Weil am Rhein Harte Klänge, aber friedliche Kultur

Die Metal-Musik steht am Wochenende im Dreiländergarten im Mittelpunkt: Tausende Fans von Bands wie „Sodom“ werden erwartet. Foto: Andi Siess

Weil am Rhein - Metalfans sollen am Wochenende im Dreiländergarten auf ihre Kosten kommen. Dann steht zum 15. Mal das Festival „Baden in Blut“ an.

Neu ist die Ausweitung auf zwei Festival-Tage. Arthur Hupka, zweiter Vorsitzender der „Metalmaniacs“, schildert im Gespräch mit unserer Zeitung, auf was es dem Verein als Veranstalter auf und an der Bühne ankommt.

Frage: Was war der Grund dafür, das Festival um einen Tag zu erweitern?

Nach dem Umzug nach Weil am Rhein ist das Festival – ermöglicht durch die deutlich größere Location – logistisch, als auch von der Besucherzahl gewachsen. Die Aufbauarbeiten beginnen am Mittwoch vor dem Festival sehr früh. Der Abbau wird dann Montagmittag beendet sein. Das ist ein enormer Aufwand und das nur für einen Tag. Das ist eigentlich Wahnsinn.

Frage: Bisher hatten Sie keine Genehmigung für einen zweiten Tag erhalten.

In diesem Jahr hat das geklappt. Mich persönlich freut der „Warmup“-Abend, da ich seit dem Umzug nach Weil ein Befürworter war. Einfach auch, um dem Aufwand der Veranstaltung gerecht zu werden. Ich bin sehr gespannt, wie es dieses Jahr angenommen wird. Für den Verein wird es in jedem Fall wieder eine Herausforderung. Aber so lange sich das Festival selbst trägt, ist alles gut.

Frage: Was sind die Erwartungen für dieses Jahr? Werden mehr Besucher zum Festival kommen?

Was die Besucherzahlen angeht, erwarten wir in etwa das Niveau vom letzten Jahr. Den Freitag gestalten wir als „Warmup“-Abend in diesem Jahr bewusst kleiner, damit wir uns als Team mit der neuen Situation einspielen können. Ich denke, das wird in der Form auch ein besonderes Erlebnis für unsere Besucher.

Frage: Bereits jetzt sind die Karten für die „Warmup“- Show mit Aborted, Bölzer, Anomalie und Thron ausverkauft. Wie läuft der Ticket-Verkauf für Samstag?

Wieder richtig gut. Wir können uns nicht beklagen, dass zu wenige Tickets im Vorverkauf gekauft werden. Im Gegenteil: Die Besucherzahlen steigen jährlich leicht, aber stetig an. Darauf sind wir auch angewiesen, da im Vorfeld beispielsweise die Bandgagen anteilig im Voraus zu bezahlen sind. Das sind inzwischen auch stattliche Summen.

Frage: Wenn das auf zwei Tage ausgeweitete Festival ein Erfolg wird: Ist eine weitere zeitliche Ausdehnung denkbar?

Wir organisieren das Festival ehrenamtlich in unserer Freizeit. Ich denke, wir sind mit der aktuellen Besucherzahl und dem Freitagnachmittag, an dem das Festival stattfindet, nun endgültig an unsere Grenzen gekommen. Das Festival ist nun das sechste Jahr in Folge gewachsen, inklusive dem Umzug nach Weil am Rhein mit entsprechenden logistischen und organisatorischen Herausforderungen. Letztlich möchten wir ein Festival veranstalten, an dem wir selber gerne Besucher wären. Die aktuelle Größe ist aus meiner Sicht perfekt.

Frage: Die Auswahl der Metal-Bands ist ja doch sehr groß und vielfältig. Wie stellen Sie die Bands zusammen?

Die Bands werden ausschließlich nach unseren eigenen Vorlieben ausgewählt. Wir sind alle selber Metalfans und es gibt kaum etwas Größeres, als die eigenen Helden der Jugend und Newcomer der Szene auf die Bretter des eigenen Festivals zu holen. Die Bandauswahl spiegelt jedes Jahr sehr gut den Querschnitt der Geschmäcker im Verein wider. Auch wenn das „Baden in Blut“-Festival grundsätzlich eher zur härteren Schiene der Metalsparte gehört, nehmen wir jedes Jahr auch außergewöhnliche und eher rockige Bands. Diese müssen uns natürlich auch gefallen. Wir möchten ein möglichst breites Spektrum anbieten und uns daher auch abgrenzen. Bisher haben wir die Geschmäcker noch von jedem Fan getroffen.

Frage: Wie jedes Jahr bieten Sie unabhängig vom Festival einen Biergarten an, wo auch „Ticketlose“ eingeladen sind, die Zeit zu verbringen. Nimmt dieser nicht eher potenzielle Festival-Besucher weg, da die Bands somit kostenlos zu hören sind?

Der öffentlich zugängliche Biergarten ist ein Alleinstellungsmerkmal unseres Festivals. Und außerdem bringt der Biergarten die spezielle Atmosphäre auf das Festivalgelände: eine Mischung aus Geburtstagsfeier einer Großfamilie mit Jung und Alt und Metal-Festival. Hier können auch Leute vorbeikommen, die einfach nur interessiert sind, denen die Bands nicht zusagen oder auch, um Freunde zu treffen oder einfach nur auf ein paar Bier zu trinken. Er ist seit unserer ersten Ausgabe vor 14 Jahren fester Bestandteil unseres Festivals. Ob er sich rechnet? Für uns stellt sich die Frage nicht. Der Biergarten ist das Herzstück von „Baden in Blut“. Und das wird auch in Zukunft so bleiben.

Frage: Da die Musikrichtung Metal nun nicht jedem zusagt, könnten die Anwohner nicht gerade begeistert sein. Wird sich oft über das Festival beschwert? Gibt es die Freigetränke für Anwohner noch?

Mit vielen Beschwerden haben wir nicht zu kämpfen. Wir wurden in Weil am Rhein sehr gut aufgenommen, das freut mich als ehemaligen Schüler der Realschule Weil und Ex-Weiler auch sehr. Die Anwohner sind meiner Einschätzung nach sehr aufgeschlossen und unsere Anwohnerbriefe mit Verzehrgutschein für den Biergarten werden gut angenommen – besser als in Lörrach. Das ist schön zu sehen und freut uns auch. Die Gutscheine für die Anwohner gibt es auch in diesem Jahr.

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