Weil am Rhein Ein Semester ohne „Herbstzeitlose“

„Herbstzeitlosen“-Organisatorin Carolin Lefferts Foto: Weiler Zeitung

Zum ersten Mal in der neunjährigen Geschichte der „Herbstzeitlosen“ der Weiler VHS hat Organisatorin Carolin Lefferts kein Semesterprogramm vorgestellt. „Ich hatte eines vorbereitet und wollte es veröffentlichen, wenn wir wieder dürfen. Dazu kam es aber nicht und wird es wohl auch bis zum Sommer nicht kommen.“ Sie hofft, dass es Ende September wieder losgehen kann mit Veranstaltungen.

Von Saskia Scherer

Weil am Rhein. Im vergangenen September konnte noch die Semestereröffnung stattfinden, bei offenen Türen im evangelischen Gemeindehaus in Alt-Weil. „Damals war ich noch relativ optimistisch“, berichtet Lefferts im Gespräch mit unserer Zeitung. Außerdem unternahmen die „Herbstzeitlosen“ „einen wunderschönen Ausflug“ mit Hanspeter Vollmer nach Istein, bei dem gesungen und gepicknickt wurde. Rund 35 Teilnehmer waren damals noch dabei. „Wir hatten tolles Wetter.“ Auch eine Fahrradtour durfte unternommen werden. „Dann habe ich mir aber schon fast gedacht, dass bald Schluss ist.“ Und das war dann auch Ende Oktober der Fall, denn der zweite Lockdown begann bekanntlich im November. „Seitdem sitzen wir auf dem Trockenen“, schildert die Organisatorin.

Die erste Veranstaltung wäre dann also wieder die Semestereröffnung Ende September. „Ich hoffe, dass das klappt.“ Vorher stünden zwar theoretisch noch die Bregenzer Festspiele an, wohin auch eine Tour geplant war. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das etwas wird.“ Ansonsten plant Lefferts bereits mit einem abgespeckten Programm, mit kleineren Ausflügen in der Region oder „Kultur am Nachmittag“ und möglichst im Freien. Ob Busreisen möglich sein werden, wisse man schließlich auch noch nicht. „Das tut mir auch so leid für unser Unternehmen, mit dem wir immer unterwegs sind.“

Glücklicherweise seien mittlerweile viele „Herbstzeitlose“ geimpft, auch Lefferts selbst hat ihre Dosen erhalten. „Darum sehe ich dem gelassener entgegen.“ Außerdem hat sie sich beim DRK schulen lassen, um Schnelltests durchführen zu können. „Das ist für die Leute eine Erleichterung.“

Die Organisatorin hält derzeit anderweitig Kontakt zu den Senioren. „Ich schreibe ihnen, auch Postkarten, oder drucke Bilder aus. Sie dürfen mich auch anrufen. Und ich bin viel in Weil unterwegs.“ Außerdem gebe es Whats­App-Gruppen. Und im Dezember wurden 24 Kapitel einer Geschichte per Videobotschaft vorgelesen. „Das kam sehr gut an“, freut sich die Organisatorin. Zur Fasnacht gab es ein großes Quiz. Das Schaufenster im Haus der Volksbildung dekoriert sie regelmäßig passend, beispielsweise zu Ostern. „Jetzt plane ich eine Frühlingsdeko.“ Davon macht Lefferts auch stets Fotos, die sie dann an die Senioren verschickt.

Doch nur der Kontakt am Bildschirm reiche nicht aus. „Aber es sind Kleinigkeiten, um sie aufzubauen.“ Es gehe auch darum, sich gegenseitig Mut zu machen. Denn die Teilnehmer vermissen die anderen „Herbstzeitlosen“ und das bunte Programm. „Das tut mir leid“, bedauert Lefferts. „Seit einem Jahr ist es nun so.“ Es sei nicht einfach. „Die Älteren wollen raus.“ Gleichzeitig seien die Menschen aber auch geduldig. „Sie halten den ,Herbstzeitlosen’ die Treue und sind bereit, wenn es wieder geht“, freut sich Lefferts.

Sie selbst sei einfach froh, wenn alle gesund sind. Das nun ein Gros der Teilnehmer geimpft sei, gebe Sicherheit. „Ich habe viele Ideen.“ Mit der Umsetzung will sie aber auf die Zeit warten, wenn Angebote wieder vertretbar sind. Dann soll das Programm der „Herbstzeitlosen“ auch wieder im VHS-Heft zu finden sein.

Übrigens ist es nicht nur das erste Mal, dass ein komplettes „Herbstzeitlosen“-Semester ausfällt. „Allgemein haben wir eigentlich zuvor nie Veranstaltungen ausfallen lassen“, berichtet die Organisatorin. „Wenn etwas kurzfristig nicht geklappt hat, gab es immer eine Ersatzveranstaltung.“

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