Weil am Rhein Entscheidungen könnten alles zunichtemachen

Fahrer Bernd Hoffmann (r.) mit seinem Co-Piloten Carlos Carignani Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein (mme). Das hat sich Carlos Carignani zu Jahresbeginn auch alles anders vorgestellt: Beruflich bedingt durch Corona ein schlechtes Jahr für seine Eisdiele und sportlich liegt er zwar mit seinem Fahrerkollegen Bernd Hoffmann auf einem sensationellen zweiten Rang im Rahmen der Weltmeisterschaft der T3-Serie für Rallye Sonderfahrzeuge. Doch die aktuellen Entscheidungen der Federation Internationale De l’Automobile (FIA) könnten alles zunichtemachen.

Nach Plan hätten mehrere Rennen in Europa stattfinden sollen. In Russland, Polen und Portugal ging das Gespann sehr erfolgreich an den Start, doch neben einigen gestrichenen Rennen wurden von der FIA kurzfristig die letzten beiden Rennen, die in Jordanien und Dubai geplant waren, nach Saudi-Arabien verlegt. Besonders für die beiden Privatfahrer ist es kaum möglich, ohne Sponsoren dorthin reisen zu können. Alles wäre zu stemmen, jedoch würden die Transportkosten mit 15 bis 20 000 Euro zu Buche schlagen. Daher sind sie im Augenblick noch auf der dringenden Suche nach finanzieller Unterstützung.

Denn schon am 10. und 14. Dezember sollen die jeweils zweitägigen Wettbewerbe über die Bühne gehen. Alles ist besonders unglücklich, da die augenblicklich Zweitplatzierten Chancen auf den Weltmeistertitel gegenüber den führenden Russen hätten. Wenn sie die letzten beiden Rennen im Zeitlimit nur zu Ende fahren würden, könnten sie auf jeden Fall Vizeweltmeister werden. Wenn nicht genügend europäische Teams an den Start gehen können, wird die Meisterschaft unter den arabischen Fahrern ausgemacht, da diese im Gegensatz zu Europa vom Staat unterstützt werden.

Original-Rennauto vom Typ Maverick X3 vor Eisdiele

Noch im September konnte das Original-Rennauto vom Typ Maverick X3 gegenüber der Weiler Eisdiele bestaunt werden. Und manch neugieriger Betrachter merkten an, wie eng es im Cockpit ist, wo die beiden sich mit Overall und Sturzhelm hineinzwängen müssen. Anschließend wurde das Fahrzeug nach Spanien gebracht, wo Fahrer Bernd Hoffmann in der Touristikbranche arbeitet, was dieses Jahr auch kein Zuckerschlecken war. Dort steht es im Augenblick wieder und eigentlich startklar. Im Oktober stand das Rennen in Portugal an, wo extrem starke Regenfälle niedergingen, sodass sie ohne Windschutzscheibe fahren mussten und somit der ganze Schlamm von unten und das viele Wasser von oben regelrecht im Auto standen. Lediglich die Visiere wurden oft abgewischt. Bis das Rennen abgebrochen wurde, sind viele im Schlamm stecken geblieben. Hoffmann/Carignani verteidigten jedoch ihren zweiten Gesamtplatz.

Seit zwei Jahren nehmen die beiden im Buggy in der „Side by Side“-Klasse an Rennen teil. Kennengelernt haben sie sich über das Freiburger Black-Forest-Team, der stets das Rennquad, mit dem Carignani erfolgreich die Rallye Dakar fuhr, ausrüstete. Hoffmann ist nicht weniger rennsportbegeistert als sein Beifahrer. Er schätzt an seinem durchtrainierten Co-Piloten die besonderen Fähigkeiten, unglaublich gut zu reagieren und zu improvisieren. Als exzellenter Techniker könne er alles – und das ist in der Regel sehr viel – selbst reparieren. „Vor allem ist er ein Kämpfer“, der gibt nie auf, sagt Hoffmann.

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