Weil am Rhein Anstoß, Aufregung und Abkühlung

Weil am Rhein - Auf dem Berliner Platz ist auch mit dem wieder sprudelnden Brunnen sowie dem sonnigen Sommerwetter Leben eingekehrt. Während coronabedingt zuvor wenig los war an der Hauptstraße, pulsiert es hier nun – zum Leidwesen einiger Anwohner. Diese stören sich an Fußball spielenden Kindern, Lärm und mehr Müll rund um den Brunnen – aktuell dem einzigen in Weil am Rhein mit einer Chlor-Beimischung.

Müllproblem wird immer größer

Der Müll ist in den zurückliegenden Wochen ein immer größeres Problem geworden. „Die Vermüllung hat zugenommen“, bestätigt Stadtsprecherin Junia Folk auf Anfrage die Wahrnehmung von Anwohnern, die mit der aktuellen Situation in ihrer Umgebung unzufrieden sind und dies gegenüber unserer Zeitung in Wort und Bild deutlich machen.

Dass auch Glassplitter immer wieder auf dem Platz liegen, bemerken die Mitarbeiter des Baubetriebshofs ebenso. Diese sind laut Stadtangaben einmal täglich vormittags mit der Müllbeseitigung hier beschäftigt. Darüber hinaus nachmittags zu säubern, sei einfach nicht möglich.

Stadtverwaltung sieht wenig Handhabe 

Noch weniger Handhabe sieht die Stadtverwaltung aktuell hinsichtlich der auf dem Platz Fußball spielenden Kinder, die einigen Anwohnern ein Dorn im Auge sind. Denn mit dem Ball werde gegen Fassaden und Tore geschossen, auch Deckenelemente seien schon mit dem Ball beschädigt worden. Sprecherin Folk bewertet zwar, dass es sich nicht um keine geeignete Umgebung handelt, um dem runden Leder nachzujagen. „Doch die Stadt hat da keine Handhabe.“

Beim Berliner Platz handele es sich um eine Verkehrsfläche mit besonderer Zweckbestimmung. Fußgänger und Radfahrer dürfen sich auf dem eigentlich privaten Grund und Boden bewegen. Grundlage ist hier ein Vertrag zwischen der Stadt und der Eigentümergemeinschaft.

Frage der gegenseitigen Rücksichtnahme

Nicht ausdrücklich verboten ist demnach, dort zu spielen. „Es gibt keine Anhaltspunkte, dass der Gemeindevollzugsdienst dort vorgehen könnte.“ Vielmehr sei es eine Frage der allgemeinen gegenseitigen Rücksichtnahme, erklärt Sprecherin Folk. Verbotsschilder werde es daher hier nicht geben. „Es ist eine besondere Situation auf dem Berliner Platz.“ Es sei also kein Bolzplatz, doch das Fußballspielen auch nicht ausdrücklich verboten.

Dass ein Anwohner gegenüber unserer Zeitung berichtet, im Rathaus mit dem Verweis abgewimmelt worden zu sein, Weil am Rhein sei offiziell eine kinderfreundliche Kommune, will die Stadtsprecherin nicht wiederholen. Sie sagt: „Kinder brauchen ihren Raum. Das bedeutet aber nicht, dass man sich nicht an Regeln hält.“ Möglichkeiten, den Anwohnern mit bestimmten Maßnahmen entgegenzukommen, sieht sie nicht. „Da kann man nicht viel machen.“

Geringe Chlor-Beigabe

Sorgen hinsichtlich der Wasserqualität werden nicht nur von Anwohnern laut, die Kinder im Brunnen baden sehen, sondern auch in Sozialen Medien wurde in dieser Woche das Thema diskutiert. Entgegen dortiger Aussagen gibt es Chlor im Brunnen. Die Größe und Nutzung erfordert es beim derzeit nicht in Betrieb befindlichen Brunnen auf dem Rathausplatz sowie auf dem Berliner Platz.

Dabei verweist Folk auf die Umwälzpumpe, eine gewisse Wärme und die Tatsache, dass Bürger und Tiere auch ins Wasser springen. „Es ist Usus, dass man Chlor zugibt.“ Zwischen 0,1 und 0,2 Milligramm pro Liter seien es – „also eine niedrige Dosierung“. Man sei hier damit auch weit entfernt von Schwimmbädern. „Es ist gesundheitlich bedenkenlos.“

Rechtlich sei es zudem ausreichend darauf zu verweisen, dass es kein Trinkwasser ist. Eine Weilerin sieht dies für ihren Sohn nicht als Problem an, der auch oft darin schwimmt: „Ein paar Bakterien stärken die Abwehrkräfte. Einfach daheim abduschen und gut ist.“

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