Weil am Rhein „Katastrophal und deprimierend“

Thomas Harms (vorne) mit Geschenken bei seinem mehr als willkommenen Besuch in einem Krankenhaus in Kiew Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Einmal mehr ist Thomas Harms vom Kinderhilfswerk „KiHev“ nach Kiew geflogen, um mit tatkräftiger Hilfe die Not der Menschen in der nach der Tschernobyl-Katastrophe geschundenen Region zu lindern.

Weil am Rhein (sc). Mit im Gepäck hatte er dieses Mal, dank der großzügigen Spenden und der nimmermüden Hilfsbereitschaft der Menschen aus Weil am Rhein und der Umgebung, überlebenswichtige Medikamente, Spielzeug und ganz viel Kaffee.

„Es ist deprimierend, das Leid mit anzusehen, zu sehen wie wenig Mittel zur Verfügung stehen, wie sehr die Ärzte und Schwestern kämpfen müssen, wie die kleinen Patienten leiden“, sagt Harms. Neuerdings kämen zusätzlich noch traumatisierte Kinder aus den Kriegsgebieten im Osten der Ukraine zur Behandlung in das Krankenhaus.

Das Budget für die Forschung in der Strahlenmedizin wurde gekürzt, da aus der Sicht des Ministeriums kein Bedarf besteht. Aber auch die Löhne der Krankenhausmitarbeiter wurden gekürzt. Angestellte im Labor bis hin zu den Ärzten erhalten zwischenzeitlich gerade noch etwa 100 Euro Monatslohn. Im Gegensatz dazu stiegen die Preise für die einfachsten Lebensmittel oder für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel weiter um 30 bis 100 Prozent. „Das ist katastrophal und deprimierend“, betont Harms.

Auch wenn ihm die Hilfe von „KiHev“ manchmal „wie ein Tropfen auf den heißen Stein“ vorkomme, sie bewege doch so viel. Mit der finanziellen Unterstützung könne die Diagnose und Behandlung der kleinen Patienten für die nächsten Monate weiter bestehen. „Das ist wunderbar“, sagt Harms, der allen von Herzen dankt, die mit ihren Spenden dazu beigetragen haben, dass die Hilfe für die Klinik in Kiew weitergehen kann.

Dabei stellen die nächsten notwendigen anzuschaffenden Teile und Geräte wieder eine große Herausforderung für den kleinen Verein „KiHev“ dar. Ein weiteres Ultraschallgerät wird dringend benötigt. Eines wurde zwar bereits gespendet, es ist jedoch dauernd überbelegt. „Die Zahl der kleinen Patienten, die eine solche Untersuchung benötigen, ist einfach zu groß“, stellt Harms fest.

Darüber hinaus werden weitere Geräte für endoskopische Untersuchungen gebraucht. Harms: „Schön wäre es, wenn eine Reanimationspuppe angeschafft werden könnte, die es ermöglicht, Übungen und Lehrveranstaltungen durchzuführen. Auch das könne Leben retten.“

Selbst nach so vielen Jahren sei die Not in Kiew ungebrochen groß. „Uns geht es gut“, sagt der Weiler Apotheker, es sei wichtig, diejenigen nicht zu vergessen, denen das Schicksal unverschuldet so übel mitgespielt hat.

 Wer das Kinderhilfswerk „KiHev“ unterstützen will, kann seine Spende überweisen: Konto bei der Sparkasse Markgräflerland Weil DE22683518650008131112 SOLADES1MGL oder Volksbank Dreiländereck DE79683900000000380555 VOLODE66XXX.

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