Weil am Rhein Die Versorgung aufrecht erhalten

Professor Anatolii Chumak (rechts) freut sich über die überbrachten Waren. Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Auch Jahrzehnte nach der Katastrophe in Tschernobyl im Jahr 1986 ist die Hilfe der Kinderhilfe KiHev aus Weil am Rhein wichtiger denn je. Vorsitzender Thomas Harms kann seit mehr als einem Jahr nicht mehr in die Klinik in Kiew reisen, um die dringend benötigten Medikamente und Hilfsgüter persönlich zu liefern. Dennoch konnten Mittel und Wege gefunden werden, dringend benötigte medizinische Geräte, Medikamente und Spenden vor Ort an Professor Anatolii Chumak zu übergeben.

Weil am Rhein (sc). „Wer glaubt, dass nach dieser langen Zeit nach der Katastrophe eine Erleichterung und Besserung für die betroffenen Menschen eingetreten ist, der irrt sich gewaltig“, sagt Harms. Zudem fordere die Corona-Pandemie auch dort bei der Behandlung von Tschernobyl-Patienten einen gewaltigen Aufwand. Alle müssen getestet werden, was das schmale Budget der Klinik zusätzlich sehr belastet. Dazu komme, dass die Kinder mit lymphatischer Leukämie die höchste Risikogruppe darstellten.

Dank der Hilfe aus Weil am Rhein konnten notwendige Medikamente umgehend eingesetzt werden. Aber es sind nicht nur die Kinder aus den verstrahlten Gebieten, die in der Klinik behandelt werden müssen. Vielmehr kommen nun immer mehr Kinder aus dem Kriegsgebiet im Südosten der Ukraine mit Erkrankungen von Herz-Kreislauf, Bronchien, Verdauung, psychisch bedingten Angstzuständen, Erschöpfung und Depressionen. Auch hier greift die Hilfe aus Weil. Süßigkeiten, Spielzeug und Medikamente trügen zu einer erfolgreichen Therapie bei.

Selbst Menschen, die damals bei der Katastrophe eingesetzt wurden und dadurch massiver Strahlung ausgesetzt waren, finden heute in der Klinik Hilfe. Nach seinem Einsatz im Atomkraftwerk kam der Feuerwehrmann Vladimir erstmals mit akuter Verstrahlung in das Krankenhaus. Regelmäßige Behandlungen und Kontrollen trugen zum Überleben bei, wenn auch mit vielen gesundheitlichen Problemen. Dank der unermüdlichen Hilfe von KiHev konnte er die richtigen Medikamente erhalten, und dieser Tage darf er seinen 70. Geburtstag feiern. „Das ist einfach unbeschreiblich toll“, sagt Harms.

Dank an die vielen Spender

Die Menschen in ihrer Not nicht alleine zu lassen, dran bleiben und helfen, das sei „Menschlichkeit pur“. Dass dies von Anfang an bis heute möglich ist, das verdanke die Kinderhilfe den vielen Spendern aus der Region. Vor kurzem wurde wieder eine Lieferung nach Kiew gebracht. Dabei musste Eis, Schnee und unmöglichen Straßenverhältnissen getrotzt werden. „Aber wir haben es geschafft“, freut sich Harms. Die nächste Lieferung sei bereits in Vorbereitung.

Wer KiHev unterstützen will, der kann eine Spende an das Konto bei der Sparkasse Markgräflerland, IBAN DE 22 6835 1865 0008 1311 12, oder auf das Konto bei der Volksbank Dreiländereck, IBAN DE 79 6839 0000 0000 3805 55, überweisen.

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