Weil am Rhein Der Betrieb geht nahtlos weiter

Siegfried Feuchter
Der langjährige HNO-Arzt Dr. Bernhard Scharf (r.) ist zum 1. Juli in den Ruhestand gegangen und hat seine Praxis an den HNO-Arzt Dr. Hossam Hasan übergeben. Foto: Siegfried Feuchter

Am Donnerstagnachmittag hat er die letzte Patientin behandelt, dann zog er den Arztkittel für immer aus: Dr. Bernhard Scharf, der seit 26 Jahren in der ehemaligen Weiler Villa Eckert an der Semmelweisstraße eine Hals-Nasen-Ohren-Praxis (HNO) führte, geht kurz vor seinem 65. Geburtstag in den Ruhestand. Nahtlos kann der Praxisbetrieb weitergeführt werden, denn dem scheidenden Mediziner ist es nach schwieriger Suche gelungen, mit Dr. Hossam Hasan (39) einen Nachfolger zu gewinnen.

Von Siegfried Feuchter

Weil am Rhein - Bernhard Scharf, dem Haltingen in den mehr als zweieinhalb Jahrzehnten zur neuen Heimat geworden ist, stammt aus Regensburg. Nach dem Medizinstudium, der Facharztausbildung und der Promotion in Antwerpen, Erlangen und Würzburg war er einige Jahre am Universitätsklinikum Freiburg Assistenzarzt, ehe er sich in Weil am Rhein mit einer eigenen Praxis selbstständig machte, und diese zusammen mit seiner Frau Elke, einer ausgebildeten Krankenschwester, von Null an aufbaute.

Mit Ausnahme der Elternzeit war sie als gute Seele immer und bis zuletzt in der Praxis mit drei weiteren Mitarbeiterinnen tätig. Jetzt wird sie in ihren ursprünglichen Beruf als Krankenschwester zurückkehren.

Bernhard Scharf bot das gesamte Leistungsspektrum einer Hals-Nasen-Ohren-Praxis an. In den 26 Jahren hatte der HNO-Arzt 45 000 Patientennamen in seiner Kartei. In der Ferienzeit kam es öfters vor, dass auch Durchreisende aus Norddeutschland, die auf dem Heimweg aus dem Italien-Urlaub waren und Ohrenschmerzen hatten, seine Praxis aufsuchten. „Es waren schöne Zeiten, wenn auch mitunter stressig“, sagt Scharf rückblickend und fügt hinzu: „Der Beruf hat mir viel Freude gemacht.“ Es sei ihm immer ein wichtiges Anliegen gewesen, dass die Patienten zufrieden waren. So legte er stets Wert darauf, sich ausreichend Zeit für Patientengespräche zu nehmen. In all den Jahren hat der HNO-Arzt sechs Azubis zu medizinischen Fachangestellten ausgebildet.

Etwas Wehmut, großes Glück

Einerseits scheidet Bernhard Scharf mit etwas Wehmut, andererseits „empfinde ich großes Glück, mit Hossam Hasan einen sympathischen Nachfolger und empathischen Menschen gewonnen zu haben“. Denn seit Längerem schon habe er sich nach einem Nachfolger umgeschaut, was sich jedoch als schwierig erwies. „Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben“, sagt er. Die Chemie zwischen ihm und dem 39-Jährigen habe schon beim ersten Kontakt kurz vor Weihnachten im vergangenen Jahr gestimmt.

Hossam Hassan, ein gebürtiger Syrer, lebt seit zehn Jahren in Deutschland. Nach dem Medizinstudium in Syrien machte er in der Kreisstadt Gummersbach im Regierungsbezirk Köln seine Facharztausbildung und promovierte. Anschließend arbeitete er in HNO-Praxen in Bonn sowie in Velbert bei Essen und sammelte wichtige Erfahrungen. Der zweifache Familienvater, der bis 15. Juni in Velbert tätig war und dann mit seiner Familie ins neue Domizil nach Haltingen umzog, freut sich auf die neue Herausforderung und Selbstständigkeit. Ab kommenden Montag führt er nun seine eigene Praxis.

Umzug ins Dreiländereck nie bereut

„Der Zufall wollte es, dass wir nun fast Nachbarn sind“, sagt Bernhard Scharf. Der Arzt hat es es nie bereut, hier im Dreiländereck hängengeblieben zu sein. Weil am Rhein sei zwar keine schöne, aber eine sehr lebenswerte Stadt.

Als naturverbundenem Menschen und aktivem Mitglied im BUND, Nabu und Alpenverein wird Scharf im Ruhestand nicht langweilig werden, zumal er sich auch intensiver seinen Hobbys Wandern, Radfahren und Skifahren widmen kann.

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