Weil am Rhein Für Erhalt selten gewordener Sorten

Jan Wohnrath vom Truz-Naturschutzdienst pflanzt einen Jungbaum. Foto: zVg

Weil am Rhein - Auf einer Fläche am Tüllinger Berg sind in den vergangenen Wochen zehn Weinbergpfirsichbäume gesetzt. Sie tragen zum Überleben dieses pflanzlichen Kulturguts bei, heißt es in einer Mitteilung.

Es handelt sich um fünf verschiedene Sorten: „Blutroter aus Allschwil“, „Hellfleischiger aus Oberrieden“, „Hellfleischiger aus Bülach“, „Weißfleischiger aus Münchenstein“ und „Blutroter aus Birmenstorf“, die auf der Fläche des Weiler Landwirts Trautwein Bachthaler gesetzt wurden.

Für deren besonderen Schutz wurde ein Zaun als Wildschutz angebracht, so dass diese vor Verbiss geschützt sind. Schon in drei bis vier Jahren werden die ersten Früchte geerntet werden können – und schon jetzt zeige sich, dass durch das Zusammenwirken von vielen Aktiven ein wertvoller Beitrag für den Sortenerhalt des fast ausgestorbenen Weinbergpfirsichs geleistet wurde, heißt es.

Wer an Pfirsiche denkt, hat wohl zunächst die üblichen im Supermarkt angebotenen Früchte vor Augen, die zumeist aus Spanien oder Marokko importiert werden. Doch soweit müsste man für deren Anbau gar nicht reisen, denn der Weinbergpfirsich hat auch in den Weinbaugebieten Deutschlands und der Schweiz eine jahrhundertelange Anbautradition, so das Trinationale Umweltzentrum (Truz). Anpflanzungen verschiedener Weinbergpfirsichtypen waren vor allem in den Weinbaugebieten an der Mosel oder im Wallis sehr häufig. Zum Ende des 20. Jahrhunderts ist deren Anbau mit der Intensivierung des Rebbaus stark zurückgegangen und damit gerieten auch diese Früchte, deren Fruchtfleisch von weiß über gelb bis tiefrot sein kann, nach und nach in Vergessenheit.

Suchaktion gestartet

2009 startete die Schweizerische Stiftung ProSpecieRara eine Suchaktion und rief dazu auf, falls man noch solche Bäume kennt, Steine aus den Früchten einzuschicken. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Obstsorten können Weinbergpfirsiche sortenecht über den Stein vermehrt werden.

Mit den eingeschickten Kernen entwickelte die Stiftung ein Erhaltungsprojekt. Das Ziel: Die mehr als 80 wiedergefundenen Sorten an möglichst vielen Standorten langfristig absichern. Dabei setzt die Stiftung auf ein Netzwerk ehrenamtlicher Sortenerhalter, die auf ihrer Fläche entsprechende Bäume setzen und pflegen.

Einer dieser engagierten Sortenerhalter ist Khalil Belaid vom Schweizer Verein Desert Tree. Auf der Suche nach neuen Standorten kam er mit dem Umweltzentrum zusammen.

Verschiedene Standorte

Optimal für den Sortenerhalt sind mehrere Anpflanzungen an verschiedenen geografischen Standorten, und so kam die Idee auf, auch in Deutschland am Tüllinger Berg Jungbäume zu pflanzen. Da das Truz am Tüllinger Berg für den Erhalt der Streuobstwiesen tätig ist und ein Netzwerk an Bewirtschaftern vor Ort pflegt, konnte schnell ein engagierter Besitzer für die Patenschaft der Bäume gewonnen werden.

Ein Dank für die Initiative dieser Pflanzaktion gelte Khalil Belaid für die Bereitstellung des Pflanzmaterials der Stiftung Pro Specie Rara, dem Besitzer Trautwein Bachthaler sowie für die finanzielle Beteiligung dem Regierungspräsidium Freiburg und der Volksbank Dreiländereck.

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