Weil am Rhein Giftköder-Fälle bleiben die Ausnahme

sas
Giftköder sind für Vierbeiner gefährlich. Foto: sba/Florian Schuh

Weil am Rhein - Ob es sich bei den Wurststücken, die am Freitagabend am Bahnweg entdeckt wurden, tatsächlich um Giftköder handelte, ist laut Polizeisprecher Thomas Batzel noch nicht klar. Bis ein Ergebnis vorliege, dauere es vermutlich ein paar Tage, erklärt er auf Nachfrage unserer Zeitung.

In jüngster Zeit seien der Polizei in Weil am Rhein und den Ortsteilen keine Fälle bekannt geworden, bei denen Giftköder gefunden wurden. „Es gab einen Fall im August 2020 in Friedlingen. Damals hat ein Tierarzt den Verdacht geäußert, dass der betroffene Hund, der innere Blutungen hatte, Rattengift gefressen haben könnte.“ Es habe aber keine Probe entnommen werden können, das Tier musste eingeschläfert werden. „Bei Rattengift kann natürlich auch sein, dass es tatsächlich zur Rattenbekämpfung ausgelegt wurde, und der Hund dran kam, obwohl er es nicht sollte.“ Der Besitzer habe nicht sagen können, was sein Hund gefressen hatte.

Täter zu ermitteln, die Giftköder auslegen, sei generell schwierig, vor allem im öffentlichen Raum, wo viele Menschen unterwegs sind, sagt Batzel. Gerieten Nachbarn wegen eines Haustiers in Streit und dieses werde anschließend verletzt, sei der Kreis der Verdächtigen dagegen natürlich schon kleiner. „Aber zum Beispiel eine Katze hat einen großen Aktionsradius. Es muss gar nicht der Nachbar sein, der sich über sie aufregt, sondern dem Tier kann auch ganz woanders etwas passieren.“

Leonie Moser als Vorsitzende des Weiler Tierschutzvereins hat zwar in letzter Zeit immer mal wieder gehört, dass verdächtiges Futter aufgesammelt wurde, weiß aber auch von keinem bestätigten Giftköder-Fall.

Im Tierheim, das sie ebenfalls leitet, werden die Gassigeher stets darauf hingewiesen, dass die Hunde beim Spaziergang nichts aufnehmen sollen. „Manche erhalten auch einen Maulkorb. Denn manchmal kann man gar nicht so schnell sein, wie ein Hund etwas frisst, oder teilweise lassen sie es sich auch nicht mehr wegnehmen.“ Es sei viel Training nötig, damit ein Hund, wenn er Futter findet, wartet, bis sein Besitzer das Okay gibt. Hundeschulen würden das zum Teil anbieten. „Aber diese sind ja derzeit auch geschlossen.“

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