Weil am Rhein Für Neubauprojekte braucht es Grundstücke

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Im Bereich der Bühlstraße 8 und 10 plant die Städtische Wohnbau ein Projekt. Foto: Saskia Scherer

Wohnbau-Geschäftsführer Andreas Heiler hat im Finanzausschuss einen kurzen Überblick über das vergangene Jahr gegeben.

Der Jahresüberschuss sei mit rund 8700 Euro sehr gering ausgefallen – weil mehr Geld in die Instandhaltung investiert wurde und auch aufgrund von Kursverlusten aus einem Schweizer Franken-Darlehen (wir berichteten).

„Wichtiger Vermieter“

Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft verzeichnete etwas weniger Leerstand, zum 31. Dezember 2022 lag der Anteil bei 3,4 Prozent. „Wir wollen diesen immer so kurz wie möglich halten“, sagte Heiler. Die Fluktuationsrate lag bei sieben Prozent. Leerstand gibt es vor allem im Hochhaus Liegnitzer Weg 8, das über kurz oder lang abgerissen werden soll.

Die Wohnbau sei ein „ganz wichtiger Vermieter in Weil“, sagte Andreas Rühle (UFW). „Die Mieter können sich drauf verlassen, dass etwas getan wird.“ Die Instandhaltung werde stringent angegangen. Dass die durchschnittliche Kaltmiete gestiegen ist, lasse sich angesichts der Investitionen nicht vermeiden. Die Spanne reicht von zwischen fünf und sechs Euro bis 13 Euro. Für die nächsten Projekte sei es nötig, 15 Euro pro Quadratmeter anzuvisieren, sagte Heiler auf Nachfrage von Martin Fischer (Grüne). „Das ist aber auch gerechtfertigt bei dem, was wir dann anbieten.“

Matthias Dirrigl (SPD) hatte sich nach dem Thema Neubauten erkundigt. Dafür bräuchte es Grundstücke, stellte Heiler klar. Auch die Finanzierbarkeit sei eine spannende Frage. Allerdings wisse keiner, auf welchem Niveau sich die Zinsen in fünf Jahren bewegen werden. Ein größeres Thema sei auch der Liegnitzer Weg 8, der – wie auch immer eine Zwischennutzung eventuell aussehen könnte – neu geplant werden soll. Das Gutachten einer Anwaltskanzlei, ob eine solche überhaupt möglich ist, wird laut Erster Bürgermeister Rudolf Koger, der auch weiterer Geschäftsführer der Wohnbau ist, in den nächsten Wochen erwartet. Er erinnerte noch an die Bühlstraße 8 und 10, welche die Stadt an die Wohnbau übergeben hat. Auf dem Grundstück soll im rückwärtigen Bereich ein Mehrfamilienhaus für die Flüchtlingsunterbringung entstehen. Dies binde Personalkapazitäten, ebenso wie die Sanierungen. „Wir müssen schauen, dass wir alles stemmen können.“

CO₂ reduzieren

Für das Jahr 2024 muss die Wohnbau ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht aufstellen, kündigte Heiler noch auf Nachfrage Fischers an. In Sachen Energieverbrauch sei man auf einem sehr guten Weg. CO2-Reduzierung lautet das Ziel. 80 bis 90 Prozent des Bestands sollen „am Ende des Tages“ an die Fernwärme angeschlossen werden.

Weder gegen die Feststellung des Jahresabschlusses 2022 noch gegen die Entlastung der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats hatte der Ausschuss etwas einzuwenden. Der Gemeinderat soll dies am Dienstag noch absegnen.

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