
In der neuen Unterwasserwelt: (v.l.) Rudolf Koger, Peter Spörrer, Stom500 und Stefan Winterle Quelle: Unbekannt

Tauchende Enten, Unterwasserpflanzen und jede Menge Fische zieren seit gestern den Friedlinger Ortseingang. Der Graffiti-Künstler Stom500 aus Straßburg hat den Bereich unter der Autobahnbrücke neu gestaltet.

Von Ingmar Lorenz

Weil am Rhein. Nur gut zehn Tage hat der Künstler gebraucht, um – teils auf einer Hebebühne stehend – auf insgesamt acht Säulen sowie einer Wand die Unterwasserwelt des Rheins einzufangen. „Das Ergebnis spricht für sich“, lobte Erster Bürgermeister Rudolf Koger das Gesamtwerk beim Pressetermin am Freitagnachmittag. Der Betrachter taucht bei der Ankunft in Friedlingen ein ins kühle Nass. Die vielen Tiere sind humorvoll dargestellt und erinnern unter anderem durch ihre kleinen Hüte an Cartoon-Figuren. Die dadurch entstehenden positiven Eindrücke hob auch Kulturamtsleiter Peter Spörrer besonders lobend hervor.

Bei der Betrachtung funktioniert das Werk in mehreren Stufen. Der erste Eindruck ist geprägt von dem kräftigen Blauton, der als Grundierung dominiert. Je länger man die Motive betrachtet, desto mehr humorvolle Details entdeckt man. Auch eine große, runde Biene, die gewissermaßen das Markenzeichen von Stom500 ist, kann der Betrachter bei genauerem Hinsehen entdecken.

Mehrere Stellen arbeiten Hand in Hand

Um das Kunstprojekt zu realisieren, hatten mehrere Stellen zusammengearbeitet. Neben der Stadtverwaltung samt Kulturamt waren der Kanton Basel-Stadt sowie die Friedlinger Colab Gallery mit im Boot. Die Verwaltungsstellen hatten unter anderem die Finanzierung sichergestellt, während die Colab Gallery die Vermittlung des Künstlers übernommen hatte. Denn Stom500 ist in Friedlingen kein Unbekannter. Die Kontakte zur Colab Gallery reichen weit zurück, erklärte Kurator Stefan Winterle. Die nun von Stom500 geschaffene Wasserwelt vereine zwei vormals getrennte Projekte, legte er dar – zum einen die Wand an der Autobahnunterführung, zum anderen die dortigen Säulen. Letztere waren als sogenannte Rio-Säulen bereits vor den Sanierungsarbeiten, in deren Zuge die neuen Kunstwerke entstanden sind, ein Begriff in der gesamten Region.

Damals wie heute kann mit derartiger Kunst im öffentlichen Raum auch dem sinnlosen Beschmieren der Wände durch sogenannte Tags entgegengewirkt werden, berichtete Koger. Um die von Stom500 kreierte Welt zusätzlich zu schützen, werde noch eine spezielle transparente Schicht aufgetragen, hieß es. Und falls das neue Kunstwerk irgendwann doch „getaggt“ wird? Da könne man nichts machen, meint Stom500 gelassen. „Shit happens.“

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