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Weil am Rhein 180 Jahre Gesangverein "Eintracht" Ötlingen

Ines Bode
Auftakt des Reigens zum Jahrestag (v.li.): Der dienstälteste Sänger Fritz Güthlin, Dirigent Michael Friesen, Vorsitzender Ulrich Kunzendorf, Ortsvorsteher Günther Kessler und Oberbürgermeister Wolfgang Dietz Foto: Ines Bode

180 Jahre Gesangverein „Eintracht“ Ötlingen

„Ne G’sang in Ehre, wer will’s verwehre? Ne Trunk in Ehre, wer will’s verwehre?“ Die berühmten Hebel-Zeilen, veröffentlicht 1834, begleiten den 1843 gegründeten Männerchor bis heute. Die passende Weise erklang kraftvoll zum Auftakt der Matinee. Als zweites Stück hatte Dirigent Michael Friesen „Frühlingszauber“ ausgesucht, „die Natur erblüht neu …“.

1843 offiziell gegründet

Auch der Männerchor erblüht seit 180 Jahren immer wieder neu, wie der Blick in die wechselvolle Geschichte beweist. „Es ging weiter und weiter, und es gab schöne und traurige Ereignisse“, sagte Ulrich Kunzendorf, der Vorsitzende. Viel Zeit hat er investiert, um die Geschehnisse ans Tageslicht zu holen. Bereits 1828 zelebrierten rund 30 Sänger den Gesang. Die offizielle Gründung fand 1843 statt. Vor allem Weinlieder wurden gern gesungen. Erhalten sei etwa die Fahne von 1957, die dritte nach Vorgängern von 1852 und 1893. 1867 kam die Feuerwehr als zweiter Verein hinzu.

Wer nach Ötlingen gehe, müsse sich mit beiden und darüber hinaus mit allen gut stellen, meinte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz launig; eine heitere Erkenntnis, der sich auch Pfarrerin Bertina Müller anschloss. Ein Lieblingslied von ihr sei ebenfalls die Hebel-Weise. Ortsvorsteher Günther Kessler schwelgte in Erinnerungen, erzählte, wie er die Sänger und ihr Wirken früher erlebt habe. Kunzendorf erwähnte auch die besonderen Anlässe, etwa den jährlichen Familienabend.

Bande mit Frauensingkreis

Seit den 1960er-Jahren bestehe enger Kontakt zum Frauensingkreis. Die Gemeinschaft zu suchen, um als Neuling im Dorf anzukommen, sei für ihn, der von der Ostsee stamme, der richtige Schritt gewesen. Für die humorige Note der Feierstunde sorgte die Anekdote des „Barackenkaufs“: Erworben, um als Domizil zu dienen, fragte man sich bald: Wohin damit? So wurde sie äußerst gewinnbringend verkauft.

Dem dienstältesten Sänger Fritz Güthlin galt die Ehrung des Tages. Seit 70 Jahren singt der 85-Jährige im Verein. Bevor es dazu kam, wurde geprüft, ob er singen könne und ob „der Leumund“ in Ordnung sei. Güthlin erinnert sich an die Aufregung, die belohnt wurde: „Es isch immer e guede Kameradschaft gsi.“ Gar Verse zu schönen Zeiten verlas der rüstige Jubilar.

Dirigent Friesen suchte den Bezug zum Namen „Eintracht“: An der Weltlage sehe man, wie es aussehe, wenn keine Eintracht herrsche. Dazu passte das Lied „Menschen der Erde“. Der Schluss barg mit „Rock my Soul“ einen neuen Schritt. Die Tradition zu pflegen, sei die Aufgabe, betonte Peter Oehler von den Kanderner Kollegen, die 2032 auf 200 Vereinsjahre blicken werden.

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