Weil am Rhein Christian Buck ein Mann für besondere Aufgaben

Christian Buck, vor zwei Jahren zum Botschafter in Libyen ernannt, ist auf der Karriereleiter des Auswärtigen Amts eine weitere Stufe höher geklettert. Der ehemalige Weiler, promovierter Politikwissenschaftler und Wirtschaftswissenschaftler, ist jetzt „Nahostdirektor“.

Von Siegfried Feuchter

Weil am Rhein. Offiziell heißt seine Funktion „Beauftragter für Nah- und Mittelost und Nordafrika“ im Rang eines Botschafters. Das heißt, Christian Buck, Sohn von Renata und Joachim Buck in Weil am Rhein, steuert die Arbeit von vier Referaten des Auswärtigen Amts, nämlich Nahost, Mittelost/Golf, Maghreb sowie Syrien und Irak. Hinzu kommen, wie das ehemalige Redaktionsmitglied der Weiler Zeitung sagt, 18 Botschaften, drei Generalkonsulate und ein Vertretungsbüro „in einer Region von Nouakschott bis Teheran, von Beirut bis Sanàa“. Das bedeutet viel Arbeit und viel Verantwortung, zumal sich einige Krisenherde in diesen Regionen befinden.

Christian Buck, der sich um diese herausfordernde Stelle beworben hatte und unter zahlreichen Bewerbern das Rennen machte, hat zwar sein Büro in Berlin im Auswärtigen Amt, doch sehr oft wird er bei diesem großen Verantwortungsgebiet in einer der Regionen vor Ort sein. „Wohin ich reise, wird meist kurzfristig entschieden. Syrien steht aber aus politischen Gründen nicht auf dem Programm. Irak und Jemen könnten aber schon sein“, sagt Buck. Seine Abteilung in Berlin umfasst 50 Mitarbeiter, die er bis Ende dieser Woche alle persönlich kennengelernt hat.

Der oberste Chef von Christian Buck ist der Außenminister, dann kommt in der Hierarchie noch ein Staatssekretär und ein Abteilungsleiter. Einer Beförderung auf den Posten des Nahostdirektors muss auch das Bundeskabinett mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Spitze zustimmen.

Christian Buck, 52 Jahre alt, hat eine geradlinige Karriere im Auswärtigen Amt hinter sich. Das fing schon damit an, dass der Mann, der fünf Sprachen spricht, Reserveoffizier ist und den Flugschein besitzt, damals den Sprung in den diplomatischen Dienst mit all seinen hohen Anforderungen schaffte. Denn unter 2000 Bewerbungen wurden nur neun Kandidaten nach einem harten Auswahlverfahren genommen. Der ehemalige Weiler war dabei.

Christian Buck hat bei all seinen bisherigen Stationen bewiesen, dass er ein Machertyp ist. Und nicht nur das. In einem ganzseitigen Zeitungsbericht des Berliner „Tagesspiegel“ über den Botschafter von Libyen wurde er als „Mann für besondere Aufgaben“ im Auswärtigen Amt bezeichnet. Unter anderem hieß es im „Tagesspiegel“: „Der Botschafter ist ein asketischer Typ, sportlich, groß, fast hager. Einer, der den Hamburg-Marathon mitläuft. Er hat einen klaren Blick, lächelt verhalten, strahlt Verlässlichkeit, aber eben auch Konsequenz aus. Man ahnt, warum es in seiner Laufbahn Stationen in Kabul und Kundus gab, warum er die zivile Leitung des regionalen Aufbauteams in Afghanistan inne hatte, warum er immer wieder in Krisenstäben zu finden war und das Krisenreaktionszentrum von 2013 bis 2016 führte.“

Als deutscher Chefdiplomat in Libyen, wobei er und seine Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen von Tunis aus tätig waren und nur ab und an unter hohen Sicherheitsvorkehrungen nach Tripolis gingen, war es sein Auftrag, die Botschaft wieder arbeitsfähig zu machen. Und diese schwierige Aufgabe sei ihm gelungen, heißt es in Berlin. Und mit der neuen Aufgabe eines Nahostdirektors warten noch größere Herausforderungen auf den engagierten Diplomaten, der trotz seiner stressigen Aufgaben und starken Reisetätigkeit gelegentlich einen Zwischenstopp in Weil am Rhein einlegt, um seine Eltern zu besuchen.

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