Weil am Rhein Brandschutz wird deutlich teurer

Die Brandschutzsanierung und Modernisierung sowie Digitalisierung des Kant-Gymnasiums wird teurer. Foto: Marco Fraune

Weil am Rhein - Déjà-vu im Baubereich: Die Brandschutzsanierung und Modernisierung des Kant-Gymnasiums mit angrenzendem Haus der Volksbildung wird rund 4,6 Millionen Euro mehr kosten als gedacht – und damit nach neuem Stand fast doppelt so teuer.  Um einen finanziellen Puffer für die Kostensteigerung zu haben, soll der Gemeinderat sogar knapp 8,2 Millionen Euro freigeben.

Großen Gegenwind gab es im Bauausschuss nicht, da es dafür nachvollziehbare Gründe gibt.

Die Baukosten steigen von 4,9 Millionen auf 7,4 Millionen Euro, wie die zuständige Architektin Beate Kromer-Piek aus Grenzach-Wyhlen am Dienstagabend schilderte. Äußerst detailliert listete sie die zahllosen Einzelposten dabei auf. Auf das ans Kant angrenzende Haus der Volksbildung entfallen nun Kosten in Höhe von gut 380 000 Euro.

Als Gründe für die Kostensteigerung führte die Expertin unter anderem Abweichungen der tatsächlich ausgeführten Rohbaukonstruktion zu den vorliegenden Planunterlagen auf. So trat beim Öffnen der Haupttreppenhaus-Decke eine Rippendecke zu Tage, die nicht den Brandschutzanforderungen entspricht. Diese muss aufwendig auf den Rohbauzustand zurückgeführt und mit einer geeigneten Unterdecke ausgerüstet werden. Knapp eine halbe Million Euro kostet diese mehr als gedacht.

Mehr als eine halbe Millionen Euro, rund 523 000 Euro, kostet nun die Digitalisierung und Modernisierung mehr. Mehrkosten gibt es auch bei der notwendigen Sanierung des Trink- und Abwassernetzes. 545 000 Euro an Mehrkosten werden dadurch verursacht, dass die Projektkosten an das aktuelle Preisniveau angepasst und für den Bereich der WC-Anlage präzisiert wurden. Diese wird auf den vier Ebenen für insgesamt 866 000 Euro auf den aktuellen Stand gebracht.

Zumindest kann die Stadt mit einem Zuschuss über den Schulbaufördertopf in Höhe von knapp 2,6 Millionen Euro rechnen. Bei den Digitalisierungsmaßnahmen gibt es sogar einen Fördersatz von 80 Prozent im Rahmen des Digitalpakts Schulen.

Knapp 8,3 Millionen Euro

Da bei einer Altbausanierung trotz gründlicher Planung und Öffnungen von Bauteilen ungeplante, aber notwendige Maßnahmen nicht ausgeschlossen werden und sich die Bauzeit auf drei Jahre erstreckt, wird das Projektbudget mit knapp 8,2 Millionen Euro veranschlagt.

Martin Haas ist trotz des Lärms und der logistischen Herausforderungen froh, dass die Stadt das Geld in die Hand nimmt und das Kant-Gymnasium brandschutztechnisch auf Vordermann bringt. Zugleich bringe die Aufstellung von einem Container am Schulhofrand mit vier Klassen (Kostenpunkt: 152 000 Euro) eine Entlastung für während der Bauphase acht nicht nutzbare Räume.

Die Container sollen in den Sommerferien aufgestellt werden, um im Zeitplan bleiben zu können. Dies sei dringend erforderlich, da sämtliche Arbeiten eng mit dem parallel laufenden Schulbetrieb abgestimmt seien, hieß es. Bis Ende 2024 soll die große Sanierung abgeschlossen sein.

Überblick über die anstehenden Arbeiten

  • Die Stadt bietet einen Überblick, was bis Ende des Jahres 2024 für Arbeiten anstehen. Die durchzuführenden Maßnahmen sind im wesentlichen:  
  • Bauliche Umsetzung des aktuellen Brandschutzkonzepts mit Bypasstüren zwischen den Klassenzimmern
  •  Schaffung zusätzlicher Notausgänge
  •  Beseitigung weiterer offener Mängel aus den Brandverhütungsschauen der Jahre 2013  bis 2018, die nicht im Rahmen des jährlichen Regelunterhalts behoben werden konnten
  •  Einbau einer Brandmeldeanlage für den Altbau und Anbau  
  • Einbau Sicherheitsbeleuchtung im Altbau
  •  Ertüchtigung der Lüftungsanlage in brandschutztechnischer Hinsicht
  •  Umzug von Naturwissenschaftsräumen mit wissenschaftlichen Sammlungen zur Verbesserung der internen Organisation
  •  Sanierung der WC-Anlagen in allen Geschossen
  • Erneuerung der Bodenbeläge, der Abhangdecken (inklusive Schadstoffsanierung) und Malerarbeiten in den von den Arbeiten betroffenen Räumen
  •  Bau eines Rettungstreppenhauses/Notausgangs an den bestehenden Schulcontainern

Im Rahmen der Ausführungsplanung wurden zusätzlich folgende Leistungen notwendig:  

  • Brandschutztechnische Ertüchtigung der abweichend von den Bestandsplänen vorhandenen Rohbaukonstruktion der Rippendecken im Haupttreppenhaus  
  • Ertüchtigung von Wänden in Brandschutzqualität  
  • Einbau von Löschwassertrockenleitungen  
  • Umsetzung der Medienentwicklung in den Unterrichtsräumen („Digitalisierung“)  
  • Austausch der Trinkwasserleitungen inklusive Brandschutzdurchführungen Sanierung der Abwasserleitungen inklusive Brandschutzdurchführungen  
  • Zusätzliche Waschbecken in Unterrichts- und Stützpunkträumen

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