Weil am Rhein Forschen in den Ferien

Weiler Zeitung, 26.09.2018 18:55 Uhr

Zwei Schüler des Oberrhein-Gymnasiums Weil am Rhein haben jeweils zweieinhalb Wochen ihrer Sommerferien in einer Schülerakademie zur Begabtenförderung verbracht. Eine für beide besondere Erfahrung, die für sie viele neue Erkenntnisse und intensive Erlebnisse bereithielt.

Weil am Rhein. Mareike Walter aus der 10b wurde genauso wie Florian Sänger aus der Kursstufe 1 von ihrer Chemie-Lehrerin Annemarie Stephan für den Besuch der Akademie vorgeschlagen. Während es sich bei Mareike um die „ScienceAcademy Baden-Württemberg“ handelte, die ihr Ferienseminar auf dem Schulcampus des LSZU (Landeszentrum für Umwelterziehung) in Adelsheim abhielt, reiste Florian Sänger deutlich weiter nach Grovesmühle in den Harz zur Deutschen Schüler-Akademie.

Selbstständig arbeiten

Das Programm der Akademien richtet sich an „Schülerinnen und Schüler mit einer weit überdurchschnittlichen und breiten intellektuellen Befähigung sowie weitreichenden Interessen, verbunden mit einer schnellen Auffassungsgabe“, heißt es. Mareike Walter bringt es auf den Punkt: „Es geht bei den Bewerbern hauptsächlich darum, dass sie interessiert und bereit sind, selbstständig zu arbeiten.“ Dass beide, Florian und Mareike, angenommen wurden, ist keineswegs selbstverständlich, denn in der Regel erhält nur die Hälfte der Bewerber einen der Plätze.

Gut vorbereitet

Was auf sie in den beiden Ferienwochen zukommen sollte, erfuhren beide OGW-Schüler dann schon in der jeweiligen Vorbereitungsphase: Während Mareike an einem Vorbereitungswochenende teilnahm, das zum Kennenlernen und Einarbeiten in die Grundlagen ihres Kurses diente, durfte Florian zur Vorbereitung einen Reader mit schwierigen Primärtexten durcharbeiten, die sich alle mit dem von Florian gewählten Thema der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie befassten. Mareike hingegen erhielt ein Thema aus der Biologie zugeteilt: Ziel ihrer Kursgruppe war es, Forschungen im Bereich der Abwehrmechanismen von Pflanzen anzustellen, mit dem Ziel, Pflanzenschutzmittel gegen Pilze zu entwickeln.

Selbstständigkeit zentral

Das Prinzip der Kurse: Gemeinsam mit zehn bis 15 weiteren Schülern durfte das OGW-Duo zwei Wochen lang selbstständig und eigenverantwortlich forschen, denken, diskutieren und probieren. „Man konnte extrem viel machen und hat wirklich gutes Material bekommen“, benennt Florian die Forschungsfreiheit, die ihn begeisterte. „Mit gleichgesinnten und hoch motivierten Leuten konnte man Sachen ausprobieren und tüfteln.“ Ähnlich ging es Mareike: „Wir haben einfach gemeinsam geforscht, ohne dass uns jemand vorgeschrieben hätte, was wir wann zu tun haben. Natürlich waren die Kursleiter zur Stelle.“

Stolz auf Ergebnis

Und selbst wenn wissenschaftliche Arbeit zu „90 Prozent aus Problemen und zu zehn Prozent aus Lösungen“ besteht, wie man es Mareike gesagt hat, so gelangten die Teilnehmer am Ende doch „zu einem Ergebnis, auf das man stolz sein konnte“.

Neben dem wissenschaftspropädeutischen Aspekt stand aber auch die gemeinsame Aktivität außerhalb der Kurszeiten im Mittelpunkt: In so genannten „kursübergreifenden Angeboten“ (KüA) konnten die Kursteilnehmer Aktivitäten aus den Bereichen Sport, Musik und Theater wählen.

Fazit der Schüler

„Natürlich ging der Stoff weit über den Schulstoff hinaus“, sagt Mareike. „Aber die Art, selbstständig zu arbeiten, der damit verbundene Erwerb von Selbstbewusstsein, aber auch ‚soft skills‘ wie Präsentationstaktiken haben mir schon jetzt viel gebracht.“ Auch für Florian steht der unmittelbare Nutzen nicht im Vordergrund: „Toll war die Beschäftigung mit dem Thema, das Kennenlernen der philosophischen Methodik“. Dadurch wurden seine bisherigen Berufspläne ins Wanken gebracht, allerdings in positiver Hinsicht: „Warum nicht Philosophie studieren statt etwas Technisches? Jedenfalls geht mein Blick jetzt in noch ganz andere Richtungen...“

 
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