Weil am Rhein Das Lebensmittel aus dem Hahn

Der Hochbehälter „Kapf“ fasst bis zu sieben Millionen Liter Wasser. Fotos: Adrian Steineck Foto: Weiler Zeitung

Von seinem einwandfreien Funktionieren profitieren viele Menschen in Weil am Rhein jeden Tag, und doch haben ihn die wenigsten je von innen gesehen. Die Rede ist vom Hochbehälter „Kapf“ am Tüllinger Berg. Am Sonntagnachmittag gab es die Gelegenheit, diesen Wasserspeicher zu besichtigen.

Von Adrian Steineck

Weil am Rhein. Allein schon die Zahlen, die Oberbürgermeister Wolfgang Dietz als Vorsitzender des Wasserverbands Südliches Markgräflerland nannte, beeindruckten die mehr als 40 Zuhörer. So werden vom Hochbehälter „Kapf“ aus mehr als 49 000 Personen mit Wasser versorgt. Nicht nur für Weil am Rhein, sondern auch für die Kommunen Binzen, Efringen-Kirchen, Eimeldingen, Fischingen, Rümmingen, Schallbach und Wittlingen stellt der im Jahr 1970 gegründete Wasserverband Südliches Markgräflerland die Wasserversorgung sicher. Pro Jahr werden dabei etwa drei Millionen Kubikmeter Wasser für Haushalte und Betriebe geliefert.

Zugleich war es Dietz ein Anliegen, die Teilnehmer an der Führung für die Bedeutung des Wassers zu sensibilisieren. „Was aus dem Hahn kommt, ist ein Lebensmittel“, sagte er und legte dar, dass der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser im südlichen Markgräflerland derzeit bei 172 Litern liege. Im Jahr 2008 seien es noch 153 Liter gewesen.

Das Lebensmittel Trinkwasser kann in der Region in guter Qualität bedenkenlos genossen werden, wie Hans­peter Strübin, Technischer Geschäftsführer des Wasserverbands Südliches Markgräflerland, darlegte. „Das Wasser wird zwar im Wasserwerk aufbereitet, aber es könnte auch direkt als Grundwasser getrunken werden und würde den Gesundheitsvorschriften entsprechen“, sagte er. In vier Tiefbrunnen im Mattfeld zwischen dem Laguna Badeland und den Langen Erlen wird das Wasser gefasst und dann über das städtische Netz zum Hochbehälter Kapf befördert.

Hochsommer durchaus eine Herausforderung

Dieser fasst 7000 Kubikmeter oder umgerechnet sieben Millionen Liter Wasser und sei nicht zuletzt während des diesjährigen Hochsommers durchaus an seine Kapazitätsgrenzen gekommen. Engpässe seien aber auch in Zukunft nicht zu erwarten, erklärten Dietz und Strübin einvernehmlich. Um den im Jahr 1979 geschaffenen Hochbehälter zukunftsfähig zu halten, wurde er in den beiden vergangenen Wintern für 1,2 Millionen Euro saniert.

Dietz machte auch deutlich, dass ein Verkauf des Weiler Wassernetzes nicht zur Diskussion steht. „Die Bürgerschaft hat ein Anrecht auf gutes Trinkwasser aus ihrer Stadt“, machte das Stadtoberhaupt deutlich und erhielt für diese Worte spontanen Beifall der Zuhörer. In den vergangenen Jahren habe es diesbezüglich immer wieder Anfragen gegeben, erläuterte Dietz weiter. Aber: „Wir verkaufen unser Wassernetz nicht.“

Die Wasserwanderung hatte bei der Vitra ihren Ausgang und führte über den Rehberger-Weg zum Hochbehälter „Kapf“. Aufgrund des spätsommerlichen Wetters hatte die Weiler Feuerwehr, die für die Bewirtung der Wanderer mit Würsten, Brot und Wein sorgte, das Vesper kurzerhand in den Hof des Hochbehälters verlegt. Dort klang der Nachmittag aus.

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