Weil am Rhein Erst die Parkplätze, dann das Heim

Weiler Zeitung, 13.11.2017 21:22 Uhr

Von Marco Fraune

Der erste Spatenstich für den Ergänzungsbau beim Pflegeheim Markgräflerland soll bis Mai erfolgen. Erst einmal will Heimleiter Hans Kaufmann aber einen Teil der Parkplätze verlegen lassen.

Weil am Rhein. Noch hat das Pflegeheim 28 Doppelzimmer, die aber durch 24 Einzelzimmer ersetzt werden, womit eine Anpassung an die Bestimmungen der Landesheimbauverordnung erfolgt. Für insgesamt rund 2,7 Millionen Euro übernimmt der „Generalübernehmer“, FWD Ingenieur- und Holzbau aus Dossenheim bei Mannheim, diese Aufgabe. Nachdem es zuletzt eine gewisse Zeit gedauert hat, bis der Vertrag abgeschlossen wurde, rechnet Kaufmann nun mit einem Baubeginn bis Mai und dann voraussichtlich mit 14 bis 15 Monaten Bauzeit.

Da es sich um einen eigenständigen Baukörper handelt, der in Richtung Römerstraße errichtet und erst dann zum Abschluss mit dem bestehenden Baukörper verbunden wird, kalkuliert der Heimleiter nicht mit größeren Beeinträchtigungen für die Bewohner und den Betrieb des Heims. „Das Leben der Bewohner muss möglichst unbeeinträchtigt weitergehen.“

Parkplätze werden verlegt

Der Zugang zum Haupteingang bleibt auch bestehen, doch die Besucher müssen sich auf bestimmte Veränderungen einstellen, soweit sie mit dem Auto kommen. Denn: Die an der Römerstraße befindlichen 31 Parkplätze entfallen während der Bauzeit, wobei danach dann nur noch 20 Parkplätze hier möglich sind, da ein Teil des Erweiterungsgebäudes im Bereich des alten Parkplatzes steht.

Geplant ist, noch vor dem Spatenstich für den Erweiterungsbau insgesamt zwölf neue Parkplätze an der Rückseite des Gebäudes zu schaffen, plus 14 Stellplätze für Fahrräder. Die Arbeiten werden nun gesondert ausgeschrieben, damit sie bis Mai erledigt sind.

Nach Abschluss der Ergänzungsbau-Arbeiten würden keine Parkplätze entfallen, womit die Vorgaben erfüllt sind. Doch der Heimleiter weiß auch, dass dies eine rein formale Berechnung ist, doch im praktischen Betrieb die Zahl dann häufig nicht reiche. „Besucher, Mitarbeiter und die Bevölkerung wünschen sich immer mehr.“ Letztlich würden sie auf den Friedhofsparkplatz und in benachbarte Straßen ausweichen.

Vier Heimplätze weniger

Obwohl der Landkreis Lörrach als Betreiber einen Ergänzungsbau errichten lässt, entfallen unterm Stich dann vier Heimplätze. „Platzmäßig ist es keine Erweiterung“, erläutert Kaufmann, der lediglich mehr Quadratmeter zur Verfügung hat. Doch die Landesheimbauverordnung sieht ein Aus für alte Doppelzimmer vor, von denen es an der Römerstraße noch 28 gibt. Bis September 2019 müssen diese ersetzt sein. Einzig sechs Doppelzimmer im Neubau bleiben bestehen und dürfen bis zum Jahr 2033 genutzt werden. „Es gibt auch immer Bewohner, die ins Doppelzimmer gehen wollen.“ Dort würden sie sich wohler fühlen und mehr Kontakt haben.

Auslastung bei 94 Prozent

Nicht nur die Anpassung an die Landesheimbauverordnung erfolgt mit dem Ergänzungsbau, sondern das Pflegeheim Markgräflerland kann seinem Wettbewerber, dem Pflegeheim Stella Vitalis, auch besser Konkurrenz machen, das mit modernen Einzelzimmern Besucher lockt. An der Römerstraße liegt die Auslastung insgesamt aktuell bei zirka 94 Prozent, doch die Zielgröße beträgt 98 bis 98,5 Prozent. Kaufmann: „Einzelzimmer sind natürlich ein Faktor.“

Fachkräfte sind gefragt

Hinter dem Pflegeheim Markgräflerland liege hinsichtlich der Fachkräfte ein „sehr bewegtes Jahr“. Zu Beginn musste der Leiter eine Unterbesetzung meistern, doch im Laufe des Jahres konnte der Bedarf gedeckt werden. „Im Moment bin ich zufrieden.“ Klar sei, dass es keine große Auswahl gibt, was die Fluktuation erhöhe. 100 Vollzeitstellen entfallen auf die Pflege, die von 150 Mitarbeitern ausgefüllt werden. Weitere 100 sind in weiteren Bereichen tätig. Die Pflegefachkräfte werden seit 2014 nach dem Tarifwerk für den öffentlichen Dienst bezahlt, im zweiten Schritt seit Monatsanfang nun auch die weiteren Pflege- und Betreuungskräfte. Die in der Hauswirtschaft, Haustechnik und Verwaltung Tätigen werden ab Jahresanfang über das neue Inklusionsunternehmen „Inga“ beschäftigt. „Dann gibt es keine Leiharbeit mit Datamed mehr.“

 
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