Weil am Rhein Klangerlebnisse in vielerlei Stilformen

Weiler Zeitung
In großer Besetzung erklang zum Konzert-Finale das 19-teilige Weihnachtsoratorium des Hamburger Barockmeisters Johann Mattheson. Fotos: Walter Bronner Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein. Es erstaunt jedes Jahr aufs Neue, was die singenden und musizierenden Schüler und Lehrkräfte des Weiler Kant-Gymnasiums in wenigen Probewochen für ihr Weihnachtskonzert zustande bringen. Bereits zum zehnten Mal war das kultige Klangereignis am Mittwoch und Donnerstag in der Altweiler Kirche zu hören und an beiden Abenden blieb kaum noch ein Platz frei im großen Gotteshaus.

Rund 200 Mitwirkende in sieben Formationen nebst einem Rezitator und Beteiligung der Hörergemeinde konnte Direktor Martin Haas in seinem Grußwort diesmal ankündigen. Darunter Michael Müller als Solist und Begleiter an Orgel und Piano. Er eröffnete die Vortragsfolge mit einem festlichen Präludium des Spätromantikers Heinrich von Herzogenberg. In starker Besetzung erfreuten alsdann die von Carina Sitterle, Regina Weismann und Simone Brobeil sorgfältig präparierten jungen Sängerinnen und Sänger der Musik-Grundkurse KS1 und KS2 mit dem populären „Adiemus“ des Walliser Komponisten Karl Jenkins, bevor die Bigband im Zipfelmützen-Look mit Bart Howards Evergreen „Fly me to the Moon“, dem bluesigen „Harlem Nocturne“ von Earle Hagen und Dirk Roger und der von Paul Clark arrangierten „Christmas Fantasy“ das klangliche Flair der Swing-Ära beschwor und die Vokalensembles der Musikleistungskurse KS1 und KS2 gemeinsam mit dem wundervollen „Hallelujah“ von Leonard Cohen bezauberten.

Deutlich heftiger und phonstärker zur Sache ging es beim Auftritt der Rock-Pop-AG, deren Crew mit dem Hit „Christmas Time Again“ der Funk-Metal-Band „Extreme“, einer massiv wider den Strich gebürsteten eigenen Version von „Ihr Kinderlein kommet“ und mit Nina Simones perkussiv pointiertem „Feeling Good“ die vielgestaltige Klangparade aufmischte. Den melodischen Kontrast dazu bildeten die vier Engels-Weisen des munter intonierenden Crazy Chorus unter Leitung von Regina Weismann und mit Radion Burd am Klavier.

Als Hauptwerk und zugleich Finale stand das Weihnachtsoratorium „Die heilsame Geburt“ des Hamburger Barockmeisters Johann Mattheson auf dem Programm. Bei der Wiedergabe dieses aus insgesamt 19 Chorälen, Solo-Arien und Rezitativen bestehenden Sakralwerks des seinerzeit für die deutsche Musikentwicklung maßgebenden Tonschöpfers und Verfassers einer musikwissenschaftlichen Enzyklopädie waren alle konzertierenden Kräfte unter der Gesamtleitung von Simone Brobeil im Einsatz und dabei die Crazy-Singers auf der Orgelempore platziert. Zum Riesenaufgebot gehörten hier auch das Lehrer-Schüler- Streichorchester nebst Trompeten-, Pauke- und Cembalo-Partnern sowie die der Schule eng verbundenen und schon wiederholt zu hörenden Vokalsolisten Ann-Kathrin Schmerbeck (Sopran), Ulrike Gruber (Alt) und Johannes Eidloth (Tenor).

Apart bereichert wurde der Anlass nicht zuletzt durch den orgelbegleiteten Gesang der Hörergemeinden und zwei herrliche Textrezitationen von Gerd Schramm, der je eine vergnügliche Geschichte von einem eifersüchtigen Christkind und einem Krippenspiel mit gar nicht bibelkonformem Happy End bei Marias und Josephs Herbergssuche vorlas. Nach zwei Stunden opulenten Musikgenusses gehöre sich auch eine halbe Stunde Danksagung, befand Direktor Haas vor der nochmaligen Zugabe des Oratorium-Schlusschorals, konnte dann aber angedrohten Zeitbedarf auf neun gestoppte Minuten reduzieren, ohne jemanden zu vergessen.

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