Weil am Rhein Gesunde Trauben mit natürlicher Säure

Von Alexander Anlicker

Weil am Rhein. Die Winzer in Weil am Rhein blicken zuversichtlich auf den Jahrgang 2019. Nach dem heißen Sommer 2018 erwarten sie einen „normalen“ Jahrgang mit guter Qualität und in ausreichender Menge.

Die Lese der Trauben für Federweißer und Sektgrundwein hat begonnen. Auch mit Blick auf das Haltinger Winzerfest am Sonntag hat sich unsere Zeitung bei den Weingütern in Weil am Rhein sowie bei der Genossenschaft Haltinger Winzer nach den Aussichten für den aktuellen Jahrgang erkundigt.

„Fürs Haltinger Winzerfest am Sonntag haben wir schon Trauben für den Federweißer gelesen“, sagt Ingo Ehret, Kellermeister bei der Genossenschaft Haltinger Winzer. Nächste Woche gehe es mit den Sektgrundweinen Schwarzriesling und Auxerois sowie Regent für Rosé-Sekt los. In 14 Tagen gehe dann der Herbst richtig los, wobei Ehret mit einer schnellen und kurzen Weinlese rechnet.

Nach dem letztjährigen Jahrgang seien auch für dieses Jahr die Erwartungen groß, erklärt Ehret. Da im vergangenen Jahr genug Wein eingelagert wurde, seien die Ertragsvorgaben an die Mitgliedswinzer dieses Jahr etwas strenger gewesen. Etwa ein Drittel der Trauben wurden im Sommer rausgeschnitten.

Beim Weingut Röschard hat diese Woche der Herbst mit der Lese der Sektgrundweine Chardonnay sowie Spätburgunder für Rosé-Sekt begonnen. „Die Qualitäten sind toll“, lautet das erste Fazit von Juniorchef Ralf Rö­schard. „Es ist im Unterschied zum Vorjahr ein natürlicher Jahrgang“, sagt er und ergänzt: „Die Säure ist perfekt, es ist keine Säureregulierung notwendig.“ Er führt das unter anderem auch auf die Wasserversorgung zurück, die etwas besser war als im Hitzesommer 2018.

Das Weingut beginnt in der kommenden Woche mit der Volllese der Burgundersorten. Zum Schluss folgt dann die Gutedel-Lese.

Auch hier wurde die Menge stärker reguliert. Insgesamt erwartet Röschard einen entspannten Herbst, auch weil die Weiler Gemarkung von Hagelschäden verschont geblieben ist.

„Die Trauben sind gesund und haben eine schöne Säure“, freut sich auch Johannes Schneider vom Weingut Schneider in Alt-Weil. Schneiders haben diese Woche mit dem Herbsten begonnen. Bis einschließlich Donnerstag wurden Chardonnay, Weiß- und Spätburgunder für Sekt gelesen. Gestern begann der eigentliche Herbst mit dem Grauburgunder. Ab Montag folgt die Spätburgunder-Lese für den Rotwein. Ein Mostgewicht von 90 bis 95 Grad Öchsle sei für die Burgundersorten perfekt, allerdings müsse man aufpassen, dass die Trauben nicht zuviel Zucker haben. Den Abschluss nach zwei Wochen Weinlese macht dann der Gutedel.

Die Aussichten sind gut, meint Schneider mit Blick auf das „tolle Wetter, dass noch bis nächste Woche anhalten soll“.

Kirschessigfliege

Das Thema Kirschessigfliege sei in diesem Jahr etwas akuter, berichtet Ingo Ehret. Da diese vor allem die Rotweinsorten beeinträchtigt, werden diese früher gelesen als sonst. Ähnlich sieht es auch Ralf Röschard, der ebenfalls zeitig mit der Spätburgunder-Lese beginnt.

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