Weil am Rhein Einblick in thailändische Mythologie

Der thailändische Pianist Nat Yontararak (links) spielte die Musik, die von den Tänzern der Payap-Universität darstellerisch untermalt wurde. Foto: Adrian Steineck Foto: Weiler Zeitung

Es passiert auch im Haus der Volksbildung nicht alle Tage, dass die Bühne mit einem asiatischen Drachen geschmückt ist und Tänzer aus Thailand allein durch ihre Körpersprache und Mimik Geschichten erzählen. Das erlebten gut 60 Zuhörer beim Benefizkonzert anlässlich des 20-jährigen Bestehens des in Weil am Rhein ansässigen Fördervereines zur Unterstützung der thailändischen Stiftung Duang Prateep Foundation (DPF).

Von Adrian Steineck

Weil am Rhein. Im Mittelpunkt des Abends stand der thailändische Pianist Nat Yontararak. Der Musiker verstand es, seinem Flügel scheinbar spielerisch einfach komplexe Tonfolgen zu entlocken. Da eröffnete er den zweiten Satz der Siam-Sonate, die er zu Ehren des im Jahr 2016 verstorbenen thailändischen Königs Bhumibol Adulyadej geschrieben hatte, mit einer Art dreifachem „Jodler“ auf dem Klavier. Dann wieder vermittelte er den Zuhörern mithilfe der Tasten den Eindruck, den Klang des für Thailand charakteristischen Instruments Angklung zu hören.

Yontararak dabei zuzuhören, wie er ganz selbstvergessen spielte, stellte für viele Besucher schon ein Vergnügen für sich da, wie die zufriedenen Gesichter zeigten. Immer wieder wurden die Stücke aber auch durch den Auftritt einer Tanzgruppe des „Christian Communications Institute“ der Payap-Universität im thailändischen Chiang Mai begleitet. Die Tänzer, die in prachtvolle Kostüme gekleidet waren, erzählten Geschichten aus der thailändischen Mythologie ganz ohne Worte. Allein mit Mimik und Körpersprache verstanden es die Darsteller, auch kleinste Gefühlsregungen sichtbar zu machen.

Tänzer erzählen Geschichten ohne Worte

Zu einem Höhepunkt des gut zweistündigen Abends geriet etwa das Erscheinen einer mystischen Kreatur, die halb Mensch, halb Adler war und der sich die übrigen Darsteller zu erwehren hatten.

In der vierteiligen Suite „The Prodigal Son“, die ebenfalls von Nat Yontararak stammte, wurde die biblische Geschichte vom verlorenen Sohn erzählt. In dieser Version war zwar einer der beiden Brüder durch eine Schwester ersetzt worden, an der Kraft und Ausdrucksstärke, mit der die Geschichte erzählt wurde, änderte dies allerdings nichts. Eigens für dieses Stück wurde der Pianist Yontararak von dem polnischen Perkussionisten Lukasz Kurzydlo begleitet, der sein Arsenal an Schlaginstrumenten, das vom kleinen Glöckchen bis zur großen Trommel reichte, virtuos bearbeitete. Als Vater und Schwester am Ende den geläuterten Sohn wieder in die Arme schlossen, wollte der Applaus des Publikums schier kein Ende nehmen.

Er sei vermutlich der glücklichste Mensch der Welt, bekannte denn auch Jürgen Göpfert, Vorsitzender des Weiler Fördervereins. Er konnte im Haus der Volksbildung auch die thailändische Honorarkonsulin für Baden-Württemberg, Marianne Zorn aus Stuttgart, sowie die aus Thailand angereiste Stiftungsgründerin Prateep Ungsongtham Hata begrüßen. Die Stiftung macht sich für Kinder aus sozialen Brennpunkten wie etwa einem Slum im Hafengebiet von Bangkok stark und will deren Not durch Bildung lindern.

Verein Freunde der Duang Prateep Foundation Deutschland, Jürgen Göpfert, Obere Schanzstraße 11, 79576 Weil am Rhein

Mehr Infos unter: www.facebook.com/fdpfde.

Spendenkonto – IBAN: DE04 6835 0048 0001 0926 18.

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